Die Stadt kämpft gegen Windmühlen: Es fehlen immer noch viele Kindergartenplätze

dzMangel an Kita-Plätzen

Seit Jahren kämpfen Eltern darum, einen Kindergartenplatz zu ergattern und die Stadt muss tricksen, um alle Kinder unterzubringen. Neue Kitas sollen eröffnet, bestehende erweitert werden.

Castrop-Rauxel

, 26.09.2019, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die gute Nachricht: Das Kindergartenjahr hat begonnen und der Stadt liegen nach Angaben der Pressestelle keine Klagen von Eltern vor, die keinen Kindergartenplatz bekommen haben. Das sah im vergangenen Jahr noch anders aus. Da schlugen manche Eltern, wie die von Leon Widerek, den Weg zum Anwalt ein, damit ihr Kind betreut werden konnte. Die schlechte Nachricht: Es stehen immer noch Eltern auf der Warteliste und es werden immer noch Plätze vermittelt. Uta Stevens von der Stadtpresse: „Die Stadt Castrop-Rauxel hilft, in direktem Kontakt mit den Eltern, Betreuungsplätze zu finden.“

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Fakt ist: Es fehlen 210 Plätze für Kinder über drei Jahren und das, obwohl es im Vergleich zum vergangenen Jahr 155 Plätze mehr gibt. Ein Grund dafür ist die Eröffnung der Kita am Stadtmittelpunkt im April diesen Jahres in Trägerschaft des Evangelischen Kirchenkreises Herne. Aktuell wird das dennoch bestehende Defizit durch Überbelegungen in allen Kitas (insgesamt rund 100 Plätze) und teilweise zusätzliche Gruppen aufgefangen. Das geht aus dem Bericht/Bedarfsplan hervor, der im Betriebsausschuss zwei vorgestellt wurde. Weiter heißt es dort: „Grundsätzlich kann dies jedoch keine dauerhafte Lösung sein.“

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Es müssen also weitere Lösungen her. Um den Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz für die U3- und Ü3-Kinder zu erfüllen, hat der Jugendhilfeausschuss der Stadt Castrop-Rauxel beschlossen, zusätzliche Betreuungsplätze zu schaffen. Im aktuellen Kindergartenjahr stehen 1.750 Plätze für Ü3-Kinder und 760 Plätze für U3-Kinder zur Verfügung. Dazu kommen 175 Plätze in der Kindertagespflege für U3-Kinder. Im Kita-Bedarfsplan der Stadt heißt es: „Ein weiterer Ausbau an Plätzen für unter dreijährige, wie auch über dreijährigen Kindern ist weiterhin notwendig, da immer noch ein erhebliches Platzdefizit besteht.“

Drei Gründe macht die Stadt dafür verantwortlich:

1. Steigende Geburtenzahlen. Ausgegangen war man von knapp 500 Geburten jährlich, tatsächlich sind es seit 2015 zwischen 600 und 650 Geburten. Gründe dafür sind Leistungen wie das Elterngeld, die gute wirtschaftliche Situation am Arbeitsmarkt, Ausbau an Betreuungsplätzen für unter dreijährige Kinder und die wachsende Akzeptanz der Bevölkerung dafür.

2. Zuzug von Familien mit Kindern - auch durch Neubaugebiete, die vorzugsweise für Familien konzipiert sind, wie etwa „Wohnen an der Emscher“.

3. Zuwanderung von geflüchteten Familien mit Kindern im Kita-Alter.

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Die Stadt plant folgende Ausbaumaßnahmen bis 2022/2023

  • Kita Meisenweg (Ickern) soll im Frühjahr 2020 in Betrieb gehen und bietet dann über 80 Plätze für Kinder im Alter von 0 bis sechs Jahren an.
  • Kita St. Franziskus (Schwerin) soll im nächsten Jahr von zwei auf vier Gruppen erweitert werden.
  • Kita Rasselbande (Castrop) soll Anfang 2020 ihren Betrieb mit 55 Plätzen (inklusive Belegplätze für Unternehmen) für Kinder von null bis sechs Jahren starten.
  • Kita an der Harkortschule (Merklinde) soll im Kindergartenjahr 2020/2021 den Betrieb mit 65 Plätzen aufnehmen.
  • Kita Pallasstraße (Rauxel-Süd) soll im Kindergartenjahr 2022/2023 den Betrieb mit knapp 100 Plätzen aufnehmen.
  • In der Kindertagespflege sollen im laufenden Kita-Jahr 20 Plätze mehr als bisher angeboten werden.

Trotz aller Anstrengungen, Neueröffnungen und Ausbaupläne fehlen zum heutigen Planungsstand im Jahr 2022/2023 immer noch 51 Plätze, um alle Kinder über drei Jahren zu versorgen. Auch das geht aus dem Bericht/Bedarfsplan hervor, der im Ausschuss vorgestellt wurde. Dazu kommen die Plätze, die jetzt nur schwer vorherzusehen sind aufgrund von Zuzügen und Einzügen in den Neubaugebieten.

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