Fred Ape hat im Parkbad Süd vorgelegt, Seven Cent zieht nach

dzSommerbühne Parkbad Süd

Am Freitagabend besang der Liedermacher Fred Ape in der grünen Oase des Parkbad Süd unter anderem die „Risikogruppe“. Das weitere Wochenende gehört Seven Cent und dem Kunsthandwerk-Markt.

Castrop-Rauxel

, 01.08.2020, 14:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Um diese Location im Grünen darf man Castrop-Rauxel beneiden: Das Parkbad Süd zeigt sich in diesen Tagen als lauschige Oase, in der man wunderbar durchatmet und die schönste Zeit des Jahres genießt.

Umso mehr, wenn nicht nur Kulinarisches im Biergarten wartet, sondern im früheren Schwimmbecken nebenan auch Kultur-Happen. Liedermacher Fred Ape spielte dort am Freitag, den Rockern von Seven Cent gehört der Samstag (Beginn 18 Uhr, VVK 15 Euro), tags darauf steigt ein Markt für Kunsthandwerk (11-19 Uhr, Eintritt frei).

Liedermacher-Urgestein

Ja, ein paar Besucher mehr hätten es schon sein dürfen am Freitag, als die Kapazitäten von Küche und Biergarten nicht wirklich abgerufen wurden.

Wer kam, hatte allerdings einen netten Abend mit Dortmunds Liedermacher-Urgestein Fred Ape, der vor 50 Leuten im weitflächig bestuhlten Schwimmbecken auftrat.

Fred Apes Zuhörer saßen am Freitag an großflächig postierten Tischen im Becken des Parkbads.

Fred Apes Zuhörer saßen am Freitag an großflächig postierten Tischen im Becken des Parkbads. © Kai-Uwe Brinkmann

Wer Ape kennt, der weiß, was ihn umtreibt: Er ist ein Bänkelsänger im Namen der Menschlichkeit, einer der gegen Rassismus, Intoleranz, geistige Bequemlichkeit ansingt und seine Botschaft mit Herz und Schalk überbringt.

Aus dem Leben geschöpft

Der Mann schöpft aus dem Leben, aus allem, was er sieht und erlebt. Das zieht seinen Liedern ihre Erdung ein, verhindert, dass Ape in Richtung Kanzelprediger oder wolkiger Poet abhebt.

Dieser Streiter mit Gitarre sucht die Ansprache von Mensch zu Mensch, auch in Castrop-Rauxel, wo Fred Ape unter den Zuhörern nach der langjährigsten Beziehung fischt: „Peter und Brigitte sind über 50 Jahre zusammen? Das werde ich kaum schaffen.“

Zum Thema Corona

Seinen Song über die ewig jungen Alten („mit 90 zum Iron Man, mit 100 den Vaterschaftstest“) widmet er dem 70-jährigen Herbert, der mit seiner Frau im Publikum sitzt.

Natürlich hat der Lebens-Chronist Ape sich auch mit Corona befasst. Auf seiner neuen CD, die im Herbst erscheint, findet sich Ernstes wie Heiteres dazu, manchmal beides in einem Atem.

Die Sommerbühne steht im Schwimmbecken und dieses mitten im Grünen.

Die Sommerbühne steht im Schwimmbecken und dieses mitten im Grünen. © Kai-Uwe Brinkmann

Lied von der Risikogruppe

Als humoriges Juwel zwischen Jux und satirischem Biss entpuppt sich das Lied von der Risikogruppe – mit Reim auf „Wir sind eine riesige Truppe“: „Wir müssen hinter Scheiben winken, müssen uns allein betrinken.“

Das Corona-bedingte Gastronomie-Sterben gießt Ape in die Form einer Udo Jürgens-Coverversion: „Die kleine Kneipe in unserer Straße: Aus ihrem Zapfhahn fließt nie wieder Bier.“

Zum Finale Hannes Wader

Mit „Ich will meine Stadt nicht braun“ spielt Ape einen seinen jüngeren Klassiker, er beendet den Abend mit Hannes Waders „Heute hier, morgen dort“. Viel Beifall.

Mit ihrer „Sommerbühne“ ist den Kulturmachern vom „Forum Castrop-Rauxel“ und dem Parkbad Süd ein schönes Angebot gelungen - Ferien „dahoam“.

Vormerken: Im August kommen Jochen Malmsheimer (27.8.), Frank Goosen (20.8.) und Anka Zink (13.8.) nach Castrop-Rauxel.

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