Der Prozess um die Millionenschenkung wird am Bochumer Justizzentrum verhandelt. © Werner von Brsaunschweig
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Erster Millionenerbe-Prozess eingestellt: Frau (59) akzeptiert Geldauflage

Nach einer nicht versteuerten Millionenschenkung muss eine Frau (59) aus Castrop-Rauxel eine Geldauflage bezahlen. Im Gegenzug wird ein Steuer-Verfahren eingestellt.

Erster Schlussstrich im Prozess um eine nicht versteuerte Schenkung in Millionenhöhe: Das Verfahren gegen die angeklagte Frau (59) aus Castrop-Rauxel wurde am Montag am Bochumer Landgericht gegen eine Geldauflage in Höhe von 20.000 Euro vorläufig eingestellt. Der Prozess gegen ihren mitangeklagten Mann (58) läuft weiter.

Wie berichtet hatte die 59-jährige Castrop-Rauxelerin vor Jahren von ihrer Mutter rund 1,3 Millionen Euro Bargeld und mehrere Immobilien geschenkt bekommen, ohne diese Schenkung später dem Finanzamt zu melden. Das Geld wurde nach Angaben der Eheleute vor allem in exklusive Oldtimer-Motorräder investiert.

Nachdem zwischenzeitlich bereits Motorräder aus der Sammlung des Paares und auch einige Immobilien zwangsversteigert worden sind, hatten die Richter der 2. Wirtschaftsstrafkammer zuletzt vorgeschlagen, das Strafverfahren ohne Urteil zu beenden und gegen Zahlung einer Geldauflage einzustellen.

Sowohl die Castrop-Rauxelerin als auch die Staatsanwaltschaft („wenn auch mit Bauchschmerzen“) stimmten dieser Anregung am Montag ausdrücklich zu. Bis zum 31. März müssen insgesamt 20.000 Euro an drei verschiedene caritative Einrichtungen (8.000 Euro an den Kinderhospizdienst Ruhrgebiet, 6.000 Euro am den WWF und 6.000 Euro an die Kunstnothilfe Bochum) gezahlt werden, andernfalls droht ein erneuter Prozess.

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