Gesundheitsamt in großer Not: Jetzt rückt die Bundeswehr an

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236 neue Corona-Fälle am Wochenende: Das Kreis-Gesundheitsamt arbeitet am Limit, hat Alarm geschlagen. Jetzt kommt die Kavallerie: Die ersten Bundeswehr-Soldaten rücken in dieser Woche an.

Kreis Recklinghausen

, 19.10.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Corona-Zahlen im Kreis Recklinghausen galoppieren davon. Jetzt ist die Kavallerie gefragt, muss die Bundeswehr zur Unterstützung des am Limit arbeitenden Kreis-Gesundheitsamtes anrücken.

Der Kreis hatte in seiner Not in der vergangenen Woche bei der Bundeswehr Unterstützung angefragt. Und das Heer hilft. Wie Kreis-Sprecherin Lena Heimers am Montag (19.10.) bestätigen konnte, sollen die ersten zehn Bundeswehr-Soldaten noch in dieser Woche nach Recklinghausen kommen, um dem Kreis zu helfen. Und das soll nur der Anfang ein, noch mehr Helfer sollen nachkommen.

Gesundheitsamt braucht dingend Hilfe

„Wir brauchen die Hilfe dringend, das haben wir ja schon zum Ausdruck gebracht“, so Lena Heimers am Telefon auf Nachfrage unserer Redaktion.

236 Neuinfektionen übers Wochenende meldete der Kreis Recklinghausen kreisweit. Der bisher höchste gemeldete Tagesanstieg war zuvor der vom 13. Oktober mit 91 Personen.

Das Gesundheitsamt mit seinen Containment-Scouts gerät dadurch zunehmend in Bedrängnis: Sie sind angehalten, alle Positivfälle zu informieren und mit ihnen eine Kontakte-Abfrage zu machen. Das gestaltete sich aber schon vergangene Woche schwierig, wie die Pressestelle mitteilte.

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Mit nun immer mehr Fällen werde die Arbeit nicht einfacher, so Lena Heimers. „Die Kollegen arbeiten unter Hochdruck“, schildert sie die Lage. Trotzdem sei man bei immer steigenden Infektionszahlen in der Nachverfolgung der Infektionsketten ganz dringend auf zusätzliches Personal angewiesen.

Zwar arbeiten derzeit bereits Beschäftigte mit in Summe 81 Vollzeit-Stellen im Gesundheitsamt des Kreises Recklinghausen daran, um Quarantäne-Anordnungen an Menschen als Kontakte ersten Grades auszusprechen, Kontaktdaten zu ermitteln und betroffene Personen über positive Testergebnisse in Kenntnis zu setzen.

Kreis sucht auch Ärzte und Studenten

Die nun anrückenden Bundeswehr-Soldaten sollen dem Gesundheitsamt vor allem in der Kontaktverfolgung positiv getesteter Menschen behilflich sein. Die neuen Leute müssen natürlich erst in ihre Tätigkeit eingewiesen werden. Trotzdem hofft man in Recklinghausen darauf, sie schnell einsetzen zu können.

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Auch an anderen Fronten sucht man beim Kreis Recklinghausen nach weiterem Personal im Kampf gegen das Virus-Geschehen. „Wir haben Personalausschreibungen laufen, suchen nach Ärzten, aber auch nach Studenten, die uns bei der Arbeit helfen können“, sagt Lena Heimers. Allerdings steht der Kreis dabei in Konkurrenz zu vielen Behörden ringsum, die ähnliche Probleme mit dem Coronavirus haben.

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