Ebay-Betrug: Pärchen gibt Einblick in eine konfuse Beziehung

dzGerichtsverhandlung

Über das Internet wurde ein Speisewärmer verkauft, kam aber nie beim Käufer an. Im Gerichtsverfahren zu diesem angeklagten Betrug wurden Einblicke in eine verworrende Beziehung offenkundig.

Castrop-Rauxel

, 10.05.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Speisewärmer erhitzte im Amtsgericht Castrop-Rauxel die Gemüter. Ein Pärchen verkaufte diesen für 65 Euro per Ebay Kleinanzeigen, der Speiseerwärmer kam trotz prompter Zahlung aber nie beim Käufer an. Die gegenseitige Schuldzuweisung am Betrug gab Einblicke in die äußerst konfuse Beziehung eines Paares. Verhandelt wurde aber auch noch eine zweite Sache.

Denn ursprünglich waren zwei Dinge angeklagt: Eine Verletzung des Gewaltschutzgesetzes und der genannte Ebay-Betrug. So bestand bereits seit Monaten das Verbot, sich der Freundin (49) zu nähern, als der 43-jährige Angeklagte ihr Ende Dezember Steinchen an das Küchenfenster geworfen haben soll.

Das gab der Angeklagte zu, doch nach wortreichen wie verworrenen Schilderungen wurde deutlich, dass die Kontaktsuche, wie auch die Besuche, gegenseitig war. Letztlich wurde das Verfahren daher eingestellt.

Paar hat das Geld sofort ausgegeben

Nicht aber in Sachen Ebay-Verkauf. Das fragliche Gerät habe das Paar im November gemeinsam gewienert und über den Account der Freundin im Netz angeboten. Der Verkaufserlös ist auf das Konto des Angeklagten geflossen. „Wir haben es zusammen abgehoben und auch zusammen ausgegeben“, so der 43-Jährige.

„Verschickt hat es meine Freundin, nachdem wir es bei mir zusammen eingepackt haben“, berichtete er weiter. Die Freundin habe das schwere Paket auf seinem Fahrrad abtransportiert und zur Post bringen wollen. Auf die Rückgabe des Fahrrades wartet der Angeklagte übrigens angeblich bis heute.

Der Käufer wurde immer wieder hingehalten

Vom langen Chatverlauf, der dem Richter vorlag, wollte der Mann nichts wissen. Tagelang hatte der Verkäufer nachgefragt, wo die Ware nun bliebe, nachdem er umgehend gezahlt hatte. Doch der Käufer wurde immer wieder hingehalten mit der Behauptung, dass kein Geld auf dem Konto eingegangen sei.

Geld, das inzwischen bereits verprasst worden war. Als die Bank des Geprellten nachweisen konnte, dass der Betrag bereits zwei Tage nach dem Kauf dem Konto des Angeklagten gutgeschrieben worden war, erkannte der Käufer den Betrug und erstattete Anzeige.

Der Angeklagte schob die Schuld auf die Freundin. Doch im Zeugenstand zeigte sich die 49-Jährige erst unwissend. „Ach, das Gerät aus dem Müll“, meinte sie nach Blick auf das Beweisfoto. Sie wollte aber mit der Abwicklung nicht zu tun gehabt haben. Obwohl beide anscheinend rege diese Plattform im Netz nutzen, um ihre finanziellen Nöte zu lindern.

Auf den Angeklagten kommen nun jedoch erst einmal neue Schulden zu. Der Richter verurteilte ihn, der bereits einschlägig vorbestraft ist, wegen Betruges zu einer Geldstrafe von 300 Euro.

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