Brandstiftung: „Das ist kein Jungenstreich, das ist ein Verbrechen“

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Ende Juni brannte eine Gartenlaube zwischen Schwerin und Merklinde. Der Brand wurde absichtlich gelegt. Besitzerin Erika Pfeil will, dass die Täter zur Rechenschaft gezogen werden.

Castrop-Rauxel

, 31.07.2020, 06:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erika Pfeil steht vor den schwarzen Resten des kleinen Gartenhauses, in dem sie so viel Zeit verbracht hat. „Ich könnte heulen“, sagt die 78-Jährige. „Dabei gehört die Laube mittlerweile meinem Sohn.“ Sie zeigt Fotos, wie es hier früher mal aussah. Ein helles, kleines Häuschen am Rande eines kleinen Waldstücks. Die Perspektive ist heute identisch. Das Motiv, das sich jetzt auftut, nicht.

Das helle Holz ist verkohlt, ein Teil des Daches eingestürzt, Schutt liegt auf dem Boden. Ende Juni stand das kleine Haus in den Morgenstunden in Flammen. Es liegt im Hinterland des Unterspredey zwischen den Ortsteilen Schwerin und Merklinde. Von der Hitze des Feuers sind die Zweige der dahinterliegenden Tannen braun geworden.

Eine Nachbarin hatte am 27. Juni zunächst Geräusche gehört, dann einen Knall und dann das Knistern der Flammen. Sie rief die Feuerwehr.

Erika Pfeil kann nicht verstehen, wie man ihr Gartenhaus anzünden konnte. Sie will, dass die Täter geschnappt werden.

Erika Pfeil kann nicht verstehen, wie man ihr Gartenhaus anzünden konnte. Sie will, dass die Täter geschnappt werden. © Lukas Wittland

Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung

Die Feuerwehrleute konnten das kleine Häuschen aber nicht mehr retten. Die Polizei hat später Brandbeschleuniger gefunden und ermittelt wegen Brandstiftung. Weiß-rotes Flatterband mit der Aufschrift Polizeiabsperrung hängt noch am Zaun zum Grundstück.

„Was für ein kranker Kopf macht so etwas?“, fragt sich Pfeil. Es sei nicht das erste mal gewesen, dass an der Hütte etwas gewesen sei, sagt sie. Dinge seien verschwunden und es sei auch schon mal ein Pflasterstein durch die Tür geworfen worden.

1994 hatte man die kleine Laube auf einem Grundstück am Wald gebaut. 30.000 D-Mark habe das damals gekostet. Die 78-Jährige und ihr Mann wohnten direkt um die Ecke. Sie hätten dort viel gefeiert und lange Doppelkopfabende verbracht.

„Es war ein Paradies“

Die Laube sei auch eine Erinnerung an ihren verstorbenen Mann. „Für meinen Mann war das das Schönste. Er hat hier viel gemacht. Es war ein Paradies“, sagt Erika Pfeil. Mittlerweile gehört sie ihrem Sohn. Ab und zu schaut sie aber noch nach dem Rechten.

Viel blieb von dem Gartenhaus nicht übrig, das einmal der ganze Stolz der Pfeils war und 30.000 DM gekostet hatte.

Viel blieb von dem Gartenhaus nicht übrig. © Lukas Wittland

Selbst darum kümmern, das könne sie sich nicht mehr. Es sei schließlich auch viel Arbeit. Deshalb darf ein Bekannter das Grundstück nutzen, der sich dafür um die Pflege kümmert. „Er ist ebenfalls todtraurig. Er war immer mit seinen Kindern hier“, sagt Erika Pfeil. In einem kleinen Raum der Gartenlaube habe ein Bett gestanden. „Man will sich gar nicht vorstellen, dass da auch jemand hätte drin liegen können.“

Am Morgen des 27. Juni brannte die Gartenlaube lichterloh.

Am Morgen des 27. Juni brannte die Gartenlaube lichterloh. © privat

„Das ist kein kleiner Jungenstreich. Das ist ein Verbrechen“, sagt Erika Pfeil. „Ich lege viel Wert darauf, dass der- oder diejenigen, die das waren, zur Rechenschaft gezogen werden.“

Die Polizei sucht weiter nach Zeugen, die Angaben zur Tat machen können. Sie können sich unter Tel. 0800 2361 111 melden.

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