Über 10.000 Impfungen wurden in Pflegeheimen im Kreis Recklinghausen inzwischen verabreicht. © picture alliance/dpa
Coronavirus

Gerüchte um Corona-Todesfälle nach Impfungen in Pflegeheimen

Gab es in Castrop-Rauxel Corona-Todesfälle in Pflegeheimen trotz bereits erfolgter Impfung? Dieses Gerücht kursiert in der Stadt. Wir haben beim Kreis Recklinghausen nachgefragt.

Gab es in einem Pflegeheim Todesfälle durch oder mit dem Coronavirus, obwohl die Bewohner schon mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer geimpft worden waren? Diese Frage geht gerüchteweise in Castrop-Rauxel um. In anderen Städten gab es solche Fälle. Auch im Dortmunder Westen erkrankten Bewohner nach erfolgter Impfung an Covid-19. Ein Mann starb.

Wie kann es zu solchen Fällen von Erkrankungen oder gar Todesfällen kommen, wenn doch eine 95-prozentige Immunisierung gegen Sars-CoV2 vorliegen soll, wie Studien zu diesem mRNA-Impfstoff ergeben haben?

Wir haken beim Kreis-Gesundheitsamt nach, das „Herrin der Zahlen“ ist und die Corona-Pandemie behördlicherseits vor Ort weitgehend managet. „Wir können diese von Ihnen erfragten Zahlen nach Erst- und Zweitimpfung nicht nennen“, antwortet Sprecherin Lena Heimers am Freitag.

So läuft das mit der Totenmeldung

Der Kreis bekomme eine Todesbescheinigung vom behandelnden Arzt, wenn ein Mensch stirbt. Daraus ist die Todesursache ersichtlich, aber nicht, ob die Person geimpft war oder nicht. Sprich: Für die Beantwortung unserer Frage habe der Kreis die Unterlagen nicht, heißt es.

Zwar wisse der Kreis, in welchen Heimen schon geimpft wurde, aber er wisse nicht, wer genau in dem Heim sich hat impfen lassen. Die Impfungen erfolgen freiwillig und werden auch zum Beispiel spontan nicht verabreicht, wenn Erkältungssymptome vorliegen.

Eine Erklärung für die Todesfälle trotz Impfung könnte laut Kreissprecherin Lena Heimers aber sein, dass der volle Impfschutz erst 14 Tage nach der Zweitimpfung gegeben sei. „Die Leute haben also nicht unbedingt schon den vollen Schutz zu dem Zeitpunkt, an dem sie sich angesteckt haben.“

Man nehme in jedem Fall alle Einrichtungen „gleich ernst“, sagt Heimers: „Alle müssen sich an die geltenden Bestimmungen halten, also die verpflichtenden Tests von Besuchern und die anderen Hygienekonzepte. Wir unterscheiden nicht danach, ob dort schon geimpft wurde oder nicht.“ Ein Grund sei, dass ja auch stets neue Personen aufgenommen würden, die möglicherweise keinen Impfschutz haben.

Egal, ob schon geimpft wurde oder nicht

„Wenn es zu einem Ausbruch kommt, dann ist unser Gesundheitsamt vor Ort. Dann machen wir Begehungen, treffen gemeinsam neue Maßnahmen, isolieren einzelne Bereiche“, so Heimers. Aber der die Vorgänge seien stets die gleichen, egal, ob dort schon geimpft wurde oder nicht.

Das Coronavirus tritt mit seinen Symptomen oft erst einige Tage nach Ansteckung auf. Dieser Zeitraum ist ebenso wie der Wirkzeitraum bis zur Immunisierung, den die Impfungen benötigen, tückisch. Es macht die Betrachtung im Moment noch schwierig und sorgt für Verunsicherung in Bezug auf die Wirksamkeit der Impfstoffe.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen in der Medienwelt der 2010er-Jahre.
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Tobias Weckenbrock

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