Eine Neuinfektion, ein Todesfall: Die Coronavirus-Lage in Castrop-Rauxel

Coronavirus

Am Donnerstag (4.3.) wird wohl ein wichtiger Corona-Wert zum ersten Mal seit dem 18. Oktober nach unten durchbrochen. Und doch: Es gibt zu viele Todesfälle. Castrop-Rauxels Lage ist ambivalent.

Castrop-Rauxel

, 03.03.2021, 07:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einen neuen Corona-Todesfall (Mann / 88 Jahre) in Castrop-Rauxel meldet der Kreis Recklinghausen am Mittwoch (3.3.) mit den Zahlen zur Corona-Krise, die das Gesundheitsamt täglich morgens gegen 7 Uhr veröffentlicht. Damit steigt die Gesamtzahl nun auf 54 Personen, die an oder mit einer Sars-CoV-2-Infektion gestorben sind. Allein 20 Personen starben in den vergangenen vier Wochen.

Auf der anderen Seite gab es nur eine gemeldete Neuinfektion in der Europastadt am Mittwoch. Das ist viel weniger als an einem üblichen Melde-Mittwoch. Ende Januar gab es noch einen Mittwoch, an dem über 30 Neuinfektionen gemeldet wurden. Das bedeutet: Der Lockdown wirkt nun, am Tag, an dem vor allem über weitere Lockerungen debattiert wird, in jedem Fall deutlich. Wenig Kontakte, wenig Infektionen: Diese Rechnung geht endlich auf.

Hot-Spot-Schwelle könnte Donnerstag unterschritten werden

Am Donnerstag (4.3.) könnte Castrop-Rauxel die Hot-Spot-Schwelle nach unten erstmals seit dem 18. Oktober wieder unterschreiten. Seit 136 Tagen liegt die Inzidenz über 50 Infektionen in sieben Tagen auf 100.000 Einwohner berechnet. Am Donnerstag fallen 9 Neuinfektionen aus der Vorwoche aus dieser Statistik heraus. Erwartbar ist, dass weniger als 9 neue Infektionen hinzu kommen.

Die Inzidenz liegt nun bei 53,2, im Kreis RE bei 57,0. Die Definition des Robert-Koch-Instituts besagt: Der Kreis Recklinghausen gilt seit dem 10.10.2020 als Risikogebiet, da auf der Seite des Landeszentrums Gesundheit NRW (LZG) der Inzidenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten worden ist.

Um die Pandemie in den Griff zu bekommen, wird geimpft. 48.000 Impfdosen wurden inzwischen verabreicht im Kreis Recklinghausen. Das führt zu einer Impfquote von 5,2 Prozent (Stand 1.3.). Derzeit liegen 92 Menschen mit Covid-19 in einem der 14 Krankenhäuser. 12 Menschen brauchen intensivmedizinische Behandlung.

Deutlich weniger PCR-Tests durch Hilfsorganisationen

Die Zahl der Corona-Tests ist deutlich rückläufig: Im Februar lag die Zahl der Abstriche durch die vom Kreis beauftragten Hilfsorganisationen (mobil und im Durchfahrtzentrum) bei nur noch knapp über 4000. Nicht berücksichtigt sind Tests bei Ärzten, in Krankenhäusern oder bei der KVWL. Im Januar waren es noch über 6000 Abstriche, im Dezember über 11.500 und im November 14.500. Das war der Höchstwert. Im Oktober waren es knapp 10.000, im September knapp 6000. Wir liegen also heute nur leicht über dem Test-Niveau von August 2020, auf einer Höhe mit den Monaten April, Mai und Juni, als die erste Corona-Welle rollte.

In der Zukunft hofft man auf eine bessere Kontrolle durch die Antigen-Schnelltests, die nun in hoher Zahl und kostenlos, zumindest aber kostengünstig verfügbar werden. Sie werden statistisch nicht registriert, aber Positiv-Tests sollten durch einen PCR-Test verifiziert werden. Vorteil: Der Betroffene kann sich schneller in eine Isolation begeben.

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