Teile der Lambertuskirche in der Altstadt sind eingerüstet. © Matthias Langrock
Kirchen

Gerüste an St. Lambertus: Fachfirma steigt Kirche aufs Dach

Passanten in der Castrop-Rauxeler Altstadt ist der Blick auf die St. Lambertus-Kirche zum Teil versperrt: Gerüste sind aufgebaut. Die Arbeiten sind notwendig – und spannend für Historiker.

Pfarrer Winfried Grohsmann hat alles im Blick, sofern er im Pastorat am Lambertusplatz 17 ist: Auf der dem Pastorat zugewandten Seite der Kirche sind Gerüste aufgebaut. Der Leiter des Pastoralverbunds Castrop-Rauxel Süd nennt es „Probegerüste“. Denn noch gehe es um die Vorarbeiten. Vorarbeiten zu einer umfassenden Sanierung des Schieferdachs der Kirche.

Das sei absolut notwendig, so der Pfarrer. Man sehe das sofort, sogar von unten: „Die Schieferplatten sind brüchig und porös“, sagt Grohsmann. Und müssten daher erneuert und somit sicher und auch wieder wetterfest gemacht werden. So wie es die Pflicht eines jeden Hausbesitzers ist, sein Eigentum in Schuss zu halten, müsse es die Kirche auch tun.

Alles läuft über die Denkmalschutzbehörde

Schieferplatten auf einem Kirchendach lassen sich aber nicht mal eben so einfach austauschen wie Dachziegel auf einem Wohnhaus. Man muss viel höher hinauf. Außerdem steht die Kirche unter Denkmalschutz. Da lassen sich alle Sanierungen nur in Absprache mit der unteren Denkmalschutzbehörde umsetzen. Grohsmann: „Der Originalzustand des Dachs muss nach der Sanierung beibehalten werden.“

Wie genau das zu machen ist, dazu laufen laut Grohsmann nun die Sondierungsarbeiten. Der Schiefer werde begutachtet, außerdem müsse man einen vernünftigen Zugang zum Dachgewölbe schaffen, damit man das Gebälk auch unter die Lupe nehmen könne. Schiefer liege immer auf Holz, so Grohsmann. Und auch das müsse vielleicht ausgebessert werden, um stabil zu bleiben.

Für Historiker dürfte der Blick ins Dach interessant sein, sagt Grohsmann. So könnten zum Beispiel Verzapfungen im Gebälk genaueren Aufschluss über das Alter des Holzes und somit auf die Entstehungszeit geben.

Mit Schiefer zu decken ist teuer

Wie teuer die Schiefersanierung wird, könne er noch nicht absehen. In jedem Fall gehöre Schiefer zum teuersten, womit man Dächer decken könne. Eine Spezialfirma für Schiefereindeckung kümmere sich um die Arbeiten. Allerdings müsse längst nicht das komplette Dach ausgebessert werden. „Der Schiefer macht nur einen vergleichsweise kleinen Teil des Dachs aus“, sagt der Pfarrer.

Ursprünglich sei die ganze Kirche mit Schiefer gedeckt gewesen. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg habe man aber Schiefer durch Kupfer ersetzt, der zurzeit nicht ausgebessert werden müsse. Daher glaubt Grohsmann: „Im Sommer sind wir fertig mit der Sanierung.“

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Ist fürs Journalistik-Studium vor 20 Jahren nach Dortmund gezogen und hat danach jahrelang in der Nachrichtenredaktion gearbeitet. Lebt schon lange im Dortmunder Westen und freut sich, hier und in Castrop-Rauxel auch journalistisch unterwegs zu sein.
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Natascha Jaschinski

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