Schnee auf der Rennbahn im Winter vor zwei Jahren. Wenn es nach den Wetterprognosen geht, könnte es hier am Sonntag so ähnlich aussehen. © Tobias Weckenbrock (Archiv)
Wetter

Drohende Wetterkatastrophe: Kreis, EUV und Feuerwehr im Alarmmodus

Wenn die Prognosen stimmen, erwartet uns am Wochenende eine wahre Wetter-Katastrophe mit Schnee und Eisregen. Stadt und Kreis wollen alles tun, um das Chaos möglichst in den Griff zu bekommen.

Die Wetter-Vorhersage klingt dramatisch. Wenn es nach den Prognosen des Deutschen Wetterdienstes geht, droht in Castrop-Rauxel und vielen anderen Städten nördlich der Ruhr am Samstagabend ein echter Wintereinbruch, der bis weit in den Sonntag hinein anhalten soll.

Konkret heißt es in einer Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes, Stand Freitagmittag (5.2.): „Ab Samstagabend ziehen aus Süden langanhaltende und teils kräftige Niederschläge auf. Diese gehen zunehmend von Schneefall in gefrierenden Regen über. Bis zum Sonntagabend muss verbreitet mit Glatteis auf Straßen und Wegen gerechnet werden.“

Und weiter: „Von Samstagabend bis Sonntagabend treten langanhaltende und mitunter kräftige Schneefälle auf. In diesem Zeitraum muss insgesamt mit 20 bis 30 cm Neuschnee, vereinzelt auch mit bis zu 40 cm Neuschnee gerechnet werden. Die stärksten Schneefälle treten dabei voraussichtlich in der Nacht zum Sonntag auf. Dabei muss innerhalb von 12 Stunden mit 15 bis 25 cm Neuschnee gerechnet werden, örtlich sind auch bis zu 30 cm nicht ausgeschlossen.

Grundsätzlich sei mit „massiven Behinderungen im Schienen- und Straßenverkehr zu rechnen. „Es besteht außerdem Gefahr durch auftretenden Schneebruch.“

EUV hat Bereitschaft aufgerüstet

Als wir den Chef des EUV, Michael Werner, nach der Vorbereitung des Stadtbetriebs auf die Wetter-Probleme fragen, sagt er: „Wir haben unsere Bereitschaft aufgerüstet.“

Und er zählt auf: Zwölf Fahrer seien für die Fahrten mit den sechs Groß-Streufahrzeugen des EUV in Bereitschaft. Genug für zwei Schichten. „Die Fahrer müssen ja Ruhezeiten einhalten“, sagt Werner. 13 weitere Mitarbeiter könnten sich mit der Handstreuung auf den Weg machen, zum Beispiel um an Ampeln zu streuen.

Doch der EUV ist nicht nur dafür zuständig, die Straßen von Schnee zu räumen. Da sogar befürchtet wird, dass es Probleme mit der Stromversorgung geben wird, müssten auch Mitarbeiter ausrücken, wenn es Probleme mit der Straßenbeleuchtung gibt. Oder sie sich auf den Weg machen, wenn Bäume unter einer Schneelast abknicken und auf Straßen stürzen.

Münsterländer Schneechaos 2005

Alle hätten noch das sogenannte Münsterländer Schneechaos aus dem Jahr 2005 vor Augen, sagt Werner. Damals knickten wegen starken Schneefalls sogar Hochspannungsmasten ab und einzelne Orte waren bis zu vier Tage vom Stromnetz abgeschnitten. Doch auch wenn es nicht so schlimm kommt, sind Auswirkungen von weiter entfernten Störungen bis nach Castrop-Rauxel möglich.

Aus unserem Redaktions-Copter ist 2019 dieser Blick über Rennbahn und Castroper Altstadt entstanden.
Aus unserem Redaktions-Copter ist 2019 dieser Blick über Rennbahn und Castroper Altstadt entstanden. © Tobias Weckenbrock (Archiv) © Tobias Weckenbrock (Archiv)

Auch die Stadtverwaltung bereitet sich auf ein intensives Wochenende vor. Die Hausmeister seien an städtischen Gebäuden im Winterdienst. Bei „eklatanten Schäden“ an Gebäuden stünden weitere Mitarbeiter der Stadt in Einsatzbereitschaft.

Stadtsprecherin Nicole Fulgenzi weist daraufhin, dass der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) bei seinen Streifen im Sinne der Coronaschutzverordnung auf Abstandsregeln „an jahreszeitlich beliebten Freizeitorten“ achten werde. Im Klartext heißt das: Sollten die Bedingungen zum Schlittenfahren so gut sein, wie es die Wettervorhersage erwarten lässt, müssen sich die Menschen an die Abstandsregeln halten.

Feuerwehr bereitet sich ebenfalls vor

Wie Nicole Fulgenzi weiter ausführt, bereitet sich auch die Feuerwehr auf Einsätze vor. „Dies könnten dann ganz praktische Maßnahmen wie das Aufziehen von Schneeketten, räumliche Vorbereitungen wie das Hochfahren des Stabraumes, personelle Maßnahmen wie die Erhöhung der Personalzahl oder auch die präventive Besetzung der Gerätehäuser der Freiwilligen Feuerwehr sein. Außerdem unterstützt die Feuerwehr personell die Kreisleitstelle“, schreibt sie.

Auch die Kreisleitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst und der Katastrophenschutz sind vorbereitet und haben mehr Personal eingeplant und in Bereitschaft versetzt, teilt der Kreis Recklinghausen mit. Sie haben am Freitagvormittag mit Polizei, Deutschem Roten Kreuz (DRK), Technischem Hilfswerk (THW) und den Stromanbietern im Kreisgebiet Abstimmungen für das Wochenende getroffen, um im Bedarfsfall schnell einsatzbereit zu sein.

Den Bürgerinnen und Bürgern empfiehlt der Kreis, aufmerksam die Wetter-Ankündigungen zu verfolgen und sich an die Empfehlungen des Deutschen Wetterdienstes zu halten.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Fühlt sich in Castrop-Rauxel und im Dortmunder Westen gleichermaßen zu Hause. Mag Politik, mag Kultur, mag Sport, respektiert die Wirtschaft und schreibt zur Not über alles, was anfällt.
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Matthias Langrock

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