Neue Hinweise auf die giftige Schlange an der Castrop-Rauxeler Stadtgrenze

Herne-Holthausen

An der Herner Stadtgrenze zu Castrop-Rauxel ist eine Kobra aus einer Wohnung ausgebüxt. Die Suche verlief bislang erfolglos. Am Montagnachmittag gab es dann neue Hinweise.

Castrop-Rauxel

, 26.08.2019, 12:42 Uhr / Lesedauer: 2 min
Neue Hinweise auf die giftige Schlange an der Castrop-Rauxeler Stadtgrenze

Eine giftige Kobra ist am Sonntagnachmittag in einem Wohnhaus an der Bruchstraße in Herne, nahe der Castrop-Rauxeler Stadtgrenze, ausgebüxt. Bei dem Foto handelt es sich um ein Symbolbild. © pa/obs/N24

Update 16.50 Uhr:
Bei der Begehung der geräumten Wohnhäuser an der Bruchstraße durch Schlangenexperten wurden keine Spuren gefunden. Die Suche nach der Schlange geht weiter. Allerdings gibt es neue Hinweise. „Anhand von Fotos der Schlange, die gesichtet worden ist, und einer Schlangenhaut, die im Keller des Hauses sichergestellt worden ist, soll nun abgeglichen werden, ob es sich bei der gesichteten Schlange nicht doch mit hoher Wahrscheinlichkeit um eines der sichergestellten Tiere handelt“, teilt die Stadt Herne mit.

Dem Mieter, der die rund 20 Schlangen gehalten hat, wurde bis auf Weiteres die Haltung von Schlangen untersagt. Die Tiere werden aktuell für den Transport vorbereitet und in Verwahrung genommen.

Die Sicherheitsmaßnahmen an der Bruchstraße werden weiter aufrechterhalten. Türen und Fenster im näheren Umkreis sollen geschlossen bleiben, teilt die Stadt Herne mit.

Neue Hinweise auf die giftige Schlange an der Castrop-Rauxeler Stadtgrenze

Im Haus wurde Mehl verstreut, um der Schlange so auf die Spur zu kommen. © picture alliance/dpa



Update um 14.30 Uhr:

Die Suche nach der giftigen Schlange geht weiter. Indes ist nun bekannt, um was für eine Schlangenart es sich handelt. Aus dem Wohnhaus ist nämlich eine Monokelkobra ausgebüxt. Diese Kobra kann bis zu zwei Meter lang werden und auf der Rückseite ihres Halsschildes weist sie in der Regel eine an ein Monokel erinnernde Musterung auf.

Die Monokelkobra gilt als hochgiftig. Das Gift führt wenige Stunden nach dem Biss zum Atemstillstand, sofern die Person nicht behandelt wird. Die Schlange gilt als nachtaktiv und ernährt sich von Echsen, Vögeln, anderen Schlangen und Kleinsäugern wie beispielsweise Nagetieren. Fühlt sich die Schlange bedroht, richtet sie ihren Vorderkörper auf und spreizt den Nackenschild.

Erstmeldung von 12.42 Uhr:

Am Sonntagnachmittag ist eine giftige Kobra laut Auskunft der Herner Feuerwehr in einem Wohnhaus an der Bruchstraße in Herne-Holthausen gesehen worden. Sie gehört zu den rund 20 weiteren giftigen Tieren eines Halters in einer Wohnung an der Castrop-Rauxeler Stadtgrenze. Es sei nicht auszuschließen, dass sich die Schlange mittlerweile außerhalb des Hauses aufhalte. Bislang verlief die Suche erfolglos.

Vier Häuser mussten am Sonntag evakuiert werden, 30 Menschen waren betroffen. Diese wurden in Notunterkünften oder bei Verwandten untergebracht.

„Wie lange der Einsatz noch dauert, ist bisher nicht abzusehen. Die betroffenen Räumlichkeiten sind mit Mehl ausgelegt worden, mit der Absicht, dass die Schlange dort Spuren hinterlässt und besser aufzufinden ist. Außerdem wurde doppelseitiges Klebeband aufgebracht, auf dem das Tier möglicherweise kleben bleibt“, teilte die Feuerwehr Herne mit.

Das Gift der Kobra kann lähmen oder sogar zum Tod führen

Eine Kobra kann ihr Opfer durch einen Biss lähmen oder sogar töten. Manche Arten können ihrem Angreifer sogar aus einer kurzen Entfernung Gift direkt in die Augen spritzen, was zur Blindheit führen kann. Bislang gibt es noch keine Auskunft, um welche Art Kobra es sich handelt.

In einem Radius von 500 Metern rund um den Bereich ist daher laut der Feuerwehr Herne besondere Vorsicht geboten. „Bürgerinnen und Bürger, die die Schlange sehen, sollten auf keinem Fall versuchen, das Tier anzufassen. Es ist unbedingt sofort der Notruf 110 oder 112 zu wählen“, so die Feuerwehr.

Neue Hinweise auf die giftige Schlange an der Castrop-Rauxeler Stadtgrenze

Die Feuerwehr Herne rückte am Sonntagnachmittag zum Wohnhaus an der Bruchstraße aus, wo die Schlange ausgebüxt ist. © picture alliance/dpa

Am Montagmittag soll es in diesem Radius eine Ortsbegehung geben. „Es wird geschaut, ob es Spuren von der Schlange gibt“, so Christoph Hüsken, Sprecher der Stadt Herne.

Diese könnte es beispielsweise in den umliegenden Feldern geben, in denen sich auch das Gut Behringhausen befindet. Ebenso sind der Erin-Park, der Westring sowie die Herner Straße in unmittelbarer Nähe. Eine Schlange kann etwa bis zu 20 km/h schnell werden.

Halter in Herne hat seine Tiere ordnungsgemäß gemeldet

Wie für alle Giftschlangen gilt auch für eine Kobra eine Meldepflicht und für den Halter ein Befähigungsnachweis im Umgang mit Giftschlangen. Eine bundeseinheitliche Regelung mit dem Umgang mit gefährlichen oder giftigen Tieren gibt es nicht. Der Tierhalter in Herne soll die Tiere aber registriert haben und wurde laut Angaben der Stadt regelmäßig überprüft.

Neue Hinweise auf die giftige Schlange an der Castrop-Rauxeler Stadtgrenze

Die Kobra ist in einem Haus an der Ecke Bruchstraße/Im Ostenfeld (siehe Markierung unten links) ausgebüxt. © Google

Lesen Sie jetzt