Diebstahl und Rangelei offenbaren von Drogen geprägte Leben

Kosmetika geklaut

Eine junge Frau hatte im Kaufland Kosmetika im Wert von 48,65 Euro in ihrer Handtasche verschwinden lassen. Als sie der Detektiv zur Rede stellte, mischte sich der Freund ein.

Castrop-Rauxel

, 17.06.2020, 14:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Um den Diebstahl von Kosmetik und noch mehr ging es vor dem Amtsgericht Castrop-Rauxel.

Um den Diebstahl von Kosmetik und noch mehr ging es vor dem Amtsgericht Castrop-Rauxel. © picture alliance / dpa

Die 32-Jährige schlenderte im Kaufland durch den Gang mit Kosmetika und griff zu einer Creme. Doch die landete nicht im Einkaufskorb. Sie holte die Tube aus der Verpackung, stellte diese zurück ins Regal und packte die Creme in ihre Handtasche. Darin verschwanden kurz darauf auch fünf bis sechs Kajalstifte.

Aber nicht unbemerkt. Der Ladendetektiv hatte sie bereits auf dem Schirm. „Ich habe noch gewartet, bis sie an der Kasse vorbei war“, erklärte er. 48,65 Euro wären da fällig gewesen. Erst dann habe er sich in den Weg gestellt und sie ins Büro gebeten.

Bauchgefühl

Doch er hatte nicht mit dem Freund der Frau gerechnet. „Ich hatte plötzlich so ein Bauchgefühl“, schilderte der 40-Jährige den Moment, als er seine Freundin mit dem Detektiv sah. Eilte hinzu und packte den 54-Jährigen von hinten mit einem Klammergriff. „Hau ab“, schrie er dabei der Frau zu.

Die flitzte in Richtung Tiefgarage, der Detektiv, der sich loszureißen konnte, hinterher. Da kam es an einer Schiebetür zu einem weiteren Gerangel. Der 54-Jährige wurde in der Tür eingeklemmt, verletzte sich dabei an der Schulter. Was ihm heute noch, fast ein Jahr später, zu schaffen macht.

In der Tiefgarage konnte er die Frau festhalten, der Freund nicht mehr viel ausrichten. Dafür kam die inzwischen informierte Polizei und nahm den Vorfall auf, der jetzt vor dem Castrop-Rauxeler Amtsgericht verhandelt wurde.

Auf der Anklagebank das Paar mit Pflichtverteidigern an seiner Seite. Der Frau wurde Diebstahl mit einer Waffe vorgeworfen, dem Mann Nötigung, Körperverletzung und Beihilfe zur Tat.

CS-Gas eine Waffe

„Ich wusste nicht, dass die Dose CS-Gas eine Waffe ist“, kommentierte die Angeklagte das Abwehrspray in ihrer Tasche. „Ich hatte es zu meinem Schutz immer dabei.“ Für die Anklage spiele das keine Rolle, so der Richter. Auch wenn derartige Dinge nicht eingesetzt würden, gehe das Gesetz von einem bewaffneten Diebstahl aus.

Obwohl beide geständig waren, konnten sie eine Freiheitsstrafe nicht verhindern. Das war ihren Vorstrafen geschuldet. 4 auf ihrer Liste, 13 beim ihm, dabei einige Haftstrafen. Zudem steht der 40-Jährige unter laufender Bewährung.

Therapie geplant

Hintergrund ist bei beiden eine lange Drogenkarriere. „25 Jahre Amphetamine“, so der Angeklagte. Ein Stoff, den auch die Frau konsumiert. Beide beteuerten, endlich loskommen zu wollen. Der Mann will nach einer Entgiftung im Krankenhaus eine stationäre Therapie beginnen, auch die Frau hat bereits einen Therapieplatz.

Während die 32-Jährige mit einer siebenmonatigen Bewährungsstrafe davon kam, gab es für ihren Freund zehn Monate ohne Bewährung. Doch die Therapie geht vor und würde, bei Erfolg, auf die Haftzeit angerechnet.

Lesen Sie jetzt