Die zentrale Nord-Süd-Verbindung B235 durch die Stadt Castrop-Rauxel ist seit Juli auch mautpflichtig für Lkw. Die Auswirkungen sind nicht sichtbar – aber kosten bares Geld.

von Torben Kassler

Castrop-Rauxel

, 23.11.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nicht nur den EUV-Stadtbetrieb trifft die neue Lkw-Mautregelung auf Bundesstraßen. 35.000 Euro fallen hier jetzt jährlich im Etat an. Neue Kosten, die also das städtische Tochterunternehmen an den Bund zahlen muss – und die auch dazu führen, dass die Müllgebühren steigen. Das Maut-Problem macht sich bei anderen aber noch stärker bemerkbar.

Grischa Hüttemann, Geschäftsführer der Kühltransporte Hüttemann GmbH, hat mit den Zusatzkosten zu kämpfen: „Das ist definitiv mehr geworden“, sagt er. „Früher waren die Bundesstraßen ja noch die Ausweichrouten für die Autobahnmaut, aber die fallen ja jetzt auch weg.“

An der B235 stehen keine Kontrollsäulen

Seit dem 1. Juli dieses Jahres fallen für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen auch Mautgebühren auf Bundesstraßen an. So auch auf den elf Kilometern der B 235 im Castrop-Rauxeler Stadtgebiet. Die Abrechnung der Gebühren übernimmt, wie auch auf den Autobahnen, das Unternehmen Toll Collect. Gemessen wird die anfallende Maut unter anderem über Kontrollsäulen, die am Straßenrand aufgestellt wurden.

Die Lkw-Maut auf elf Kilometern B235 macht Unternehmen zu schaffen

Die Einführung der Maut belastet den Etat von Grischa Hüttemann. © Marcel Witte

Vom technischen Prinzip her ähneln die blauen Säulen – die auf den ersten Blick kaum von einem Blitzer zu unterscheiden sind – den bekannten, weißen Kontrollbrücken über den Autobahnen. Entlang der Castrop-Rauxeler B235 sind allerdings keine Kontrollsäulen aufgestellt. Hier verlässt man sich auf eine andere Methode der Mauterhebung: sogenannte „On Board Units“, kleine Computer, die in den Lastwagen installiert sind und technische sowie Fahrtdaten direkt an Toll Collect übermitteln. „Unsere Laster sind komplett damit ausgestattet“, so Hüttemann.

Die anfängliche Sorge einiger Ratsmitglieder, der Lastwagenverkehr würde sich von der B 235 auf umliegende Stadtstraßen verlagern und so zu einem Störfaktor für Anwohner werden, bestätigte sich nicht. Nach einer Anfrage des Betriebsausschusses führte die Stadt eine Verkehrserhebung durch. „Wir haben am 1. August zwei Auszubildende an die Bahnhofsstraße geschickt, Lkw zu zählen“, sagt Frank Hagemann von der Abteilung Straßenverkehr des Bereiches Ordnung und Bürgerservice. Die Bahnhofstraße sei wie die Wartburgstraße die logische Ausweichroute. „Wir konnten allerdings keinen nennenswerten Anstieg im Lkw-Verkehr feststellen“, so Hagemann. Verglichen wurden die Daten mit einer Zählung im Jahr 2014.

Erhöhung der Maut kommt im 1. Januar

Für Spediteure und alle anderen, die Fahrzeuge über 7,5 Tonnen fahren, kommt es in Zukunft noch dicker. Denn ab dem 1. Januar sollen die Mautgebühren erhöht werden. Und während das schätzungsweise 2,5 Milliarden Euro pro Jahr in die Staatskasse bringen wird, müssen die Unternehmer wie Grischa Hüttemann hierfür gerade stehen. „Das bedeutet für mich eine Erhöhung um 40 Prozent“, beschwert er sich. „Das wird sich dann natürlich auch in unseren Preisen niederschlagen.“

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