Ein halbes Jahr Coronavirus in Castrop-Rauxel: Zahlen, Daten, Fakten

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Das Coronavirus ist seit sechs Monaten in Castrop-Rauxel: Am 12. März wurde die erste Infektion bekannt. Wie die Entwicklung seither ist, zeigt unser Rückblick in Zahlen und Fakten.

Castrop-Rauxel

, 11.09.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 4 min

Mitte oder Ende Februar 2020 wurde den Menschen in unserer Region klar und klarer: Das Coronavirus, das in China ausbrach und von dort aus in die Welt verbreitet wurde, wird auch uns erreichen. Am 12. März wurde ein Castrop-Rauxeler erstmals positiv auf das Virus getestet. Seither gibt es ziemlich genau 200 erwiesene Ansteckungen. Wir blicken zurück auf ein halbes Jahr Corona in Castrop-Rauxel.

4. Februar: In ganz Deutschland gibt es zehn positiv auf Corona getestete Personen. Inhaber von Restaurants mit asiatischen Wurzeln machen in Castrop-Rauxel erste negative Erfahrungen: Der Vietnamese Bao Tran vom Asia-Imbiss Panda sagt, er werde auf das Thema angesprochen. Auswirkungen auf das Geschäft gebe es aber nicht.

8. Februar: Es gibt einen „Run“ auf Mundschutz-Masken. „Mundschutz-Masken sind derzeit stark gefragt und oftmals nicht mehr über den Großhandel erhältlich“, sagte der Apothekensprecher Claus Ehrensberger.

28. Februar: Eigentlich möchte die CDU am 29. Februar in der Gaststätte des Golfclubs die Sportler des Jahres küren. Doch einen Tag vor der Veranstaltung entscheiden die Verantwortlichen, den Abend abzusagen. Es ist die erste Absage einer Veranstaltung.

5. März: Fach- und Allgemeinärzte treffen sich zur Corona-Konferenz, um einen Schlachtplan zu entwickeln, falls es zu einer Infizierung mit dem Coronavirus in Castrop-Rauxel kommt.

7. März: Supermarkt-Kunden berichten von Hamsterkäufen; Desinfektionsmittel und Atemmasken sind ausverkauft.

10. März: Nach der Empfehlung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern sagt Casconcept den für Ende März geplanten Frühlingsmarkt ab.

12. März: Es gibt den ersten Corona-Fall in der Europastadt. Ein Mann ist positiv getestet worden. Am Nachmittag des 12. März wird noch ein zweiter Fall gemeldet. Handballer, Korfballer und Basketballer kündigen an, den Spielbetrieb ruhen zu lassen.

16. März: Schulunterricht findet nicht mehr statt. Ab dem 18. März sind Schulen und Kitas komplett geschlossen. Das Rathaus öffnet nur noch eingeschränkt; Hallenbad, Stadtbibliothek, Volkshochschule und WLT schließen. Alle städtischen Veranstaltungen bis zum 1. Mai sind abgesagt. Der Lockdown ist quasi vollzogen.

22. März: Nun gilt ein Kontaktverbot. Nicht mehr als zwei Menschen dürfen zusammen sein, außer im ÖPNV und im Job. Restaurants und Dienstleister wie Friseure müssen schließen.

30. März: Am Berufskolleg in Habinghorst wird ein Corona-Testzentrum errichtet. Es ist eines von fünf Durchfahrtszentren im Kreis Recklinghausen.

20. April: Die Stadt sagt das für Juni geplante Europafest ab, die Wirtegemeinschaft „Castrop kocht über“.

23. April: Für manche Schüler ist dieser Tag ein besonderer: Sie dürfen nach sechs Wochen Pause wieder in die Schule gehen.

27. April: In Geschäften, in Bus und Bahn, beim Arzt und in öffentlichen Einrichtungen gilt Mund-Nasen-Schutz-Pflicht.

29. April: Es gibt 27 Infizierte in einem Wohnkomplex an der Wittener Straße. Drei Häuser mit fast 100 Bewohnern werden unter Quarantäne gestellt, die von einem Sicherheitsdienst und mit einem Bauzaun drei Wochen lang überwacht wird.

5. Mai: Der Kreis Recklinghausen meldet fast zwei Monate nach der ersten Infizierung den ersten Corona-Toten in Castrop-Rauxel. Es handelt sich um einen 51-jährigen Mann mit Vorerkrankungen.

