DLRG Castrop-Rauxel über Schwimmer im Kanal: „Das Risiko ist groß"

dzBadeunfälle

Das Wochenende wird rekordverdächtig heiß und die Menschen sehnen sich nach Abkühlung. Wer keinen Platz im Freibad ergattern kann, greift vielleicht auf gefährliche Alternativen zurück.

Castrop-Rauxel

, 07.08.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Freibäder der Republik haben diesen Sommer durch Corona nur begrenzte Kapazitäten. Auch in Castrop-Rauxel müssen die Tickets online erworben werden. Für dieses Wochenende sind schon keine mehr zu haben und auch am letzten Wochenende waren die Tickets schnell vergriffen.

Gefährliche Alternativen

Mancher, der keinen Platz bekommen hat, sucht seine Abkühlung an Flüssen, Seen und Kanälen. Die Gefahren, denen sich die Badenden aussetzen, übersehen dabei viele.

Die DLRG ist die größte Wasserrettungs-Gesellschaft Europas mit 1,6 Millionen Mitgliedern. Thomas Königsbüscher ist stellvertretender Vorsitzender der DLRG- Ortsgruppe Castrop-Rauxel. Menschen, die ihre Schwimmbadbesuche in Seen, Flüsse und Kanäle verlegen, bereiten ihm Sorge: „An sich ist das Risiko da einfach größer", erklärt er telefonisch. „Die Stellen werden, anders als Schwimmbäder und Freibäder, nicht beaufsichtigt."

Leichtsinnige Jugendliche

Besonders das Schwimmen im Kanal birgt große Risiken. „Jugendliche schätzen die Gefahren falsch ein", betont Königsbüscher. Kanal-Schwimmer hängen sich gerne an Schiffe und lassen sich eine Strecke mitziehen. Der Sog, der von den Schiffen dabei ausgehe, sei gewaltig und habe ein hohes Potenzial für Badeunfälle.

Noch eine andere Aktivität am Kanal schätzt Thomas Königsbüscher als gefährlich ein. „Das Springen von Kanalbrücken kann böse enden", erzählt er. Jugendliche würden zum Teil von Brücken springen, die 7 bis 15 Meter über dem Kanalwasser liegen. „Schon ein kleiner Ast unter der Wasseroberfläche, der übersehen wird, kann schwere Verletzungen hervorrufen", so der DLRG-Mann

Die Emscher stellt für die DLRG in Castrop-Rauxel (noch) kein Problem dar. Das Ufer sei oft schlecht zugängig und die Emscher aufgrund ihrer Verschmutzungen kein Badegewässer. Das kann sich nach der Renaturierung in ein paar Jahren aber ändern.

192 Todesfälle beim Baden

Die DLRG warnt seit Jahren vor den Gefahren, die in unbeaufsichtigten Gewässern lauern. In den ersten sieben Monaten des Jahres kamen in Deutschland 192 Menschen bei Badeunfällen ums Leben, das geht aus dem neuen Jahresbericht der DLRG hervor. Das sind zwar weniger als letztes Jahr um diese Zeit, allerdings führt die DLRG das auf die verhaltenen Wetterlage zu Jahresbeginn zurück.

Wer beim Schwimmen kein Risiko eingehen will, sollte sich an die Baderegeln halten, die die DLRG aufgestellt hat. Auf der Internetseite der DLRG können die Regeln nachgelesen werden.

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