Ein neuer Ansturm auf die Notbetreuung in den Kitas steht bevor

dzCoronavirus

Ab Donnerstag können deutlich mehr Eltern als bisher Notbetreuung für ihre Kinder in Anspruch nehmen. In den Castrop-Rauxeler Kitas steht jetzt ein neuer Ansturm auf Plätze an.

Castrop-Rauxel

, 21.04.2020, 08:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das öffentliche Leben in Castrop-Rauxel wird seit den neuen Regelungen des Landes Nordrhein-Westfalen langsam an vielen Stellen wieder hochgefahren. Viele Läden durften öffnen, am Donnerstag sollen die ersten Schüler wieder in die Schulen gehen.

Für berufstätige Eltern wird sich damit (wieder) die Frage der Kinderbetreuung stellen. Auf Grundlage der neuen Corona-Betreuungsverordnung der Landesregierung wird die derzeitige Notbetreuung ab Donnerstag, 23. April, „um einige Berufsgruppen der bisherigen kritischen Infrastruktur moderat erweitert“, so das Land. Und ab Montag 27. April, wird die Notbetreuung zusätzlich für erwerbstätige Alleinerziehende vorbereitet.

Viele Berufsgruppen kommen hinzu

Bislang zählten bereits Berufstätige aus zehn Sektoren zum Kreis der Berechtigten, die zentrale Bereiche wie etwa das Gesundheitswesen, die Energie-, Wasser- und Lebensmittelversorgung oder die öffentliche Verwaltung aufrecht erhalten. Jetzt wurde der Kreis auf 29 weit gefasste Sparten ausgedehnt und detailreich erläutert.

Ausdrücklich aufgeführt werden nun unter anderem Mitarbeiter von Tankstellen, Lebensmittelhandel, Drogerien und Hausmeister. Auch Hersteller von Hygiene-, Desinfektionsprodukten und Seifen sind systemrelevant, Müllentsorger und Erntehelfer ebenso wie Banker und Notare.

Kravanja: Ausbau von 1 auf dann 10 Prozent

Wie Bürgermeister Rajko Kravanja in seiner Facebook-Sprechstunde angekündigt hatte, sollen dafür die Kapazitäten in den Notbetreuungs-Gruppen der Kindertagesstätten nach und nach erhöht werden. Bisher, so Kravanja, „hatte die Notbetreuung Kapazitäten für 1 Prozent der Kinder, das soll auf rund 10 Prozent der Kinder ausgebaut werden“.

Jetzt lesen

Wie weit ist die Stadt mit diesen Maßnahmen, wollten wir nun wissen? Im Dialog mit den Trägern der Kindertageseinrichtungen in Castrop-Rauxel, so war am Dienstag von der Stadt zu erfahren, werde daran gearbeitet, die Erlasse und Empfehlungen des Ministeriums möglichst zeitnah umzusetzen. Dafür stehe der Bereich Kinderförderung derzeit auch in direktem Austausch mit den Trägern und Leitungen der Kindertagesstätten.

Stadtsprecherin Uta Stevens: „Durch die gute Zusammenarbeit konnten bisher die Erlasse des Landes für die Notbetreuung und das Betreuungsverbot für Eltern und Kinder ohne Probleme umgesetzt werden. Darüber hinaus werden auch die Eltern über Änderungen und aktuelle Maßnahmen informiert.“

Gruppen sollen Zehnergrenze nicht überschreiten

Aus Infektionsschutzgründen sei es allerdings erforderlich, die Kinder, die Notbetreuung erhalten, in den bisherigen Gruppen zu belassen und mit dem bisherigen Personal zu betreuen. Stevens: „Dies wird auch so umgesetzt, wobei die Gruppen eine Größe von 8 bis 10 Kindern nicht überschreiten soll. Zur Zeit sind es noch viele kleinere Gruppen, die betreut werden, wobei teilweise nur 1 bis höchstens 5 Kinder in der Gruppe sind.“

Jetzt lesen

Damit wäre ein erster Schritt der Anpassung an die kommenden Betreuungsbedarfe geschafft, die der Bürgermeister angekündigt hatte. Eine Endausbaustufe kann damit aber noch nicht erreicht sein, wenn man Kravanjas Zahlenverhältnis zugrunde legt, der von einer Verzehnfachung des Betreuungsangebotes gesprochen hatte.

Eltern haben noch ganz viele Fragen

„Viele Eltern haben bei uns erst einmal angerufen und nachgefragt“, berichtet Birgit Sprenger, pädagogische Fachbereichsleiterin bei den Katholischen Kindertageseinrichtungen Östliches Ruhrgebiet.

Vielen sei unklar, ob sie nun auch Anspruch auf Notbetreuung haben. Schließlich müssten auch noch Bescheinigungen des Arbeitgebers besorgt werden. Für Donnerstag rechnet Birgit Sprenger dann mit ersten Ergebnissen der neuen Notbetreuungs-Welle.

Lesen Sie jetzt