11. Mai: Gastronomie und Kneipen dürfen wieder öffnen. Allerdings herrschen in den Lokalen strenge Hygiene- und Abstandsvorschriften.

20. Mai: Der Kreis stellt seine Strategie um: Für alle Tests bei Personen, die Symptome auf Corona zeigen, sind die niedergelassenen Ärzte zuständig. Die Corona-Schnelltest-Zentren werden zugunsten eines mobilen Einsatzdienstes des DRK aufgelöst, der in die Institutionen fährt, wo es zu Ausbrüchen kommt.

30. Mai: Das Freibad in Ickern öffnet. Es gelten spezielle Regelungen – und es dürfen nur 200 Personen pro Vormittags- und Nachmittagsschicht rein.

4. Juni: Zum ersten Mal seit Beginn des Corona-Ausbruchs steht bei der Zahl der aktuell Infizierten eine Null, allerdings nur wenige Stunden. Es folgt ein Sommer mit geringer bis kaum vorhandener Inzidenz.

8. Juni: Nach fast drei Monaten Corona-Lockdown sind die Kitas in Castrop-Rauxel wieder geöffnet.

17. Juni: Bei einer Betriebsversammlung verkündet Rütgers Germany in Rauxel den Mitarbeitern, dass 400 von 650 Angestellten in Kurzarbeit gehen. Die Regelung soll bis Jahresende bleiben.

1. Juli: Die Kosten der Corona-Krise bemisst die Stadt Castrop-Rauxel auf 9,3 Millionen Euro allein fürs Haushaltsjahr 2020.

4. Juli: Wegen eines Verdachtsfalls in der Belegschaft verordnet sich das Café 1910 am Markt eine Woche Zwangspause. Der Test fällt negativ aus.

14. Juli: Radio Ruhrpott wollte eigentlich Ende des Monats eine Open-Air-Veranstaltung (Autokino) auf dem Europaplatz anbieten. Doch die wird erst verschoben und dann komplett abgesagt. Ansonsten ist die Zahl der Neuansteckungen sehr gering: Im Juli meldet das Gesundheitsamt gerade mal eine handvoll Neuinfektionen am Tag – im gesamten Kreisgebiet.

15. Juli: Der EUV sagt die Castroper Herbstkirmes ab.

12. August: Im Rochus-Hospital gibt es sieben Corona-Infektionen. Es werden in den Folgetagen noch ein paar mehr, doch dann bekommt die Lukas-Gesellschaft das Ausbruchsgeschehen in den Griff. Das Virus wurde über einen Patienten auf der Intensivstation eingetragen.

17. August: Die Kitas nehmen den Regelbetrieb wieder auf: Es gelten volle Stundenkontingente. Absperrungen auf Spielplätzen werden aufgehoben.

25. August: Casconcept sagt alle seine Veranstaltungen bis Jahresende in der Altstadt ab.

1. September: Die Maskenpflicht in Schulen in NRW wird aufgehoben, wenn Schüler auf ihren festen Plätzen im Klassenraum sitzen. Der Kreis Recklinghausen führt eine Corona-Ampel ein. Darin enthalten ist auch eine neue Inzidenz-Schwelle, die bei 35 Neuinfektionen in 7 Tagen je 100.000 Einwohner zieht. Für Castrop-Rauxel liegt der absolute Schwellenwert bei 27 Neuinfektionen pro Woche. Ist sie überschritten, schaltet die Ampel auf Gelb und es sollen spezielle erste auf die Stadt bezogene Vorsichtsmaßnahmen greifen. Rot gilt wie bisher ab Indexwert 50.

4.-6. September: In Ickern beweist man Mut: Das Bürgerpicknick findet statt. Die Zahl der Teilnehmer, die sonst vierstellig ist, ist auf 300 begrenzt. Es folgt ein zum Teil verregneter Fest-Samstag, der den Europatag, die Stadtteil-Jubiläen und das Ickerner Familienfest ersetzen soll. So richtig pralle Stimmung kommt dabei nicht auf. Trödelmarkt in Habinghorst, ein Markt der Möglichkeiten im Parkbad Süd: Es sind die ersten größeren Veranstaltungen seit langer, langer Zeit. Nach diesem Wochenende entwickelt sich eine lebhafte Debatte um öffentliche Feste.

6. September: Am 1. Spieltag der Amateur-Fußballer fallen gleich zwei Bezirksligaspiele mit Castrop-Rauxeler Beteiligung aus: Coronaverdacht in den Teams.

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