Gefilmter Missbrauch eines Mädchens (11) aus Habinghorst: Warum dem Prozess das Aus drohte

dzLandgericht Bochum

Der Prozess um den gefilmten Missbrauch eines elfjährigen Mädchens aus Habinghorst ist wohl knapp an einem Aus vorbeigeschrammt. Hintergrund ist eine Entgleisung eines Schöffen.

Bochum/Castrop-Rauxel

, 06.09.2019, 19:16 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Missbrauchs-Prozess gegen einen Briefzusteller aus Datteln mit Opfern aus Castrop-Rauxel und Umgebung ist wohl nur knapp an einem „Prozess-Aus“ vorbeigeschrammt: Am Bochumer Landgericht stand ein Befangenheitsantrag gegen einen Schöffen im Raum – am Ende kam es aber doch anders.

Diese Worte soll ein Schöffe gesagt haben

Der Laienrichter soll sich einem der Opferanwälte gegenüber abfällig über den Angeklagten ausgelassen haben. „Schon nach den ersten 30 Sekunden war mir klar, dass der lügt.“ So oder so ähnlich soll sich der Schöffe geäußert haben.

Dass mit diesem Spruch, so er denn in dieser Form gefallen ist, gegen eine der absoluten Verpflichtungen eines Schöffen, unparteiisch zu sein, verstoßen worden ist, dürfte unzweifelhaft sein. Trotzdem blieb die mutmaßliche Entgleisung vorerst folgenlos.

Angeklagter verzichtete auf Befangenheitsantrag

Denn der Angeklagte verzichtete auf einen Befangenheitsantrag, sprich auf die Ablösung des Betroffenen. Wie es hieß, wollte der weitgehend geständige Briefzusteller mit Blick auf die Opfer partout vermeiden, dass der Prozess noch einmal von vorne verhandelt werden muss.

Der 54-Jährige soll in Serie Kinder bei Übernachtungsbesuchen mit schweren Beruhigungsmitteln betäubt, missbraucht und gefilmt haben. Die Eltern eines missbrauchten Mädchens aus Habinghorst hatten die Ermittlungen in Gang gesetzt, nachdem die Tochter von einem Besuch benebelt zurückgekehrt war.

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