Freiluft-Filmerlebnis: Die Stadt als Kinostar

Ab in die Mitte

CASTROP Das hat Appetit auf mehr gemacht! Auf mehr Film-Vorführungen Open Air unter blau angestrahlten Platanen auf dem ASG-Schulhof.

von Von Ilse-Marie Schlehenkamp

, 23.08.2009, 18:28 Uhr / Lesedauer: 1 min
Film ab für unsere Stadt: Der Hauptdarsteller gefiel sichtlich allen.

Film ab für unsere Stadt: Der Hauptdarsteller gefiel sichtlich allen.

Und an die 300 Zuschauer ließen sich bei „Cinema Paradiso Castorpe“ entführen in 70 Jahre Geschichte unserer Stadt und auf Wohlfühl-Inseln der eigenen Erinnerungen. Dank der drei Filmchen aus der Historie, die Stadtentwickler Martin Oldengott als Moderator mit allerhand Informationen anreicherte. Der UFA-Wochenschaufilm von 1939: Über Stock und Stein ging‘s auf der Rennbahn, im Publikum trug man Hut und war auch sonst ganz adrett. Im Juni 1970 erst, erzählt Oldengott, zog die Stadt die Reißleine, weil Fußball und Fernsehen den Pferderennen den Rang abgelaufen hatten und statt 30 000 Zuschauer nur noch 421 Eintritt zahlten.

Der zweite Film von 1956, die „Grüne Insel im schwarzen Revier“, drehte sich um die dank der Kohle prosperierende Europastadt. Der dritte, die Feuerwehrübung im Dorf Rauxel von 1965, sorgte ebenso für Aha-Effekte unter den Zuschauern wie die Bunkersprengung 1975, die der Schweriner Amateurfilmer Franz-Josef Rody eindrucksvoll festgehalten hatte. Köstlich die vier Kinder, die am Ende mitten in den Trümmern Kasachok tanzten. Und ganz kurz flimmerte die Hommage von Rody an Schwerin auf. Jenes Straßenschild „Herzlich willkommen im Luftkurort Schwerin“. Schön in bunt gab‘s den Film „Europastadt Castrop-Rauxel – Die attraktive Alternative“, vom Presseamt 1985 als Werbebotschaft auf englisch in Szene gesetzt.

Den Brückenschlag in die Gegenwart bildete der neue Stadtfilm von Christopher Sternemann mit der Botschaft, dass es sich in Castrop-Rauxel einfach gut leben lässt – in jeder Beziehung. Vielleicht lehnen wir uns ja in 30 Jahren zurück und schmunzeln über den Image-Streifen, der an manchen Stellen einfach nur ein bisschen dick aufträgt.

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