Ein Jahr nach dem Kobra-Drama von Herne: Verfahren läuft noch immer

Monokel-Kobra

Fünf Tage lang hielt eine ausgebüxte Kobra Herne und Castrop-Rauxel im Sommer 2019 auf Trab. Das ist jetzt ein Jahr her. Doch die Kostenfrage ist immer noch nicht geklärt, die Akte nicht zu.

Herne, Castrop-Rauxel

von Inka Hermanski

, 25.08.2020, 15:37 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eine Monokelkobra büxte 2019 in Herne aus. Nahe der Castrop-Rauxeler Stadtgrenze hatte ein Schlangenzüchter knapp 20 Giftschlangen in seiner Wohnung gehalten.

Eine Monokelkobra büxte 2019 in Herne aus. Nahe der Castrop-Rauxeler Stadtgrenze hatte ein Schlangenzüchter knapp 20 Giftschlangen in seiner Wohnung gehalten. © David Clode/unsplash.com

Genau vor einem Jahr, am 25. August 2019, büxte in Herne an der Stadtgrenze zu Castrop-Rauxel eine giftige Monokelkobra aus. Im Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses wurde sie zuletzt gesehen. Dann verschwand das Tier für fast eine Woche. Bewohner und Nachbarn hatten Angst, in Deutschland und darüber hinaus berichteten die Medien über das Kobra-Drama. Bis heute ist eine Frage, nämlich die nach den Kosten, die das Verschwinden verursachte, ungeklärt. Zahlen am Ende alle?

Mehrere Wohnhäuser in der Umgebung wurden evakuiert und über Tage hinweg von Schlangenexperten unter die Lupe genommen werden. In einem verwilderten Gartengrundstück entdeckte schließlich der Castrop-Rauxeler Andreas Wilczek das 1,60 Meter lange Tier: Er war mit einem Trupp des EUV angerückt, um eine Wiese hinter dem Haus zu mähen. Schließlich wurde die Kobra von einem Fachmann eingefangen.

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Das Verfahren gegen den mutmaßlichen Halter läuft noch

Die Kosten der Suchaktion beliefen sich auf mehrere Zehntausend Euro. Wer aber dafür aufkommt, ist noch immer ungeklärt. Der offensichtliche Halter der Kobra, in dessen Wohnung 22 weitere teilweise giftige Schlangen beschlagnahmt wurden, streitet bis heute ab, dass ihm die Monokelkobra gehört.

Die Stadtverwaltung stecke nach wie vor in einem Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen unsachgemäßer Tierhaltung, so der WDR. Die Stadt werde alles versuchen, dem Schlangenhalter die Kosten in Rechnung zu stellen, so die Verwaltung nach einem Bericht der WAZ.

Das steht im neuen Gesetz

Das neue Gifttiergesetz untersagt ab 2021 die Anschaffung bestimmter Arten von Giftschlangen, Spinnen und Skorpione. Halter müssen ihren Bestand beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) melden, dann dürfen sie ihre bisherigen Tiere behalten. Zuverlässigkeit und eine Haftpflichtversicherung muss ebenso nachgewiesen werden. Die Versicherung deckt die Schäden, die durch Gifttiere verursacht werden könnten.
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