CDU-Ratsherr Michael Fritsch nutzt den Lockdown, um seine Haare einfach wachsen zu lassen. Idealerweise könnte er demnächst wieder so aussehen, wie hier auf einem Bild aus dem Jahre 1974. © Michael Fritsch
Friseure im Lockdown

Friseure geschlossen: Das machen Castrop-Rauxeler Promis mit ihren Haaren

Friseursalons sind im Lockdown geschlossen. Das stellt auch Castrop-Rauxeler Politiker vor Probleme. Und zwar durchaus nicht nur vor rein optische.

Vorerst bis zum 14. Februar wird der Corona-Lockdown noch dauern. Und so lange dürfen auch in Castrop-Rauxel Friseursalons nicht öffnen. Was also tun, wenn man einen neuen Haarschnitt braucht, aber nicht zum Friseur kann? Die Redaktion hat bei Politikern aus dem Castrop-Rauxeler Stadtrat nachgefragt, wie sie mit der Situation umgehen. Die Antworten verblüffen mitunter.

In der Familie von SPD-Ratsherr Daniel Djan ist das Thema Haarpracht und Friseure im Lockdown derzeit ein großes, wie er erzählt. „Ich selbst habe da recht voraussehend noch kurzfristig einen Termin im Dezember beim Friseur gehabt. Da habe ich Glück gehabt“, erzählt Djan.

SPD-Ratsherr und Pressesprecher Daniel Djan ist mit seiner Frisur noch zufrieden.
SPD-Ratsherr und Pressesprecher Daniel Djan ist mit seiner Frisur noch zufrieden. © Daniel Djan © Daniel Djan

Anders habe es bei seinem Stiefvater ausgesehen, der nicht mehr rechtzeitig vor dem Lockdown einen Friseurbesuch hinbekommen habe. In der Familie sei schon der Spitzname „Papa Schlumpf“ wegen der wallenden weißen Mähne vorgeschlagen worden.

Doch das Problem des fehlenden Haarschnitts sei nicht nur lustig, sondern sorge aktuell für ein spezielles Problem: „Mein Stiefvater braucht einen neuen Personalausweis. Und das Foto, das er jetzt von sich mit langen Haaren gemacht hat, entspricht keinesfalls dem aus dem alten Ausweis“, erklärt Daniel Djan. Daher mache sich der Stiefvater Sorgen, man könnte sein neues Passfoto ablehnen.

Beim FDP-Mann hilft die Partnerin aus

FDP-Mann Nils Bettinger lässt nicht nur Wasser und Seife, sondern auch seine bessere Hälfte an sein Haupthaar.

FDP-Ratsherr Nils Bettinger bekommt beim Haareschneiden Unterstützung von seiner Partnerin.
FDP-Ratsherr Nils Bettinger bekommt beim Haareschneiden Unterstützung von seiner Partnerin. © Nils Bettinger © Nils Bettinger

„Wer mich kennt, weiß, dass ich normalerweise einen GI, also eine Kurzhaarfrisur, trage. Natürlich greife ich auch selbst zur Haarschneidemaschine, aber wenn es wirklich gut werden soll, dann lasse ich meine Partnerin mir die Haare kürzen“, erzählt Bettinger. Erst am vergangenen Freitag sei es wieder einmal so weit gewesen, dass der FDP-Ratsherr seine Freundin ans Haar rangelassen habe.

Fritsch lässt wachsen

Nicht zum Friseur zu können, weil die im Lockdown die Salons geschlossen halten müssen, findet CDU-Ratsherr Michael Fritsch hingegen gar nicht einmal so schlecht.

Ein paar Zentimeter fehlen Michael Fritsch noch, um auf die Länge von 1974 zu kommen, © Tobias Weckenbrock © Tobias Weckenbrock

„Anstatt selbst Hand anzulegen, lasse ich die Haare jetzt eben lang wachsen. Das weckt schöne Erinnerungen an die Jugend, da hatte ich zumeist lange Haare, sagt Fritsch. Einzig seinen Bart stutzt er ab und an selbst. Dafür habe ich einen Barttrimmer und der kommt zum Einsatz, damit immer ordentlich auf 1,2 Millimeter gestutzt werden kann“, erzählt der Christdemokrat.

Bürgermeister Rajko Kravanja hat kein Problem, seine Haarpracht während des Lockdowns in Form zu bringen. „Schließlich ist meine Mutter Friseurmeisterin, sie schneidet mir deshalb seit frühester Kindheit schon die Haare“, erklärt der Chef der Stadtverwaltung. Mit der FFP2-Maske auf dem Gesicht nehme er daher regelmäßig auf Muttis Frisierstuhl im gut durchgelüfteten Raum Platz.

Bürgermeister Rajko Kravanja hat Glück: Seine Mutter ist Friseurin und kann ihrem Sohn deshalb privat die Haare schneiden.
Bürgermeister Rajko Kravanja hat Glück: Seine Mutter ist Friseurin und kann ihrem Sohn deshalb privat die Haare schneiden. © Rajko Kravanja © Rajko Kravanja
Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Fabian Paffendorf, Jahrgang 1978, kam 2003 zum Journalismus. Ursprünglich als Berichterstatter im Bereich Film und Fernsehen unterwegs, drehte er kleinere Dokumentationen und Making-Of-Berichte für DVD-Firmen. In diesem Zusammenhang erschienen seine Kritiken, Interviews und Berichte in verschiedenen Fachmagazinen und bei Online-Filmseiten. Seit 2004 ist der gebürtige Sauerländer im Lokaljournalismus unterwegs. Für die Ruhr Nachrichten schreibt er seit Herbst 2013.
Zur Autorenseite
Avatar

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.