Geld verzockt: Gericht spricht Angeklagten frei

CASTROP-RAUXEL Verzockt! Rund 350 000 Euro sind futsch. In den Spielbanken von Dortmund und Duisburg auf den Kopf gehauen. Jetzt lebt der 58-Jährige von Hartz IV.

von Von Gabriele Regener

, 23.07.2008, 16:59 Uhr / Lesedauer: 1 min

Das erklärte der einst wohlhabende Mann am Dienstag schulterzuckend im Amtsgericht. Auf die Anklagebank hatte ihn die Strafanzeige seiner Ex-Frau gebracht, die die plötzliche Armut nicht glauben will. Denn durch die Spielsucht des geschiedenen Mannes blieben seit Januar 2007 die monatlichen Unterhaltszahlungen an die 56-Jährige aus. "Wir waren während unserer Ehe auch schon mal im Spielcasino, doch mehr als 2000 DM hat er nie riskiert. Der Verlust hatte ihn damals schon sehr geärgert", gab sie an. Und schob die Vermutung nach, dass er das Geld beiseite geschafft haben könnte.

Ex-Frau auf Unterhaltszahlungen angewiesen Dabei hatte sie nach der Trennung durchaus erkleckliche Summen kassiert. Aus der Auflösung eines Aktiendepots, dem Verkauf einer Eigentumswohnung - insgesamt 187 000 Euro. Trotzdem, so bekräftigte auch ihr Anwalt, der sie als Zeugenbeistand begleitete, sei sie auf die Unterhaltszahlungen angewiesen, denn ein Großteil der Gelder sei als Alterssicherung angelegt, von den Zinsen könne die Frau nicht leben.

Das sagte auch die Mutter aus, die ihre Tochter in ihre Wohnung aufgenommen hat. Auch sie kann nicht glauben, dass der ehemalige Schwiegersohn sein ganzes Geld verspielt hat, wollte er doch von dieser stolzen Summe, die aus dem Verkauf seines Anteils an einer Sozietät stammt, ein sorgenfreies Leben genießen.Freizeitaktivitäten weckten Argwohn

Ihren Argwohn schürten zudem die Freizeitaktivitäten des Ex-Mannes bzw. -Schwiegersohns. Segeln, Skifahren und Tennis wurde aufgelistet. Sportarten, die schon etwas mehr als Kleingeld erfordern. Doch hier konnte der Angeklagte Sponsoren anführen. Den Segelschein etwa hatte ihm der Schwager bezahlt, weil er einen sportlichen Mitsegler brauchte, den Skiurlaub hatte die neue Partnerin finanziert. Und die Sonnenbräune, die den Richter veranlasste, mal nachzuhaken, sei ein Resultat regelmäßigen Radfahrens.

Er konnte das Gericht mit einem Freispruch verlassen. Die Ex-Frau wurde aufgeklärt, dass sie die Pflicht habe, ihr Vermögen anzugreifen, um ihren Lebensunterhalt zu sichern.

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