Hier stehen sie brav in Reih und Glied, leider werden die E-Scooter in Castrop-Rauxel aber längst nicht immer so ordentlich abgestellt. © Nora Varga
Elektroroller

E-Scooter-Fahrer stehen in Castrop-Rauxel gleich doppelt in der Kritik

Nur Erwachsene dürfen die neuen E-Scooter von „Spin“ in Castrop-Rauxel benutzen. Oft sind die Fahrer aber jünger. Nicht das Einzige, was die Menschen im Zusammenhang mit den Rollern irritiert.

Seit knapp 14 Tagen gehören die E-Scooter der „Spin Mobility GmbH“ in Castrop-Rauxel zum Stadtbild. Zu einem Stadtbild, das allerdings nicht alle Castrop-Rauxeler erfreut. Das hat zwei Gründe.

Einmal geht es um die E-Scooter selbst. Die werden gern nach Gebrauch längst nicht immer so abgestellt, wie man es sich wünschen würde. Mal findet man sie in einem Gebüsch, mal versperren sie einen Hauseingang oder belegen einen kompletten Autoparkplatz.

Diese Klagen sind auch schon bis zur Stadtverwaltung durchgedrungen, wie Bürgermeister Rajko Kravanja am Montagabend bei einer Facebook-Sprechstunde bestätigte. Wenn es dabei zu dauerhaft nachhaltigen Schwierigkeiten kommen sollte, müsse man mit „Spin“ darüber reden, sagte Kravanja. Zunächst befinde man sich in einer dreimonatigen Testphase, nach der man sowieso über die weitere Perspektive mit den Scootern sprechen will.

Koray Aktas, General Manager der Ruhr Region bei Spin, hatte bereits versprochen, dass man solche Probleme „priorisiert“ behandeln wolle. Reagiert werde spätestens nach sechs Stunden. Koray Aktas hat auch schon gesagt, es sei kein Problem, einen Scooter ein paar Meter weiter wegzuschieben. „Der Scooter wird dann ein Geräusch von sich geben“, so erläutert er. Der Alarm sei aber schnell wieder vorbei, wenn das Gerät ruhig stehe.

Zahlreiche Minderjährige sind auf Rollern unterwegs

Ein zweites Problem, das von vielen Seiten ins Feld geführt wird, ist die Altersfrage. Die Spin-Scooter, und das unterstrich auch der Bürgermeister am Montag noch einmal, sind erst für Nutzer ab 18 Jahren freigegeben. Das allerdings, und das belegen zahlreiche Beobachtungen, hindert auch viele Minderjährige nicht daran, die Scooter zu nutzen. Und das nicht nur allein, sondern auch schon mal zu zweit und für regelrechte Rennen.

Für die Überwachung des fließenden Verkehrs ist in Deutschland, und damit auch in Castrop-Rauxel, die Polizei zuständig. Kontrolliert sie auch die Scooter, wollten wir von der Kreispolizeibehörde wissen? „Unsere Kollegen kontrollieren natürlich Verstöße von Scooter-Fahrern“, lautet die Antwort von Polizei-Sprecherin Annette Achenbach.

Roller sind in Deutschland für 14-Jährige freigegeben

Aber: Der Fahrer benötigt weder eine Mofa-Prüfbescheinigung, noch einen Führerschein. Und: Das Mindestalter für das Fahren mit einem solchen Roller liegt laut Straßenverkehrsordnung bei 14 Jahren. Annette Achenbach: „Wenn Spin seine Roller also erst ab 18 Jahren freigibt, ist das die Entscheidung der Firma. Aber es ist nicht unsere Aufgabe, das zu kontrollieren.“

Polizeibeamte würden zwar einschreiten, wenn solche Roller offensichtlich etwa für Rennen oder in der Fußgängerzone missbraucht würden, „aber die Scooter sind bei uns kein Schwerpunkt-Thema“, so Annette Achenbach.

E-Scooter sind übrigens nur auf Radwegen, Radfahrstreifen und in Fahrradstraßen erlaubt. Nur wenn diese fehlen, darf auf die Fahrbahn ausgewichen werden. Auf dem Gehweg, in der Fußgängerzone und in Einbahnstraßen entgegen der Fahrtrichtung sind die kleinen E-Roller dagegen komplett verboten. Wird man hier von der Polizei erwischt, kann ein Bußgeld fällig werden.

Das gilt auch, wenn man mit Alkohol am Scooter-Lenker erwischt wird. Wer den Führerschein gerade erst gemacht hat, darf in den ersten beiden Jahren keinen Tropfen Alkohol trinken, wenn er mit dem E-Scooter unterwegs ist. Die Grenze gilt generell, wenn man jünger als 21 Jahre alt ist, so der ADAC. Ob nun ein Führerschein vorhanden ist oder auch nicht.

Für Erwachsene liegt die Promillegrenze bei 0,5 Promille, wie am Autosteuer. Und auch mögliche Strafen entsprechen denen des normalen Straßenverkehrs, können sich also zwischen einer Geld- und einer Freiheitsstrafe bewegen.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1961 geboren. Dortmunder. Jetzt in Castrop-Rauxel. Vater von drei Söhnen. Opa. Blogger. Interessiert sich für viele Themen. Mag Zeitung. Mag Online. Aber keine dicken Bohnen.
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Thomas Schroeter

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