„Angriff“ auf die Give-Box auf Schwerin: Das ist dran an den fiesen Vorwürfen

dzGive-Box

Müll, Gestank und Ratten - so soll die Give-Box auf Schwerin mittlerweile aussehen. Ist es wirklich so schlimm? Wir haben nachgehakt, was dran ist an den Vorwürfen und wie es weiter geht.

Schwerin

, 24.10.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf Schwerin gab es Beschwerden wegen der „Give-Box“ – einem Projekt der Jusos und dem SPD Ortsverein Schwerin-Frohlinde-Dingen. Üble Gerüche sollen demnach aus der Box ziehen, Müll und Abfall davor abgelegt werden. Sogar Ratten seien mittlerweile dort zu Hause. Eigentlich sollen hier jedoch alte, noch nützliche Gegenstände einen neuen Besitzer finden.

Doch das kann Katrin Lasser-Moryson, Vorsitzende des SPD-Ortsvereins und stellvertretende Bürgermeisterin, überhaupt nicht nachvollziehen. Seit 2013 existiert die Box und würde seitdem aktiv von den Anwohnern genutzt.

Ein Aufräumteam hält die Augen offen

„Von üblen Gerüchen habe ich nie etwas mitbekommen, schließlich werden hier keine Lebensmittel abgelegt“, verteidigt Lasser-Moryson das Projekt. Ein- bis dreimal die Woche würde ein Team von etwa zehn Leuten die Box aufräumen und dafür sorgen, dass alles seine Richtigkeit habe.

„Und auch das Café Zuhause hat immer ein Auge auf die Box und ruft uns sofort an, wenn etwa plötzlich eine Couch neben der Box steht“, erklärt Lasser-Moryson weiter. Große Gegenstände würden immer wieder ihren Weg vor die Give-Box finden, daher wären auch bereits Zettel ausgehängt worden, die aber abgerissen wurden. „Die Kooperation mit dem EUV klappt aber wunderbar“, sagt Lasser-Moryson.

Die Box wird auch mal zum Entrümpeln gesperrt

Mittlerweile wurde auch ein Mülleimer neben der Give-Box aufgestellt. Dass es jedoch immer wieder Tage gebe, an denen die Give-Box vollgemüllt sei, streitet Lasser-Moryson nicht ab: „An manchen Tagen bekomme ich einen Schlag. In unserem Aufräumteam haben wir eine 87-jährige Dame, die räumt immer sehr akribisch auf, und wenn sie sich bei mir meldet, dann sperren wir die Box auch mal zum Entrümpeln.“

„Angriff“ auf die Give-Box auf Schwerin: Das ist dran an den fiesen Vorwürfen

Die Givebox auf Schwerin ist mitunter vermüllt, wird dann aber wieder aufgeräumt. © Abi Schlehenkamp

Zweimal sei dies bisher schon geschehen, über mehrere Wochen war die Box nicht zugänglich. Doch dann hätten sich direkt Leute bei ihr gemeldet, um ihre Mitarbeit anzumelden. „Das Projekt funktioniert gut und wird allerseits positiv angenommen“, betont Lasser-Moryson. Selbst ihre Mutter habe noch vor kurzem Geschirr dorthin gebracht.

Ein Gemeinschaftsprojekt für den Umweltschutz

„Im Sinne der Nachhaltigkeit appelliere ich, vernünftig mit der Box umzugehen und mit aufzuräumen. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt.“ Ein Projekt, dass, so Lasser-Moryson, allerseits präsent ist. „Es besteht sogar die Überlegung, den Standort mit einem Bücherschrank zu verstärken.“

Die aktuelle Debatte um den Klima- und Umweltschutz ist somit auch auf Schwerin ganz aktuell. Ein Schritt in die richtige Richtung ist das Umtauschen, und nicht das Wegwerfen alter Dinge. Und eins sei klar, so Lasser-Moryson: „Die Give-Box bleibt.“

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