Mit diesem Bild einer Überwachungskamera will man den Täter abschrecken und Hinweise von Zeugen bekommen. © Thomas Schroeter
Polizei

Goldschmied jagt mit Überwachungs-Foto einen gescheiterten Einbrecher

Mit dem Foto einer Überwachungskamera will ein Goldschmied einen Einbrecher abschrecken, der zwei Mal versucht hat, eine Scheibe zu knacken. Das könnte für den Inhaber selbst zum Risiko werden.

Mit dem Foto einer Videoüberwachungskamera versucht man im Schmuckgeschäft Sue&Mi am Marktplatz (wo früher der Goldschmied Peto zu Hause war), einen Täter zu schnappen oder abzuschrecken, der in zwei Nächten versucht hat, eine Scheibe des Geschäfts zu zertrümmern.

Ohne Erfolg zwar, wie auch Polizeisprecherin Annette Achenbach bestätigt, aber mit deutlichem Sachschaden an der Fensterscheibe. Sowohl am 28. November als auch am 2. Dezember haben sich die Einbruchsversuche oder Sachbeschädigungen, da ist sich die Polizei in der Bewertung nicht ganz sicher, am Markt ereignet.

Hatte es der Täter auf Uhren abgesehen?

Wie Suat Angün, der Inhaber des Schmuckgeschäfts am Markt und ebenfalls Inhaber des Geschäfts Juwelier Erkal an der Münsterstraße 18 (früher einmal Standort der Goldschmiede Grosche), unserer Redaktion erklärt, vermutet er, dass es der Täter auf wertvoll aussehende Uhren in der Auslage abgesehen haben könnte. „Dort lagen Boss-Uhren, die goldglänzend waren“, erzählte uns ein Angün-Angestellter.

„Mehr dazu weiß ich aber auch nicht. Außer, dass der Täter mit einem Stein versucht hat, die Scheibe zu zerstören und dass er 1800 Euro Schaden angerichtet hat“, so Suat Angün, der zum Glück versichert ist.

Trotzdem möchte er den Täter gefasst sehen und so hat ein Angestellter von Angün auch ein Schwarz-Weiß-Standbild der Überwachungskamera ausgedruckt und ins Fenster gehängt. Versehen mit der handschriftlichen Botschaft „Du wirst gesucht!!“ in roter Schrift.

Persönlichkeitsrechte werden verletzt

Dieses Vorgehen könnte Suat Angün im Ernstfall allerdings selbst in die Klemme bringen, wie Polizeisprecherin Annette Achenbach sagt: „Das ist zwar nur eine theoretische Gefahr, aber der Täter könnte tatschlich Klage wegen Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte erheben, weil sein Foto da gezeigt wird.“

In dem Fenster des Schmuckgeschäfts am Altstadt-Markt lagen Uhren, auf die es der Täter abgesehen haben könnte,
In dem Fenster des Schmuckgeschäfts am Altstadt-Markt lagen Uhren, auf die es der Täter abgesehen haben könnte, © Thomas Schroeter © Thomas Schroeter

Daher sei die Polizei selbst auch mit der Veröffentlichung von Fahndungsfotos sehr vorsichtig und zurückhaltend und gebe solche Fotos nur nach Freigabe durch ein Gericht an die Öffentlichkeit, wenn alle anderen Wege der Ermittlung ausgeschöpft sind. „Sonst könnten wir da auch richtig Ärger bekommen“, sagt Annette Achenbach.

Spuren des Täters hat die Polizei nach den beiden Vorfällen bisher nicht feststellen können. Und so ist auch unklar, warum der Mann, den man auf den Aufnahmen der Überwachungskamera wegen einer tief ins Gesicht gezogenen Kapuze und der Dunkelheit kaum erkennen kann, den ersten Tatversuch ohne Erfolg abgebrochen, dann aber offenbar ein paar Tage später einen zweiten Versuch unternommen hat.

Wer in einer der beiden Nächte am Markt etwas beobachtet hat und Hinweise auf den Tatverdächtigen geben kann, kann sich an die Polizei wenden unter Tel. (0800) 2361 111.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1961 geboren. Dortmunder. Jetzt in Castrop-Rauxel. Vater von drei Söhnen. Opa. Blogger. Interessiert sich für viele Themen. Mag Zeitung. Mag Online. Aber keine dicken Bohnen.
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Thomas Schroeter

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