Ein Münchener kam für einen VW-Bus nach Castrop-Rauxel und bekam nichts als Ärger

dzDoch kein Traumauto

Der T4 von VW war sein Traumauto. Dafür fuhr ein Kameramann aus München sogar bis nach Castrop-Rauxel. Doch der Kauf brachte ihm neben viel Ärger und Unkosten auch noch einen Gerichtstermin ein.

Castrop-Rauxel

, 30.07.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Kameramann aus München wollte für sich und sein umfangreiches Equipment ein geräumiges Fahrzeug. Und wurde über die Internet-Plattform mobile.de in Castrop-Rauxel fündig. Sein Traumauto: Ein T4 von VW, gebraucht, der Beschreibung nach super in Schuss, für 13.073 Euro. Der hiesige Händler sagte sogar zu, den alten Wagen des Interessenten, einen Caddy, in Zahlung zu nehmen, die darauf noch lastende Kreditschuld von 7.000 Euro abzulösen.

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Der 35-jährige Kameramann stieg in den Caddy und fuhr Richtung Ruhrgebiet. Zurück gen Süden ging es dann mit dem neu erworbenen T4. Doch die Freude währte nicht allzu lange. Als die Bank, bei der der Kredit des alten Autos abgelöst worden sein sollte, weiterhin Ratenzahlungen abbuchte, schwante dem Käufer Böses.

Altes Auto in Zahlung gegeben

„Ich wusste ganz genau, dass mein alter Caddy verkauft war“, sagte er. Der neue Besitzer habe ihn angerufen und nach einem Zweitschlüssel gefragt. Den Namen des Vorbesitzers hatte er den Papieren entnommen.

Ein Anruf bei der Bank ließ einen Verdacht aufkommen. Die hatte den hinterlegten Kraftfahrzeugbrief an den Autohändler herausgegeben. Im Vertrauen auf eine umgehende Ablösung des Kredits. „Ein übliches Geschäft“, erklärte nun der fragliche Händler dem Amtsrichter in Castrop-Rauxel, der sich mit diesem Autokauf von Februar 2018 befassen musste.

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Der Besitzer des Autohandels, der sein Geschäft inzwischen aufgegeben hat, und nun wegen Betruges angeklagt war, konnte ansonsten nicht viel beitragen. Man habe alle Geschäfte über diese Bank abgewickelt, die Ablöse einer Restschuld sei bei jedem zweiten Verkauf der Fall gewesen.

Doch diesen Handel hatte sein Mitarbeiter allein abgewickelt. Der war als Zeuge geladen und wurde vom Geschädigten eindeutig wiedererkannt. Als derjenige, der die Verträge ausgefüllt hat. Der 41-jährige Autoverkäufer konnte sich dagegen an nichts erinnern, bestätigte aber, dass die Verträge seine Handschrift trügen. Dabei hat er wohl ein paar Kreuzchen falsch gesetzt, was die Restschuldübernahme ausschloss. „Ich war zu gutgläubig“, meinte der Kameramann, „habe einfach unterschrieben.“

Reinen Tisch gemacht

Dieses blinde Vertrauen hat ihm übrigens noch mehr Scherereien eingebrockt. So hat der angeblich unfallfreie T4 wohl doch einen deftigen Aufprall gehabt. „Und dass der Wagen einen Austauschmotor hat, hat mir der Verkäufer quasi hinterhergerufen“, erinnert er sich. 4.000 Euro habe er bereits in Reparaturen investieren müssen.

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Dafür konnte er in Castrop-Rauxel kassieren. Der Angeklagte war, obwohl selbst nicht in diesen Handel verwickelt, bereit, dem Kläger 7000 Euro für die Banken-Restschuld zu erstatten. Um reinen Tisch zu machen. Das Verfahren wurde eingestellt.

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