In fast allen weiterführenden Schulen in Castrop-Rauxel gibt es mittlerweile WLAN. © Stadt Castrop-Rauxel
Schulumfrage

Endgeräte und WLAN: In Castrop-Rauxels Schulen ist einiges im Fluss

Wie digital sind unsere Schulen? Das wollten wir in unserer großen Schulumfrage wissen. Bei der technischen Ausstattung hapert es noch. Zum Thema kommen auch Meldungen aus der Lokalpolitik.

Ohne technische Ausstattung keine Digitalisierung an den Schulen. Und hier gibt es in Castrop-Rauxel noch einiges zu tun. Das zeigen die Antworten von Lehrern, Schülern und Eltern auf unsere große Schulumfrage. Auch die Politik meldet sich zu diesem Thema zu Wort.

Insgesamt haben 2240 Menschen auf unsere Fragen geantwortet, aus Castrop-Rauxel beteiligten sich 62 Menschen. Geht es um die technische Ausstattung, gibt es auf der Skala von 1 bis 10 lediglich eine 5. Dass es keine Endgeräte von der Schule gab, geben 91 Prozent an. Von denjenigen, die eines erhalten haben, dürfen es zwei Drittel der Umfrageteilnehmer nach eigenen Angaben nicht mit nach Hause nehmen. Da macht Lernen auf Distanz wenig Sinn. Und im Lockdown nutzten die Endgeräte in den Schulen auch wenig.

Bei der Frage nach dem WLAN, also dem kabellosen Zugang ins Internet, geben nur 19 Prozent der Teilnehmer ihrer Schule die Bestnote „pfeilschnell“, 28 Prozent dagegen sagen, dass es an ihrer Schule überhaupt kein WLAN gibt. 32 Prozent bewerten das WLAN ihrer Schule als „mittelmäßig“.

FDP kritisiert Verwaltung: Andere Städte sind weiter

Kritik zum Thema digitale Endgeräte hat auch die FDP Castrop-Rauxel. Die Verwaltung brauche zu lange, um die digitalen Endgeräte für Schüler und Lehrer zu beschaffen. Im Schulausschuss wurde zuletzt berichtet, die Schüler-Geräte kämen spätestens zum 1. April, die Lehrer-Geräte noch später.

Tom Roehl, bildungspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion, merkt an: „Andere Städte sind da schon viel weiter. In Waltrop beispielsweise sind schon alle Endgeräte für Lehrerinnen und Lehrer ausgeliefert, während wir in Castrop-Rauxel noch zwei Monate warten müssen.“ Der Beschaffungsprozess mit viel Bürokratie sei doch überall vergleichbar.

Es gehe wertvolle Zeit verloren, so Roehl: „Die Geräte werden jetzt gebraucht und nicht erst in zwei Monaten. Der Nachteil, den gerade Kinder aus sozial schwächeren Familien sowieso schon durch den Online-Unterricht erreichen, wird durch die langen Wartezeiten noch größer.“

WLAN-Ausbau an Grundschulen startet in diesem Jahr

Kritisch sieht die FDP-Fraktion, dass der WLAN-Ausbau an den Schulen noch mindestens bis Ende des Jahres dauern werde. Die Stadt hatte allerdings im Schulausschuss informiert, dass alle weiterführenden Schulen inzwischen WLAN haben. Ausnahme ist die Willy-Brandt-Gesamtschule, wo das beauftragte Unternehmen insolvent wurde und der Auftrag neu vergeben werden musste. Erst in der Planung ist dagegen WLAN für die Grundschulen. Damit soll in diesem Jahr gestartet werden.

Als Folge der Pandemie-bedingten Schulschließungen wurde 2020 beschlossen, den Digitalpakt des Bundes und der Länder um weitere 1,5 Milliarden Euro für die IT-Administration, für Werkzeuge zur Erstellung von digitalen Inhalten sowie ausleihbare Endgeräte für Schüler und Lehrkräfte zu ergänzen. Jetzt fließt Geld in den Kreis Recklinghausen. Darüber informiert aktuell der CDU-Kreisvorsitzende Michael Breilmann.

3,2 Millionen Euro sind es für den Kreis, auf Castrop-Rauxel entfallen 294.469 Euro für die Administrierung der schulischen IT-Infrastruktur, so Breilmann: „Das NRW-Ministerium für Schule und Bildung hat die Vereinbarung über die Förderung der IT-Administration an unseren Schulen im Februar 2021 umgesetzt.“

*Hinweis der Redaktion: Die Ergebnisse der Umfrage sind nicht repräsentativ. Sie vermitteln aber ein Stimmungsbild aus der Castrop-Rauxeler Schul-Gemeinschaft.

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Redakteurin für Castrop-Rauxel und den Dortmunder Westen

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