Ein Teppichmesser, ein Saunaclub und eine üble Wunde auf der Brust

dzNach Streit

Mit einem Teppichmesser hat ein wütender Mann nach einer Auseinandersetzung um eine Damenbekanntschaft in einem Saunaclub zugeschlagen. Die Folge: eine lange und blutige Wunde auf der Brust.

Castrop-Rauxel

, 20.07.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Und wieder ging es am Amtsgericht in Castrop-Rauxel jetzt um einen Saunaclub. Dort war im Dezember 2018 einem Türsteher eine schlimme Wunde zugefügt worden. Ein Gast hatte dem heute 30-Jährigen mit einem Teppichmesser übel verletzt.

Der Täter war damals mit seinem Cousin in diesem Etablissement, wo sich diese Tat abspielte, nachdem es mit einer „Damenbekanntschaft“ zu Problemen bei der Bezahlung gekommen war. Anlass für den ebenfalls 30-jährigen Angeklagten, völlig auszurasten.

„Ich arbeite seit 20 Jahren an der Tür, aber sowas habe ich noch nie zuvor erlebt“, schilderte der 41-jährige Kollege des Angegriffenen die Tatnacht. Das erscheint besonders skurril angesichts des schmächtigen Mannes auf der Anklagebank im Vergleich zu den beiden Türstehern im Zuschauerraum, die, sehr fit wirken.

Tränen in den Augen

Umso wichtiger die Aussage des Cousins, der nun am dritten Verhandlungstag befragt werden konnte. „Ja, mein Cousin hat eine Frau kennengelernt und sich mit ihr zurückgezogen“, bestätigte er.

Er habe geahnt, dass es nicht gut gelaufen sei, als der Cousin mit Tränen in den Augen und Spuren einer Ohrfeige im Gesicht zurück an den Tisch kam. „Hast du 100 Euro?“, soll der Angeklagte ihn gefragt haben. Doch er habe ihm nur 70 Euro geben können. Schließlich hatte der Eintritt schon 30 Euro verschlungen.

Dann habe er mit dem Cousin das Haus verlassen. Draußen habe der Cousin den Wagen aus der Parklücke gefahren, sei dann nochmal zurück ins Etablissement, habe sein Handy holen wollen.

Kurz darauf sei er aus der Tür gestürmt, mehrere Männer ihm hinterher. Dann kam es zur folgenschweren Tat, die der Cousin nicht gesehen haben will. „Nicht glaubwürdig“, so der Richter. Eine solch harmlose Vorgeschichte passe absolut nicht zur Tat.

Richter legte noch zwei Monate drauf

„Der Angeklagte zeigt keinerlei Unrechtsempfinden“, befand die Staatsanwältin anschließend in ihrem Plädoyer. Sie hielt die Tat komplett so bestätigt, wie in der Anklageschrift vorgetragen. Sie forderte daher eine 20-monatige Bewährungsstrafe und die Zahlung von 1000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung. Und der Führerschein des Angeklagten sollte für ein Jahr eingezogen werden.

Der Verteidiger hätte die Bewährungsstrafe gern auf 18 Monate reduziert gesehen, doch der Richter packte in seinem Urteil sogar noch 2 Monate drauf. 1 Jahr und 10 Monate zur Bewährung.

Dafür durfte der Angeklagte den Führerschein behalten, um ihm nicht beruflich den Boden unter den Füßen wegzuziehen. So sei es auch wahrscheinlicher, dass der Verurteilte die Auflage, 3000 Euro Schmerzensgeld an den Türsteher zu zahlen, erfüllen könne.

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