Das waren noch Zeiten, denkt manch ein Anwohner heute: der Habinghorster Markt als große Freifläche mitten im Viertel. Damals, als klar war, dass hier ein Pflegeheim und Seniorenwohnungen entstehen, befürchtete manch einer schon die Parkraum-Probleme, die man heute offenbar hat. © Tobias Weckenbrock
Habinghorster Markt

Gammel-Autos, Straße in Gammel-Zustand – Bewohner wollen jetzt gehört werden

Einigen Habinghorstern reicht es: Schlaglöcher, Neubauten, Moschee-Pläne – und dann noch Gammel-Autos am Straßenrand. Sie fragen sich: Wo sollen wir parken? Aber mehr noch: Warum hört uns keiner?

Sie fühlen sich nicht mehr ernst genommen. Darum haben sie jetzt den Bürgermeister in ihr Viertel eingeladen: Die Querstraße und vor allem der Habinghorster Markt sind stellenweise schlimme Buckelpisten. Freie und unbegrenzt nutzbare Parkplätze sind durch Neubauten rar geworden, unter anderem durch die Seniorenwohnungen auf dem einstigen Marktplatz.

Und nun soll die leerstehende Kirche noch eine Moschee werden? Probleme und Sorgen in Summe, wenn man so manchen Bewohner dieses Habinghorster Wohnviertels fragt. Und dann kommt noch diese Schande mit arglos abgestellten Gammel-Autos dazu…

Andrea Netz ist genervt von alledem. Sie will das nicht mehr dulden und hat sich mit Nachbarn zusammengetan: Sie wollen sich mit Bürgermeister Rajko Kravanja die Situation vor Ort ansehen. Vor allem wollen sie gehört und ernst genommen werden.

Nachdem wir in den vergangenen Tagen über das Viertel berichtet hatten, über die Moschee-Pläne der Ickerner Ditib-Gemeinde oder über die miesen Straßenverhältnisse, melden sich weitere Bewohner.

Zweifel gab es schon 2015

So wie Norbert Brandenburg. Er schickte uns ein Foto von einer riesigen Pfütze vor seiner Wohnung, weil die Straße voller Löcher ist. Und hat einen Zeitungsbericht beigelegt: Schon im Jahr 2015 äußerten Anwohner Zweifel, dass es hier künftig noch genügend Parkraum gebe.

Eine riesige Pfütze: In regnerischen Wochen gehört das hier zum Standard. Immerhin: 2022 soll die Straße Habinghorster Markt saniert werden.
Eine riesige Pfütze: In regnerischen Wochen gehört das hier zum Standard. Immerhin: 2022 soll die Straße Habinghorster Markt saniert werden. © Brandenburg © Brandenburg

Denn damals stand fest, dass die Firma Oikos den Marktplatz bebauen wollte. Einen Platz, der nicht wegen seines ausgedehnten Wochenmarktes (er hatte bis zu seinem Ende hier nur noch wenige Buden) besonders beliebt war, sondern weil er auch Freiraum und Parkraum bedeutete. „Wir werden niemandem, der jetzt dort wohnt, einen Parkplatz wegnehmen“, versicherte Bauherr Konstantinos Boulbos 2015 in einem Ausschuss für Stadtteilentwicklung.

Das stellte einer der Anwohner schon damals infrage, indem er erklärte, dass viele Bewohner der umliegenden Häuser mit Innenhöfen und Garagen trotz allem den Marktplatz als Parkfläche nutzten. Jetzt sind die Stellflächen rund um die beiden Häuser für betreutes Senioren-Wohnen nur begrenzt nutzbar und werden von einem Parkraum-Überwachungsdienst kontrolliert.

Kümmert sich niemand um die Sorgen?

Für einige Anwohner wirkt das so, als kümmerte sich niemand um ihre Sorgen: Die Moschee-Pläne waren erst im Gerüchte-Stadium. „Will man uns hier etwas verheimlichen und erst hinter den Kulissen Tatsachen schaffen?“, lautete eine Vermutung. Dazu die ausbleibende Sanierung des Straßenbelags. Und dann noch das: Seit Monaten stehen ein paar Autos ohne Kennzeichen und zeitweise dazu noch große klapprige Lieferwagen mit ausländischen Schildern am Straßenrand. Sie nehmen Anwohnern Parkraum weg.

Eine ungute Melange, in die nun aber Schritt für Schritt Klarheit kommt: Die Moschee-Gemeinde machte ihre Ideen nun öffentlich und erklärte, dass man hohe Hürden vor einer Realisierung des Umzugs sehe. Unter anderem geht es um: Parkplätze.

Dann rückte vergangene Woche ein Trupp an, um Vorarbeiten zu leisten: 2022 soll der Habinghorster Markt saniert werden, die holprigste Straße der Stadt.

Das waren noch Zeiten, denkt manch ein Anwohner heute: der Habinghorster Markt als große Freifläche mitten im Viertel. Damals, als klar war, dass hier ein Pflegeheim und Seniorenwohnungen entstehen, befürchtete manch einer schon die Parkraum-Probleme, die man heute offenbar hat.
Das waren noch Zeiten, denkt manch ein Anwohner heute: der Habinghorster Markt als große Freifläche mitten im Viertel. Damals, als klar war, dass hier ein Pflegeheim und Seniorenwohnungen entstehen, befürchtete manch einer schon die Parkraum-Probleme, die man heute offenbar hat. © (A) Fritsch © (A) Fritsch

Wie reagiert die Stadt auf die Gammel-Autos?

Und was ist mit Autos ohne Zulassung? Die dürfen da nicht stehen. Stadtsprecherin Nicole Fulgenzi versichert auf Anfrage unserer Redaktion: „Die Kollegen und Kolleginnen sind die Tage dort im Einsatz.“ Um dann auf die komplexen Abläufe hinzuweisen: Erst wird der Halter durch einen Hinweis am Auto aufgefordert, es zu entfernen. Geschieht das nicht, wird er ermittelt und schriftlich noch einmal aufgefordert. Fulgenzi: „Die Verwaltung ist verpflichtet, das mildeste Mittel anzuwenden und dem Verursacher die Möglichkeit zu geben, sich zu dem Fall zu äußern. Dabei sind Fristen einzuhalten.“

Bleibt es bei diesem Zustand, wird das Entfernen des Fahrzeuges angeordnet. Nach einer neuen Frist kann ein Festsetzungsbescheid erlassen werden. Erst dann rollt ein Abschleppunternehmen auf Kosten des Halters an.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen in der Medienwelt der 2010er-Jahre.
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Tobias Weckenbrock

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