Seit dem 22. Januar sollen auch während Gottesdiensten medizinische Masken getragen werden. © Stephan Schuetze
Präsenzgottesdienste

FFP2-Masken in Gottesdiensten: Für Castroper Pastor „ein Kann, kein Muss“

Auch in Gottesdiensten müssen laut Corona-Schutzverordnung jetzt medizinische Masken getragen werden. Im Pastoralverbund Castrop-Rauxel-Süd hat man wegen der Anordnung Bauchschmerzen.

Seit dem 25. Januar müssen im öffentlichen Nahverkehr und in Supermärkten ein medizinischer Mundschutz wie FFP2- oder OP-Masken getragen werden. Weiterhin steigende Infektionszahlen machen die Maßnahme laut Bund und Ländern nötig.

Pastor Winfried Grohsmann vom Pastoralverbund Castrop-Rauxel-Süd
Pastor Winfried Grohsmann vom Pastoralverbund Castrop-Rauxel-Süd © Michael Fritsch (Archivbild) © Michael Fritsch (Archivbild)

Während bei vorherigen Verordnungen die Verantwortung für Gottesdienste größtenteils in die Hände der Kirchen gelegt wurden, hat sich diesmal die Landesregierung deutlicher geäußert: „Auch bei Gottesdiensten in Kirchen (…) sind statt Alltagsmasken nun medizinische Masken zu tragen“, heißt es in der aktuellen Corona-Schutzverordnung.

Erzbistum empfiehlt dringend zu FFP2-Masken

Dementsprechend rät auch das Erzbistum Paderborn – das für große Teile Castrop-Rauxels zuständig ist – seinen Gemeinden dringend dazu, den jeweiligen Gemeindemitgliedern zum Tragen von medizinischen Masken während der Präsenzgottesdienste zu raten. „Natürlich halten wir uns an die Vorgaben des Landes NRW“, meint Benjamin Krysmann, Pressesprecher des Erzbistums.

Auch Pastor Winfried Grohsmann, Vorstand des Pastoralverbands Castrop-Süd, unterstützt die Vorgaben des Erzbistums. „Wir laden unsere Gemeindemitglieder selbstverständlich dazu ein, mit FFP2-Masken an den Heiligen Messen teilzunehmen“, meint er.

Tatsächliche Kontrolle sei schwer

Doch habe der Pastor Bedenken, was die tatsächliche Kontrolle angeht. Zwar schlägt Krysmann vor, wie bisher Ordnungsdienste an den Eingängen zur Kirche einzusetzen. Ob das den gewünschten Effekt erzielt, bezweifelt Grohsmann: „Wie soll ein ehrenamtlicher Ordnungsdienst kontrollieren, wie lange jemand seine medizinische Maske getragen hat? Schließlich nimmt die Wirkung der Masken nach einer gewissen Zeitspanne ab.“

Generell halte der Vorstand des Pastoralverbands Castrop-Süd nichts von einer Verpflichtung. „Wenn so was beschlossen wird, wäre es auch gut, wenn man etwa mit Maskenspenden alle Gemeindemitglieder unterstützt.“ Andernfalls werde eine soziale Schere genau an dem Ort entstehen, an dem es sowas nicht geben dürfte.

Ohne Maske vor Kirchentür abgewiesen

„Deshalb vertrete ich die Auffassung eines Kann, keinem Muss bei der Frage“, sagt Grohsmann. Er könne sich nur schwer vorstellen, Gemeindemitglieder ohne die korrekte Maske einfach an der Kirchentür abzuweisen. Das sei nicht seine Auffassung vom Christentum.

„Zumal die meisten der Mitglieder, die tatsächlich noch zu den Präsenzgottesdiensten erscheinen, einer Klientel angehören, die ohnehin gut auf den Infektionsschutz achtet“, bemerkt Grohsmann. Dennoch würde der Vorstand es Pastoralverbunds Castrop-Süd es sehr begrüßen, am Sonntag die Teilnehmer an der Heiligen Messe mit den korrekten Masken im Gesicht begrüßen zu können.

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Geboren in Dorsten, nach kurzem studienbedingten Besuch im Rheinland jetzt wieder in der Region. Hat Literatur- und Theaterwissenschaften studiert, findet aber, dass sich die wirklich interessanten Geschichten auf der Straße und nicht zwischen zwei Buchdeckeln finden lassen.
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Kevin Kallenbach

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