„Nein“ ignoriert

Geständiger Vergewaltiger aus Castrop-Rauxel ruft Bundesgericht an

Die Verurteilung eines Castrop-Rauxelers nach einem Sex-Übergriff auf eine Disko-Bekanntschaft ist nicht das letzte Wort. Der 30-Jährige fühlt sich zu hart bestraft. Er kämpft überraschend weiter.
Der 30-jährige Castrop-Rauxeler wurde erstinstanzlich wegen Vergewaltigung zu vier Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt. © Werner von Braunschweig

Die von einem 30-jährigen Mann aus Castrop-Rauxel erst ganz zum Schluss doch noch eingestandene Vergewaltigung einer 19-jährigen Schülerin wird zu einem Fall für den Bundesgerichtshof (BGH). Der Angeklagte hat Revision gegen seine Verurteilung eingelegt.

Die 9. Strafkammer am Bochumer Landgericht hatte den 30-Jährigen zuletzt zu vier Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt. Laut Urteil hat der Castrop-Rauxeler am 31. März 2019 das „Nein“ einer Schülerin aus Herten mehrfach ignoriert und die 19-Jährige im Anschluss an eine lange Disko-Nacht in ihrer eigenen Wohnung vergewaltigt.

Vorbestraft wegen ähnlicher Vorwürfe

Der Angeklagte war bereits vorbestraft und – wie es vor Gericht hieß – zuvor schon mehrmals ähnlichen Vorwürfen von jungen Frauen ausgesetzt gewesen. Im Prozess hatte der Castrop-Rauxeler lange darauf beharrt, dass der Sex in der fraglichen Nacht einvernehmlich abgelaufen sei. Er hatte sogar extra die Einholung eines Glaubwürdigkeitsgutachtens über die Belastungszeugin angestrengt.

Obwohl von den Bochumer Richtern mehrfach damit konfrontiert, dass es keinerlei Zweifel an der Glaubwürdigkeit der 19-Jährigen gebe, hatte der 30-Jährige die Tat am letzten Prozesstag eingestanden. Er entschuldigte sich.

Durch das Einlegen einer Revision ist das Vergewaltigungs-Urteil nicht rechtskräftig. Mit einem Ergebnis beim BGH ist frühestens Ende 2020 zu rechnen.

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