Sonja Schink und ihre Mitarbeiterin Tanja Solasse kümmern sich um das Wohl ihrer vierbeinigen Kunden. © Salon Pfötchen
Arbeit im Lockdown

Friseurin Sonja Schink schneidet trotz Lockdown Haare – ganz legal

Trotz des Corona-Lockdowns schneidet Sonja Schink ihren „Kunden“ weiter die Haare. Neukunden kann sie aber nicht mehr annehmen. Die Geschäfte laufen zu gut.

Haare waschen, schneiden, föhnen: Den Traum nach einer neuen Frisur kann Sonja Schink ihren Kunden trotz der Lockdown-Verlängerung weiterhin erfüllen. Das ist aber nicht längst nicht alles, was die Castrop-Rauxelerin für ihre Kunden tut: „Ich stutze auch die Krallen, schaue in die Ohren, wasche sie und reinige die Analdrüsen“, erklärt die 43-jährige.

Denn Sonja Schink ist Tierfriseurin und kümmert sich darum, dass wenigstens die Vierbeiner während des Lockdowns vorzeigbar sind. „Die meisten meiner Kunden sind Hundehalter. Manche bringen aber auch Katzen vorbei und Meerschweinchen hatten wir auch schon mal“, erzählt sie.

Sabine Schink kann keine Neukunden mehr aufnehmen

Und die Nachfrage ist gerade jetzt enorm. „Ich kann in nächster Zeit überhaupt keine Neukunden mehr aufnehmen“, meint die Besitzerin von einem von insgesamt vier Tiersalons in Castrop-Rauxel. „Meine Terminbücher sind voll. Denn im Gegensatz zu ihren Berufskollegen für Zweibeiner darf Schink laut Corona-Schutzverordnung weiterhin ihren Salon „Pfötchen“ betreiben. Ob da der ein oder andere Halter dem eigenen Hund ersatzweise gerade das gönnt, worauf er sehnsüchtig wartet?

Drei Pflegetipps von der Expertin:

  • Häufig und lange bürsten: Gerade das Fell von Langhaarhunden kann schnell verdrecken und dann verfilzen. Für ein gepflegtes und gesundes Fell des Vierbeiners sollte man daher häufig zur Bürste greifen.
  • Lieber den Experten machen lassen: Wenn man beim Schneiden der Krallen unsicher ist, sollte man das lieber einen Experten machen lassen. Das Tier spürt die eigene Unsicherheit und wird selbst nervös. Die Situation ist das für Mensch und Tier bloßer Stress.
  • Einen Blick ins Maul wagen: Ein regelmäßiger Blick ins Maul des Tieres kann Tierarztbesuchen vorbeugen. Zahnbelag, der sich zu Entzündungen umwandeln kann, ist so frühzeitig erkennbar und kann mithilfe von Kauknochen entgegengeholfen.

„Eher nicht“, meint Schink. „Viele haben jedoch jetzt mehr Zeit und verbringen sie intensiver mit der Pflege ihrer Tiere.“ Dazu gehöre auch ihr Angebot. „Wir bieten kein Wellness für ihre Tiere an. Die Aufgaben eines Tierfriseurs dienen vor allem der Vorsorge“, sagt die 43-Jährige.

Für das Wohl ihrer kleinen Lieblinge nehmen die Halter dann auch gerne etwas Geld in die Hand. Zwar unterscheiden sich die Preise von Salon zu Salon, im Durchschnitt beginnt ein Schnitt mit Bad bei 40 Euro, je nach Arbeitsaufwand und Größe des Tieres kann aber auch schnell das Doppelte des Preises anfallen. Ähnlich sieht es bei anderen Dienstleistungen wie dem Entfilzen oder dem Krallenschneiden aus.


Tierfriseure dienen der Gesundheitsvorbeuge

Wenn etwa das Fell einer Katze zu sehr verfilzt, müsse das hinterher beim Tierarzt abrasiert werden – unter Narkose und verbunden mit viel Stress für das Tier. „Viele Halter haben beim Krallenschneiden Angst, ihr Tier zu verletzen. Oder bekommen ihr Tier beim Waschen nicht in den Griff“, meint Schink.

Tierfriseure in Castrop-Rauxel

Insgesamt sind vier Tierfriseure in den Gelben Seiten für die Europastadt gelistet:

  • der Salon Pfötchen von Sonja Schink, Recklinghauser Str. 39, Mo.-Fr. 9-14 Uhr. Tel. 02305 545928
  • der Black and White Hundesalon Castrop-Rauxel, Lange Str. 52, Mo.-Fr. 10-18 Uhr, Tel. 02305 77912
  • der Hundesalon Grooming Palace, Ginsterweg 29b, Mo. 12-16 Uhr, Di.-Fr. 9-16 Uhr, Sa. 9-13 Uhr, Tel. 02305 6995060
  • die Grooming Box,Christinenstr. 4, Mo.-Fr. 9-18 Uhr, Tel. 02305 13117

Im schlimmsten Fall könne man sonst die Gesundheit seines Tieres gefährden. Dementsprechend kann sie auch die Kritik nicht verstehen, dass sie weiter öffnen darf, während normale Friseure weiterhin geschlossen sind.

Kaum Infektionsrisiko für Kunden

Zumal das Infektionsrisiko in ihrem Betrieb für Schink selbst und ihre Kunden so minimal wie möglich ist. „Wir holen die Tiere an der Haustür ab, und sie werden nach der Behandlung auch wieder vor der Tür abgeholt. Selbstverständlich alles Maske“, erklärt die Tierfriseurin. Die Salonräume würden die Halter dabei selbst nie betreten.

Eine Situation, die auch für die 43-Jährige nicht ganz einfach ist. Seit 13 Jahren führt sie ihren Salon und hat sich eine Stammkundschaft aufgebaut. „manche blieben auch mal gerne zu einem Pläuschchen während der Behandlung des Tieres da. Da hat man sich dann über Gott und die Welt unterhalten, wie bei einem normalen Friseurbesuch eben auch“, meint Schink.

Natürlich muss nachher auch geföhnt werden.
Natürlich muss nachher auch geföhnt werden. © Salon Pfötchen © Salon Pfötchen

Kunden müssen im Auto warten

Diese soziale Komponente fällt jetzt komplett weg, was sie besonders für ihre Kunden schmerzt: „Wenn ich sehe, wie manche Kunden jetzt im Auto warten müssen, ist das schon schwer“, meint die Tierfriseurin.

Was Sonja Schink jedoch besonders am Herzen liegt, ist das Wohl der Tiere. Deshalb hat sie auch weiter für Kunden geöffnet und versucht jeden Wunsch zu erfüllen. Nur auf die Idee, bei der Tierfriseurin nach einem Haarschnitt zu fragen, sei zum Glück noch keiner ihrer Kunden gekommen. „So verzweifelt ist dann doch keiner“, sagt Sonja Schink und lacht.

Über den Autor
Volontär
Geboren in Dorsten, nach kurzem studienbedingten Besuch im Rheinland jetzt wieder in der Region. Hat Literatur- und Theaterwissenschaften studiert, findet aber, dass sich die wirklich interessanten Geschichten auf der Straße und nicht zwischen zwei Buchdeckeln finden lassen.
Zur Autorenseite
Kevin Kallenbach

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.