Die Castrop-Rauxeler Jusos boykottieren im Wahlkampf Soziale Netzwerke

Kritik an US-Konzern

Die Jusos, die Jugendorganisation der Castrop-Rauxeler Sozialdemokraten, will den Social-Media-Giganten Facebook boykottieren. Damit will man ein Zeichen gegen die Firmenpolitik setzen.

Castrop-Rauxel

, 08.08.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die SPD-Jugend in Castrop-Rauxel kritisiert die Firmenpolitik der großen Social Media-Kanäle im Internet und will mit einer Boykottaktion ein Zeichen setzen.

Die SPD-Jugend in Castrop-Rauxel kritisiert die Firmenpolitik der großen Social Media-Kanäle im Internet und will mit einer Boykottaktion ein Zeichen setzen. © Jusos Castrop-Rauxel

Die Jusos möchten im kommenden Kommunalwahlkampf auf Werbung auf den Social-Media-Plattformen Facebook und Instagram verzichten.

Von Seite der SPD-Jugendorganisation heißt es dazu, dass man sich dazu entschieden habe, um ein Zeichen gegen die Geschäftsgebaren des US-Konzerns Facebook zu setzen.

Facebook zahle laut der Jusos als digitales Unternehmen in der EU relativ niedrige Steuern. Für die Jusos sei dies gegenüber den lokalen Einzelhändlern eine klare Ungerechtigkeit.

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„Wir haben uns lange und intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt“, erklärt Daniel Djan, einer der beiden Juso-Vorsitzenden.

Lange Zeit Werbung gebucht

„Auch wir haben sogar noch in diesem Jahr Geld in bezahlte Werbung auf Facebook gesteckt. Für Unternehmen gab es in Deutschland einige steuerliche Hilfen, um den finanziellen Schaden der letzten Monate etwas aufzufangen. Trotzdem waren die Steuern, die sie weiterhin bezahlen mussten, immer noch gigantisch im Vergleich zu Facebook“, so Djan.

Doch auch aus einem anderen Grund möchten die Jusos auf bezahlte Werbung verzichten.

Lea Leidig, Djans Partnerin in der Doppelspitze: „Besonders Facebook ist in der Vergangenheit durch die unkontrollierte Verbreitung von Hass und Fake-News aufgefallen. Eine solche Firmenpolitik möchten wir nicht mit unserem Budget unterstützen.“

Bekannte Firmen üben bereits Boykott

Im Verlauf der letzten Monate hatten bereits über 1000 Firmen weltweit angekündigt, Facebook als Werbeplattform zu boykottieren, darunter Adidas, Microsoft und Volkswagen.

„Um ganz konsequent zu sein, müssten wir die Plattform theoretisch komplett boykottieren“, räumt Lea Leidig ein.

Aber ihrer Ansicht nach ginge dies in unserer Gesellschaft nicht mehr.

Politische Arbeit müsse überzeugen

Mit dem Verzicht, bei den Plattformen des Unternehmens Wahlkampfwerbung zu buchen, wolle man zumindest einen kleinen Teil dazu beitragen, dass der Konzern vielleicht irgendwann einmal umdenkt.“

Die Jusos meinen, sie würden durch einen Boykott auch bewusst in Kauf nehmen, im Wahlkampf weniger Leute zu erreichen.

„Aber es sollte uns eh wichtiger sein, dass die Menschen durch unsere Arbeit und unsere Aktionen auf uns aufmerksam werden, nicht nur durch bezahlte Werbung“, sagt Leidig.

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