Jens Reiter wartet sehnsüchtig darauf, dass er wieder Kunden in sein Geschäft lassen darf. © Ronny von Wangenheim
Coronavirus

Einzelhändler wollen Türen wieder für Kunden öffnen: Termin ist in Sicht

Wann können endlich wieder Kunden in die Läden? Der Einzelhandel in Castrop-Rauxel wartet sehnlich darauf. Die Inzidenz muss dauerhaft unter 150 sinken. Jetzt scheint ein Termin realistisch.

Die Wocheninzidenz ist das entscheidende Kriterium, an dem sich Lockerungen richten. Für den Einzelhandel gilt in der Bundesnotbremse der Wert 150. Am Samstag, 1. Mai, wurde im Kreis Recklinghausen erstmals wieder diese Grenze unterschritten. Bis zur Öffnung dauert es aber noch. Ein Castrop-Rauxeler Einzelhändler kann es kaum erwarten.

An fünf Werktagen in Folge muss der Inzidenzwert stabil unter 150 sein. Dann treten die Lockerungen am übernächsten Tag in Kraft. So informiert der Kreis Recklinghausen über die aktuellen Regeln. Der Samstag zählt als Werktag mit. Aber ausgerechnet in dieser Woche nicht – weil der 1. Mai ein Feiertag gewesen ist und deshalb nicht als Werktag gilt.

Die fünf Werktage enden am Freitag. Am Montag, 10. Mai, könnten also die Läden wieder zu „Click & Meet“ öffnen. Vorausgesetzt es bleibt bei dem Trend. Seit 1. Mai ist die Inzidenz jeden Tag etwas gesunken, am Montag (3.5.) liegt sie im Kreis Recklinghausen bei 138,7. Dass die Inzidenz in Castrop-Rauxel weiter über 200 ist, spielt da keine Rolle.

Einzelhändler und seine Kunden: In guten wie in schlechten Tagen

„Ich scharre mit den Hufen“, sagt Jens Reiter. Er ist ist zwar jeden Tag in seinem Modegeschäft Reiter Fashion am Markt 2 in der Altstadt. Doch rein darf niemand zu ihm. Gerade hätten wieder ein paar Leute vor seiner Tür gestanden, erzählt er. Die hätten gedacht, sie kämen mit einem negativen Test rein. Doch das geht nicht.

„Das ist wie in einer Ehe: in guten wie in schlechten Tagen“, sagt Jens Reiter. Und deshalb sei er auch in den schlechten Tagen für seine Kunden da. Doch „Click und Collect“, das gehe vielleicht in einer Buchhandlung, wo Kunden ein bestimmtes Buch abholen. Aber nicht bei ihm. „Die Leute wollen reinkommen, stöbern, den Stoff anfassen“, sagt er. Und das alles geht gerade nicht.

„Das ist teilweise wie eine Geisterstadt“

„Das Geschäft ist unterirdisch“, so der Geschäftsmann weiter. Generell sei die Altstadt wie ausgestorben, vor allem bis zur Mitte der Woche. „Das ist teilweise eine Geisterstadt.“ Viele andere Geschäfte hätten wie er deshalb auch reduzierte Öffnungszeiten. Aber viele würden sich wie er gegen die Krise stemmen. „In anderen Städten, da machen viele Läden ja gar nicht mehr auf.“

Ab Montag, 10. Mai, könnte es wieder besser werden. „Mit Termin und Test, das lief sensationell“, sagt Jens Reiter. Auch das Testzentrum am Markt habe geholfen. Der Laden war voll. So voll, wie es die Coronaregeln erlauben. Die gelten auch wieder bei einer erneuten Öffnung für „Click & Meet“. Eine Person auf 40 Quadratmeter ist die Regel. Dazu muss man einen Termin vereinbaren und ein aktuelles, negatives Testergebnis vorzeigen. Sonderregeln gelten seit 3.5. für Geimpfte und Gesundete.

Über die Autorin
Redakteurin für Castrop-Rauxel und den Dortmunder Westen
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