Falscher Doktor Kai Schürholt zu höherer Geldstrafe verurteilt

CASTROP-RAUXEL Im Berufungsprozess um den falschen Doktortitel ist Kai Schürholt (Foto), gebürtiger Castrop-Rauxeler und früherer Oberbürgermeisterkandidat der CDU in Landau, jetzt zu einer höheren Geldstrafe verurteilt worden.

von dpa

, 07.07.2008, 17:23 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der 36-jährige Kai Schürholt.

Der 36-jährige Kai Schürholt.

Das Landauer Landgericht erhöhte die Geldstrafe für Schürholt auf 150 Tagessätze zu je 50 Euro. Im ersten Verfahren hatten die Richter ihn zu 90 Tagessätzen verurteilt.

Nach Angaben eines Gerichtssprechers wäre Schürholt mit 150 Tagessätzen vorbestraft, weil eine Geldstrafe dieser Größenordnung – anders als bei 90 Tagessätzen – im Führungszeugnis vermerkt werde.

Schürholt, der 1991 am Ernst-Barlach-Gymnasium Abitur gemacht hatte, hatte sich im Oberbürgermeister-Wahlkampf 2007 mit einem Doktortitel geschmückt, der ihm nicht zustand. Als der Schwindel aufzufliegen drohte, erfand er eine Tumorerkrankung.

Staatsanwaltschaft forderte acht Monate Haft

Das Amtsgericht hatte ihn im Dezember 2007 wegen Titel-Missbrauchs zu einer Geldstrafe von 4500 Euro verurteilt. Die Staatsanwaltschaft ging gegen das Urteil in Berufung. Mit dem neuen Urteil entsprachen die Richter nur zum Teil der Forderung der Anklage. Diese hatte acht Monate Haft zur Bewährung sowie eine Geldbuße von 5000 Euro und 200 Stunden gemeinnütziger Arbeit gefordert. Gegen das neue Urteil ist Revision beim Oberlandesgericht Zweibrücken möglich.

Schürholt hatte zu Beginn des Prozesses erklärt, er sei zunächst bei Einladungen als Doktor bezeichnet worden und habe nicht rechtzeitig widersprochen. So habe sich eine Eigendynamik entwickelt. Mit der angeblichen Tumorerkrankung habe er sich aus dem Wahlkampf verabschieden wollen.  

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