„Gewinner der Krise“: Coronavirus beschert Spargel-Bauer Rekordumsatz

dzSpargelsaison

Das Wetter ist ideal. Die Erntehelfer sind da. Vor dem Hofladen stehen die Menschen Schlange. Castrop-Rauxeler Spargel ist beliebt wie nie. Und das hat Gründe, sagt Landwirt Jan Menken.

Deininghausen, Dingen, Mengede

, 18.04.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Jan Menken ist zufrieden. „Der Karsamstag war der verkaufsstärkste Tag, den wir je hatten.“ In langen Schlagen standen die Kunden für die „Königin der Gemüse“ an.

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Es ist Spargelsaison. Und die Menschen aus Castrop-Rauxel und den Nachbarstädten, so scheint es, schwören in diesem Jahr noch mehr auf den Castrop-Rauxeler Spargel. Menken baut ihn auf zwei Feldern direkt an der Stadtgrenze zu Dortmund und in Dingen an.

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Castroper Spargel hat Hochsaison

Das Wetter ist ideal. Die Erntehelfer sind da. Der Castroper Spargel vom Hof Menken in Deininghausen hat Hochsaison. In der Corona-Krise gönnen sich die Menschen das edle Gemüse aus heimischem Anbau. Landwirt Jan-Frederik Menken verzeichnet 35 bis 40 Prozent mehr Absatz.
18.04.2020
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Karsamstag war der umsatzstärkste Tag in der Geschichte von Menkens Hofladen. Den ganzen Tag über bildeten sich lange Schlagen vor dem Außenverkauf, der Spargelschälmaschine und dem eigentlichen Hofladen.© Uwe von Schirp
Im Hofladen gibt es neben den verschiedenen Spargelsorten und -qualitäten unter anderem auch Kartoffeln, Eier, Wurst und Käse. © Uwe von Schirp
Im Dahl, direkt an der Stadtgrenze zu Dortmund, ist eines der beiden Spargelfelder vom Hof Menken.© Uwe von Schirp
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Eine "Spargel-Waschanlage" reinigt die feldfrischen Stangen und schneidet das untere Ende der Stange ab. Helfer sortieren ihn nach Qualitäten. © Uwe von Schirp
Jan Frederik Menken zeigt den Unterschied: Oben eine feldfrische Spargelstange, unten eine nach Durchlaufen der Waschanlage.© Uwe von Schirp
Vrei Qualitäten bietet der Hof Menken seinen Kunden: Premium, Gastro und Vio. Bei Letzterer haben die Stangen leicht violette Köpfe - ein Zeichen, dass sie vor der Ernte schon ein wenig Licht bekommen haben. Im Hofladen gibt es ferner Spargelbruch. Das sind Stangen, die beim Transport oder beim Waschen zerbrochen sind.© Uwe von Schirp
In jeder Box sind zehn Kilogramm Spargel. Sie lagern dort nur kurze Zeit, bevor sie in den Verkauf im Hofladen gehen.© Uwe von Schirp
Vor dem Hofladen können die Kunden den Spargel gleich schälen lassen. "Schneller, sauberer, besser als wie Omma kann", wirbt ein Aufkleber für den kostenlosen Service.© Uwe von Schirp
Die Schalen landen letztendlich in einem Kompost-Container.© Uwe von Schirp

„Wir sind wohl eher die Gewinner der Krise“, sagt Jan Menken. 35 bis 40 Prozent mehr gehen über die Ladentheke des Hofes. Das hat Gründe: „Die Leute essen mehr Spargel, weil die Gastronomie geschlossen hat“, vermutet der Spargelbauer. „Sie fahren nicht in den Urlaub, sondern sind zu Hause.“ Und, so mutmaßt er, bei allen Einschränkungen in der Krise gönne man sich ja sonst nichts.

Wetter beschert 15 bis 18 Tonnen Ertrag

Die hohe Nachfrage kompensiert die Verkaufseinbrüche an die Gastronomie. Zufrieden ist Menken auch mit den Rahmenbedingungen. Es ist ideales Spargelwetter. Der Deininghauser Landwirt hofft auf einen Ertrag von 15 bis 18 Tonnen. Als kleiner Betrieb kommt er mit drei Erntehelfern aus Rumänien aus.

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Die Kunden schätzen die Qualität des regionalen Versorgers. Antje Winter aus Dingen hat das Spargelfeld vor der Haustür. „Ich kaufe ihn nur hier“, sagt sie, „weil ich sehe, wo er wächst.“

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