Gondelteich vor Fisch-Katastrophe bewahrt - Nächster THW-Einsatz dort steht schon bevor

dzHitze-Probleme

Das THW hat die Tiere im Gondelteich im Stadtgarten gerettet: Am Montagabend schoss es Wasser aus vollen Rohren in den Teich - einfach, um es umzuwälzen. Der Grund ist grün.

Castrop-Rauxel

, 27.08.2019, 17:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

Drei große Rohre und Schläuche, eine riesige Pumpe: Das Technische Hilfswerk hat ein Hilfeersuchen vom Grünflächenamt der Stadtverwaltung am Montagnachmittag angenommen. Es eilte von Henrichenburg aus mit neun Mitarbeitern unter Leitung von Zugführer Jan Steinbock in den Stadtgarten. Der Grund: Der Gondelteich drohte „umzukippen“.

Grüner Teppich aus Algen

Auf der Wasseroberfläche hatte sich binnen wenigen Tagen ein grüner Teppich aus Algen gebildet, die in der Wärme gedeihen konnten. „Wenn ein Gewässer umkippt, dann sterben viele dort vorkommende Arten ab“, erklärte Uta Stevens, Sprecherin der Stadt, am Dienstag auf Anfrage unserer Redaktion. „Insbesondere Blaualgen und andere Bakterien nehmen dann überhand.“

Gondelteich vor Fisch-Katastrophe bewahrt - Nächster THW-Einsatz dort steht schon bevor

Das Technische Hilfswerk sprang am Montagabend der Stadt zur Seite: Die Ehrenamtlichen retteten den Gondelteich im Stadtgarten vor dem "Umkippen". © THW

In Abschnitten größerer Gewässer könnten so tote Zonen entstehen. Der Gondelteich zählt dazu: Er hat eine Fläche von 8700 Quadratmetern. Bei einem Wasserstand von rund 1,20 Meter im Durchschnitt führt er etwa 10.500 Kubikmeter Wasser, so die Rechnung der Stadtverwaltung.

Diese Tiere leben im und am Gondelteich

  • Raubfische (Hechte, Zander, Barsche)
  • Friedfische (Karpfen, Schleie, Brassen, Rotaugen, Rotfedern, Karauschen, Giebel, Kois)
  • Kleinfische (Gründlinge, Moderlieschen, Bachschmerlen, Stichlinge, Bitterlinge)
  • Flusskrebse, Bachflohkrebse, Teichmuscheln, Malermuscheln, Sumpfdeckelschnecken, Ohrschlammschnecken, Tellerschnecken
  • Federtiere (Eisvögel, Graureiher, Stockenten, Bläßhühner, Sumpfrallen, Kanadagänse, Nilgänse, Kormorane)
Auflistung zusammengestellt von August Wundrok, Vorsitzender und Gewässerwart, Angel- u. Gewässerschutz-Verein DoCas- Blinker 1982 e.V. Castrop-Rauxel.

Dem Aasee in Münster, ein deutlich größerer Binnensee in Innenstadt-Randlage, widerfuhr genau vor einem Jahr ein ähnliches Schicksal: Im August 2018 verendeten dort nach einer langen Hitzeperiode rund 80 Prozent der Fische - sie schwammen eines Tages einfach bäuchlings an der Wasseroberfläche.

Gewässerwart der DoCas-Blinker warnte

Das wollte die Stadt, die im engen Austausch ist mit den DoCas-Blinkern um den Vorsitzenden und Gewässerwart August Wunrok steht, vermeiden: Der Gewässerwart hatte auf das wuchernde Phytoplankton, den geringen Sauerstoffgehalt und die weiteren Gefahren hingewiesen. „Zuletzt reicht ein geringfügiger Anstoß, besonders warmes Wetter zum Beispiel, um die Kettenreaktion in Gang zu setzen“, so Uta Stevens, Sprecherin der Stadt. „Diese sind dann der Auslöser, nicht die eigentliche Ursache des Umkippens.“

Im Auftrag des Bereichs Stadtgrün und Friedhofswesen wälzte das THW darum am Montag bis in die späten Abendstunden Wasser aus dem Teich um: herauspumpen und und wieder hineinsprühen, und das drei Stunden lang. 400 der 10.500 Kubikmeter sollen so umgewälzt worden sein. „Dadurch löst sich der oberflächliche Algenteppich auf und das Wasser wird mit Sauerstoff angereichert“, so Uta Stevens von der Stadt.

„In den vergangenen Jahren waren wir regelmäßig am Grutholzteich im Einsatz“, sagte Jan Steinbock vom THW auf Anfrage unserer Redaktion. Am Gondelteich sei das der erste Einsatz dieser Art gewesen. Am Dienstag rückte die Feuerwehr dann zur Rennbahn aus, um am Biotop einen ganz ähnlichen Einsatz zu fahren. „Diese Einsätze teilen wir uns mit der Feuerwehr“, so Steinbock.

Gondelteich vor Fisch-Katastrophe bewahrt - Nächster THW-Einsatz dort steht schon bevor

Das Technische Hilfswerk sprang am Montagabend der Stadt zur Seite: Die Ehrenamtlichen retteten den Gondelteich im Stadtgarten vor dem "Umkippen". © THW

Nächster Einsatz noch diese Woche?

Bis zum Wochenende, vermutet er, müsse man wohl noch mal Sauerstoff nachpumpen. Es bleibt heiß. Auf Dauer wollen die DoCas-Blinker, die sich um die städtischen Gewässer kümmern, darüber nachdenken, ob man mit Fischen entgegenwirken kann: „Rotfedern fressen die Algen“, erklärte August Wundrok. Ein weiterer Schwarm könnte vielleicht helfen.

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