Fiebermessen in einigen Castrop-Rauxeler Kitas nach der Corona-Pause

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Am 8. Juni geht der Regelbetrieb in den Kindertagesstätten in Castrop-Rauxel wieder los. Aber was gilt? Was müssen Eltern jetzt wissen? Wir fassen die wichtigsten Fakten zusammen.

Castrop-Rauxel

, 05.06.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Kindertagesstätten und Tageseltern dürfen in NRW am Montag (8. Juni) wieder in den Regelbetrieb zurückkehren – allerdings in einen eingeschränkten. Bislang war etwas unklar, wie das genau ablaufen wird.

Klar ist: Die laut Homepage der Stadt rund 2000 Betreuungsplätze in den 38 Einrichtungen in Castrop-Rauxel werden allesamt wieder zur Verfügung gestellt. Das heißt, dass alle Kinder ab Montag in die Einrichtungen gebracht werden können. Doch es gelten Sonderregeln. Die vielleicht wichtigste betrifft das Stundenkontingent: Es wird bei allen Kindern reduziert.

Ein Überblick der wichtigsten Infektionsschutz-Maßnahmen und neuen Regelungen, gültig bis zum 31. August 2020:

  • Grundsätzlich sind Eltern angehalten, bei Krankheitssymptomen das Kind nicht in die Kita zu geben. Sie müssen dort am ersten Betreuungstag ihres Kindes eine Eigenerklärung zum Gesundheitszustand abgeben.
  • In den sechs städtischen Kitas wird bei den Kindern täglich die Temperatur gemessen, wenn sie morgens gebracht werden, um Fieber festzustellen beziehungsweise auszuschließen.

    Dies diene ausschließlich zur Vermeidung „der Auslösung von Infektionsketten zum Wohle der Kinder“ sowie deren Familien und der Mitarbeiter, begründet Claudia Wimber als Vertreterin der Stadtverwaltung das in einem Rundschreiben und geht darin auf Unsicherheiten und Fragen ein, die kursieren würden.

    „Würde ein Erziehungsberechtigter diese nichtinvasive Maßnahme der Pandemieprävention ablehnen, so würde durch das (unnötige) Infektionsrisiko für die anderen Kinder deren Recht auf körperliche Unversehrtheit möglicherweise eingeschränkt werden“, heißt es. „Ich bitte Sie um Verständnis für diese Maßnahme des täglichen Fiebermessens.“
    „Ich bin mir bewusst, dass auch der eingeschränkte Regelbetrieb mit erheblichen Einschränkungen für Sie verbunden ist.“
    Claudia Wimber von der Stadtverwaltung, Abteilungsleiterin Kinder- und Jugendförderung

    Claudia Wimber von der Stadtverwaltung, Abteilungsleiterin Kinder- und Jugendförderung © Tobias Weckenbrock

  • Es gilt ein Betreuungsumfang von 10 Stunden weniger als dem eigentlich gebuchten Kontingent. Das heißt: Kinder, die eigentlich für 35 Stunden angemeldet sind, werden ab dem 8. Juni bis zu den Sommerferien 25 Stunden betreut. 45-Stunden-Kinder können nicht wie gehabt bis zum späten Nachmittag bleiben, sondern müssen mit ihren nun 35 Stunden im Großteil der Einrichtungen bis 14 Uhr abgeholt werden.
    Die verschiedenen Träger haben dazu jeweils eigene Regeln, die sich an den Grundregeln orientieren, und teilen sie noch vor dem Start den Eltern mit. Die Landesregierung will damit auf einen möglicherweise verringerten Personalstand der Kitas eingehen: Einige Erzieher können sich, allerdings nur ärztlich verordnet, zu Risikopersonen erklären. Sie müssten dann nicht arbeiten.
  • Das Betretungsverbot ist aufgehoben, doch gelten in jeder Einrichtung beim Bringen und Abholen der Kinder besondere Vorkehrungen: Wer die Kita betritt, muss Mund-Nase-Maske tragen. Kita-Kinder brauchen keine Masken. Jede Kita musste nun für jede Gruppe einen eigenen Zu-/Ausgang schaffen.
  • Kinder bleiben in ihren Gruppenverbänden. Offene Aktions-Angebote entfallen. Auch beim Aufenthalt auf den Spielplätzen der Einrichtungen werden gesondert Bereiche für die einzelnen Gruppen ausgewiesen. So soll das Risiko eines Infektionsausbruchs, sollte es dazu kommen, auf eine möglichst kleine Gruppe an Kindern und Erzieherin beschränkt werden.
  • Die bis Ende dieser Woche gültigen Notbetreuungs-Regelungen gelten ab Montag, 8. Juni, nicht mehr.

Claudia Wimber von der Stadtverwaltung Castrop-Rauxel schreibt als Vertreterin des Trägers der sechs städtischen Kitas in einem Brief an die Eltern: „Ich bin mir bewusst, dass auch der eingeschränkte Regelbetrieb mit erheblichen Einschränkungen für Sie verbunden ist. Hier bedanke ich mich für Ihr Verständnis und für Ihre engagierte Mithilfe und Unterstützung.“ Und: „Unser pädagogisches Personal wird alles dafür tun, dass sich Ihre Kinder in ihrer Kita wohlfühlen und Ihren Kindern eine schöne Kitazeit zu ermöglichen.“

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