EBG-Schüler pflanzen Bäume an der Obdachlosenunterkunft in Merklinde

Religions-Unterricht

Schüler des EBG haben mit Bewohnern der Obdachlosenunterkunft an der Harkortstraße Obstbäume gepflanzt. Die Aktion hatte einen lehrreichen Nebeneffekt.

von Dieter Duewel

Merklinde

, 07.10.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
EBG-Schüler pflanzen Bäume an der Obdachlosenunterkunft in Merklinde

In der Vergangenheit haben die EBG-Schüler schon für Obdachlose gekocht und ihnen Decken gebracht. Jetzt stand eine Baumpflanzaktion auf dem Programm. © Dieter Düwel

EBG-Schülerin Lara (14) war beeindruckt von ihrem Besuch in der Städtischen Einrichtung Harkortstraße in Merklinde: „Ich fand es richtig gut, dass wir diesmal mit unserer Aktion soziales Engagement damit verbinden konnten, etwas für die Natur zu tun.“

Für die Schüler der Evangelischen Religionsgruppe der Jahrgangsstufe neun des Ernst-Barlach-Gymnasiums stand praktischer Unterricht auf dem Stundenplan.

Zusammen mit Bewohnern der Unterkunft pflanzten die Jugendlichen Obstbäume in den Vorgärten. Gleichzeitig bekamen sie einen Eindruck von der Lebenssituation geflüchteter, wohnungsloser oder in Not geratener Menschen.

Decken in der Altstadt verteilt

Zuvor hatte der Kurs in der Adventszeit Decken an Obdachlose in der Castroper Altstadt verteilt und die städtische Obdachloseneinrichtung in Ickern besucht, wo sie mit den Bewohnern Essen zubereitet und Fußball gespielt hatten.

Die Aktionen der Religionsgruppe haben das Ziel, die theoretische Beschäftigung mit dem Thema „Obdachlosigkeit“ zu erweitern, das im vergangenen Schuljahr im Unterricht behandelt wurde. Daraus entstand der Wunsch, den Unterricht durch praktische Projekte zu intensivieren.

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EBG-Lehrerin Angelika Nolting zeigte sich sehr angetan von den Begegnungen in den städtischen Unterkünften: „Es ist sehr wichtig, das soziale Engagement der Jugendlichen nachhaltig zu beeinflussen und das Lernen in der Schule mit praktischen Erfahrungen anzureichern.“

Um die Vorgärten der vier Wohnhäuser zu verschönern und insektenfreundlich zu gestalten, pflanzten die Jungen und Mädchen Apfel-, Birnen- und Pflaumenbäume. Graben, die Bäume einpflanzen, Pfähle einschlagen sowie die Pflanzen angießen und anbinden waren für die meisten von ihnen ungewohnte Tätigkeiten.

Über das Leben der Bewohner informieren

Trotzdem kam Freude auf, wie zum Beispiel bei Melina (13): „Es hat richtig Spaß gemacht, auch wenn es recht anstrengend war.“ Anschließend gab es zur Stärkung einen kleinen Imbiss, bei dem sich die EBG-Schüler mit Susanne Köhler, der kommissarischen Bereichsleiterin „Migration und Obdachlosenhilfe“ der Stadt, und weiteren städtischen Mitarbeitern der Einrichtung über das Leben der Bewohner informieren konnten.

EBG-Schüler pflanzen Bäume an der Obdachlosenunterkunft in Merklinde

Hausmeister Anan Youssef beobachtet die Pflanzaktion der EBG-Schülerinnen. © Dieter Düwel

Dabei erfuhren sie, dass die Menschen in der Unterkunft an der Harkortstraße als Familien oder in kleinen Wohngruppen eigenständig leben und für ihre Versorgung selbst zuständig sind. Hausmeister Anan Youssef berichtete, dass gegenwärtig rund 130 Obdachlose, Flüchtlinge und Asylbewerber in der Einrichtung leben, die aus Syrien, Iran, dem Irak sowie weiteren asiatischen und afrikanischen Ländern stammen. „Die Bewohner kommen gut miteinander aus. Es gibt kaum größere Probleme, obwohl wir verschiedene Kulturen und Religionen unter einem Dach haben.“

Zusammenarbeit soll fortgeführt werden

Die EBG-Schüler zeigten sich sehr interessiert an der Herkunft und dem Leben der Bewohner. „Das Gute an unseren Aktionen ist, dass man immer etwas über die Menschen in den städtischen Einrichtungen erfährt“, betont Viktoria (14). Die Zusammenarbeit zwischen der EBG-Religionsgruppe und dem städtischen Bereich „Migration und Obdachlosenhilfe“ soll auch in dem laufenden Schuljahr weitergeführt und intensiviert werden.

Dazu Susanne Köhler: „Ich halte es für sinnvoll, die Jugendlichen mit der Situation von Obdachlosen und Flüchtlingen in unseren Unterkünften vertraut zu machen.“

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