Verbrauchertipp

Die Begrünung einer Garage ist unkompliziert und wird oft gefördert

In Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale NRW veröffentlichen wir hier regelmäßig Ratgeber, Tipps und rechtliche Einschätzungen rund um Haus und Garten. Heute geht es um Gründächer.
Für die sogenannte extensive Begrünung einer Garage ist in der Regel keine Baugenehmigung nötig. Dennoch sollte das Dach vorher auf Statik und Dichtigkeit geprüft werden. © picture alliance/dpa/dpa-tmn

Frühlingszeit ist Pflanzzeit und damit perfekt, um auf dem Carport oder der Garage eine Dachbegrünung anzulegen. Gründächer liegen im Trend, denn sie haben viele Vorteile für Bewohner und Natur. Sie werten das Grundstück optisch auf und verbessern das Mikroklima.

Warum ist es sinnvoll, die Garage oder das Carport zu begrünen?

Ein Gründach wirkt wie ein Temperaturregler. Während sich ein herkömmliches Garagendach im Sommer auf bis zu 80 Grad erhitzen kann, schützen eine Substratschicht – eine spezielle Erdmischung – und Pflanzen das darunter liegende Dach vor direkter Sonneneinstrahlung.

Das Auto in der Garage heizt sich damit deutlich weniger auf. Durch Verdunstung schafft die Begrünung außerdem ein besseres Mikroklima in der Umgebung. Wer etwa sein Schlafzimmerfenster direkt über der Garage hat, profitiert im Sommer von kühlerer Luft.

Aber auch für die Tierwelt sind Gründächer wichtig. Pflanzen bieten ein dringend benötigtes Nahrungsangebot für Bienen und andere Insekten, die wiederum wichtig für Tiere wie Vögel oder Fledermäuse sind. Mit einem begrünten Garagendach leisten Verbraucher also einen Beitrag zum Funktionieren des ökologischen Netzwerks.

Ein weiterer Pluspunkt: Das Gründach nimmt Wasser auf und gibt es bei Regen zeitverzögert und nicht im vollen Umfang wieder ab – das bedeutet weniger Belastung für die Kanalisation. Nicht zu vernachlässigen ist die Optik: Auch wenn man es meist nur aus den oberen Fenstern sieht, so ist ein begrüntes Garagendach immer etwas Besonderes fürs Auge.

Wie kann ich das Dach begrünen?

Bei Garagen- oder Carportdächern setzt man in der Regel auf eine so-genannte extensive Begrünung. Dafür bringt man eine wenige Zentimeter dicke Substratschicht aus und verwendet niedrigwüchsige Pflanzen, die an extreme Witterungsbedingungen wie Hitze, Trockenheit und Kälte optimal angepasst sind.

Pro Quadratmeter fallen dabei in der Regel nur 60 bis 150 Kilogramm Gewicht an, vergleichbar mit der Belastung eines Kiesdaches. Weil es meist keine zusätzlichen Anforderungen an die Statik stellt, kann man Garagendächer auch nachträglich begrünen.

Mehr zum Thema

  • Die neue Kampagne „Mehr Grün am Haus – Spür das bessere Klima!“ informiert und motiviert Verbraucher zu Begrünung von Häusern und Grundstücken und informiert über Fördermöglichkeiten.
  • Gefördert wird das Projekt der Verbraucherzentrale NRW vom NRW-Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz.
  • Ob ein Dach prinzipiell für eine Begrünung geeignet ist, können Verbraucher in NRW im Gründachkataster des LANUV überprüfen

Die Arbeitsschritte sind einfach, und man braucht nur wenig Material. Und eine extensive Begrünung von Garagen- oder Carportdach ist prinzipiell auch in Eigenarbeit möglich.

Wichtig ist es, das Dach vorher auf Statik und Dichtigkeit zu prüfen. Ausführlich sind die Do-it-yourself-Schritte auf einer Spezialseite der Verbraucherzentrale beschrieben.

Neben der extensiven gibt es auch die intensive Dachbegrünung, bei der man eine deutlich dickere Schicht Pflanzsubstrat aufbringt. Außerdem verwendet man dabei Gartenpflanzen wie Stauden oder Gehölze. Diese Form der Begrünung erfordert jedoch eine aufwendigere Planung. Nur ein Profi sollte sie anlegen.

Was kostet die Dachbegrünung auf Garage oder Carport?

Wer sein Flachdach über dem Auto in Eigenarbeit begrünen möchte, sollte mit Materialkosten zwischen 30 und 60 Euro pro Quadratmeter rechnen. Soll ein Fachunternehmen die Begrünung ausführen, zählt das individuelle Angebot des Landschaftsgärtners oder Dachdeckers.

Viele Kommunen fördern Begrünungsmaßnahmen von Verbrauchern. Eine Liste mit Förderprogrammen in Nordrhein-Westfalen hält die Verbraucherzentrale NRW unter www.mehrgruenamhaus.de bereit.

Brauche ich eine Baugenehmigung?

Für die extensive Begrünung einer Garage oder eines Carports ist in der Regel keine Baugenehmigung nötig. Die Verbraucherzentrale NRW empfiehlt jedoch, sich vorher beim zuständigen Bauamt zu erkundigen. In manchen Städten sind Dachbegrünungen für Neubauten mittlerweile sogar vorgeschrieben.

TIPPS DER VERBRAUCHERZENTRALE

  • Wir veröffentlichen hier regelmäßig Tipps und Ratgeber der Verbraucherzentrale NRW rund um das Thema Haus und Garten.
  • Da geht es um Immobilienfinanzierung und Energiefragen, um Klimafolgen und Rechtsfragen oder Vertragsfallen und vieles mehr.
  • Die Verbraucherzentrale NRW ist ein gemeinnütziger Verein, wird von über 30 verbrauchernahen Verbänden und örtlichen Arbeitsgemeinschaften getragen und steht für anbieterunabhängige Verbraucherberatung.
  • Mehr Infos unter www.verbraucherzentrale.nrw
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