Europafest fällt aus: Statt Bürgerfest gibt es nur kleinen Empfang

dzJubiläumsveranstaltung

Es sollte ein großes Fest auf dem Europaplatz in Castrop-Rauxel werden, doch nun ist klar: Das für den Juni geplante Europafest fällt aus. Dabei gab es zum Jubiläum große Pläne.

Castrop-Rauxel

, 20.04.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Jahr 2020 ist das Europajahr für Castrop-Rauxel. Und das sollte groß gefeiert werden mit einem Europafest am 7. Juni. Denn vor genau 70 Jahren ebnete Castrop-Rauxel mit einer Abstimmung für ein großes Europa den Weg zum Titel „Europastadt“. Doch die großen Feierlichkeiten, die man rund um Rathaus und Hallen aufziehen wollte, können nicht stattfinden.

Die Corona-Pandemie zwingt die Stadt Castrop-Rauxel zur Absage des Festes, da das Europafest als Großveranstaltung zählt, die bis zum 31. August bundesweit verboten sind.

Kleiner Festakt statt großes Bürgerfest

„Das ist wirklich sehr sehr schade“, so Bürgermeister Rajko Kravanja zum Aus für das große Fest. Eigentlich hatte man dazu Abordnungen aus allen Partnerstädten eingeladen, um die Partnerschaften mit neuem Leben zu erfüllen.

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Das ist jetzt leider alles Makulatur. „Wir werden nun, so sind die aktuellen Überlegungen, statt des großen Festes nur einen kleinen Festakt veranstalten“, erzählte Kravanja am Donnerstag bei seiner Facebook-Sprechstunde. Um den Partnerschafts-Gedanken nicht völlig den Bach herunter gehen zu lassen, wolle man den Festakt aber streamen und so alle Partnerstädte dann doch noch an der Feier des europäischen Gedankens teilhaben lassen.

Urabstimmung über ein vereintes Europa

Am 16. Juli 1950 gab es in Castrop-Rauxel eine Urabstimmung unter allen Einwohnern. „Sind Sie für die Beseitigung der politischen und wirtschaftlichen Grenzen innerhalb Europas und für den Zusammenschluss aller europäischen Völker zu einem europäischen Bundesstaat?“, lautete die Frage.

96 Prozent der Castrop-Rauxeler, die an der Abstimmung teilnahmen, stimmen mit Ja. Die Wahlbeteiligung lag bei 74 Prozent aller abstimmungsberechtigten Bürger.

Bereits ein Jahr zuvor knüpfte Castrop-Rauxel die erste Städtepartnerschaft mit Wakefield in England. Aufgrund des Einsatzes der Stadt im Sinne eines vereinten Europas wurde ihr im 1962 der Titel „Europastadt“ verliehen.

Nun war für den 7. Juni ein großes Fest am Europaplatz vorgesehen. Unter anderem sollten Zeitzeugen der Abstimmung von 1950 kommen, ein Bühnenprogramm und ein offizieller Festakt waren geplant. Dazu sollte es viele Veranstaltungen geben wie ein Fußballturnier, internationales Kochen oder eine Demokratie-Stadtrundfahrt. Und aus dem Ratsfoyer sollte eine Disco werden.

Bürgermeister verspricht ein großes Fest

Das Fest kann nicht stattfinden. Aber der Bürgermeister verspricht den Castrop-Rauxelern eine andere Feier: „Wenn die Coronazeit mal vorbei ist, und da können Sie mich beim Wort nehmen, werden wir eine richtig große Sause veranstalten. Das haben wir uns dann verdient.“

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