In der ehemaligen JKG soll im Sommer 2021 eine neue Gesamtschule an den Start gehen. Auch der Eingangsbereich in Ickern soll deutlich aufgewertet werden. © Tobias Weckenbrock
Neue Gesamtschule Ickern

Gesamtschule als „Bewegte Schule“: Erste Eckpfeiler für Konzept stehen

Mit großen Schritten geht es in Castrop-Rauxel der Gründung einer neuen Gesamtschule entgegen. Am Samstag gab es einen Workshop, der online ablief und einen Aspekt ins Zentrum stellte.

Die Neue Gesamtschule Ickern (NGI), die unter diesem vorläufigen Namen mit Beginn des Schuljahres 2021/22 im Sommer an den Start geht, nimmt immer klarere Strukturen an. Am Samstag (5.12.) gab es dazu eine Ideen-Werkstatt der Schulverwaltung. Wegen Corona fand sie als Online-Workshop statt.

Eingeladen waren Eltern und andere an der Entwicklung der Schule an der Waldenburger Straße interessierte Bürger. Vor dem Bildschirm und im Chat vertreten waren auch einige Castrop-Rauxeler Schulpolitiker, die im Frühsommer in einem breiten Konsens grünes Licht für die Gründung einer neuen zweiten Gesamtschule im Norden der Stadt gegeben hatten. Auch die Bezirksregierung Münster war durch Ludger Müller vertreten.

55 Beteiligte bei Online-Workshop

Über mehr als zwei Stunden gab es jede Menge Informationen, viele Anregungen, Fragen und einen regen Meinungsaustausch mit 55 Beteiligten, die fast alle die ganze Zeit bei der Stange blieben. Schuldezernentin Regina Kleff war am Ende hoch zufrieden. Sie versprach: „Wir werden für die Beteiligten ein FAQ der Fragen und der Antworten kommunizieren.“

„Bewegte Schule“: Das soll ein Alleinstellungsmerkmal der neuen Gesamtschule im Gebäude der ehemaligen Janusz-Korczak-Gesamtschule in den Aapwiesen werden. Bis Sommer 2021 soll sie räumlich und ausstattungstechnisch so auf Vordermann gebracht werden, dass sie vierzügig an den Start gehen kann. Auch fünf Züge wären möglich, wenn sich so viele Schüler anmelden, sagte Kleff.

So soll die
So soll die „Neue Gesamtschule Ickern“ aussehen, wenn sie im Sommer 2021 eröffnet wird. © Quelle Stadt © Quelle Stadt

Sie hob hervor, dass das Konzept für die neue Schule möglichst nah an den Schülern und im ständigen Austausch mit den Eltern und den anderen Beteiligten entwickelt und verfeinert werden soll. Drei Themen-Felder gab es für den Online-Workshop: „Bewegte Schule“ mit dem Fokus auf die Verbindung von gesundem Aufwachsen und Lernen; „Ganztag, Digitalisierung, Ausstattung“ und „Schulleben, Kooperationen, lokale Aspekte“.

Die Bewegte Schule übersetzten Dr. Kerstin Bröker und ihr Kollege Spieß, Beteiligte im Kompetenzteam für den Aufbau der NGI, in die Praxis: Eckpfeiler sind Bewegung, Erziehung, gesunde Ernährung und Erholung.

Anmeldungen ab dem 29. Januar 2021

Vom 29. Januar bis 4. Februar läuft das Anmeldeverfahren an der Waldenburger Straße. Als Ansprechpartner werden Bröker und Spieß dann in der NGI sein. Die Klassengröße wird bei 25 bis 28 Kindern liegen. Die Ausschreibung für das Kollegium durch die Bezirksregierung soll nach der Anmeldung im Februar / März erfolgen.

Unterrichtet wird im 60-Minuten-Takt. Es wird drei volle Tage im Ganztagsbetrieb – also bis 15.30 oder 16 Uhr – geben. An zwei Tagen endet die Schule mittags. Die Hausaufgaben werden in den Schulablauf integriert. Neben der Mensa soll es einen Verkaufskiosk geben. Geplant sind ein Frühstücksraum und ein Ruheraum.

Der Zugang soll möglichst barrierefrei sein. Ebenso wird jetzt das Thema Luftzirkulation mitgedacht. Einen Schulpsychologen wird es nicht geben, wohl aber Sozialarbeiter im Kollegium. Auch soll sichergestellt werden, dass die Kinder ihre Unterlagen in der Schule aufbewahren können, damit sie keine dicken Tornister schleppen müssen. Der Schulhof soll „flexible Bewegungseinheiten“ vorhalten, dazu viele Sitz- und Rückzugsmöglichkeiten.

Uni begleitet den Aufbau

In Abstimmung mit der Bezirksregierung soll das Profil der neuen Gesamtschule abgesehen von der „Bewegten Schule“ zunächst noch nicht festgezurrt, sondern gemeinsam entwickelt werden. Die Schule wird von einer Uni wissenschaftlich begleitet.

Fazit des Workshops: Es herrscht durchweg Aufbruchstimmung für die neue Gesamtschule in Ickern. Die Beigeordnete für Regina Kleff kündigt an: „Wir hoffen, dass wir im neuen Jahr vielleicht eine Präsenz-Infoveranstaltung anbieten können.“ Der Verlauf der Pandemie wird zeigen, ob das möglich ist.

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Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
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