Die Alte Eiche scheint gerettet: Nur das Ja der Politik ist noch nötig

dzHeerstraße

Die Alte Eiche an der Heerstraße kann erhalten bleiben. Der Investor spart 935 Quadratmeter rund um die Eiche aus. Der neuen Gesamt-Planung muss jetzt nur noch die Politik zustimmen.

Habinghorst

, 14.04.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Lösungsansatz von Dr. Oliver Lind zur Rettung der Alten Eiche im künftigen Baugebiet Wohnen an der Emscher ist aufgegangen. Der 250 Jahre alte Baum kann gerettet werden, wenn die Politik jetzt mehrheitlich Ja sagt zu einem geänderten städtebaulichen Konzept.

Dieses Konzept mit der Aussparung von 935 Quadratmetern Fläche rund um den Baum hat Investor und Grundstückseigentümer Dreigrund Development nach der ersten Gesprächsrunde Ende Februar entwickelt. Da waren der Bauausschuss-Vorsitzende Lind, der bekanntlich auch Bürgermeisterkandidat der CDU ist, Dreigrund-Geschäftsführer Torsten Velhorst, BUND-Landesvizechef Dr. Thomas Krämerkämper und die Stadtbaurätin Bettina Lenort zusammengetroffen.

Zweites Gespräch in der vergangenen Woche

In der vergangenen Woche hat es ein zweites Gespräch auf der Basis der Ergebnisse vom 28. Februar gegeben. Danach war Stillschweigen vereinbart worden – mit dem Ziel einer möglichst konsensualen Lösung. Politisch öffentlich verhandelt und entschieden werden soll über einen möglichen gemeinsamen Antrag der Fraktionen zur entsprechenden Modifizierung des Bebauungsplans in der Ratssitzung am 30. April. Nach einer interfraktionellen Runde am Dienstag, 14. April, ist ein Antragsvorschlag dazu schon kommuniziert worden.

Der neue Plan für das Baugebiet an der Heerstraße sieht weniger Häuer vor und spart das Gelände rund um die Alte Eiche komplett aus.

Der neue Plan für das Baugebiet an der Heerstraße sieht weniger Häuer vor und spart das Gelände rund um die Alte Eiche komplett aus. © Quelle Dreigrund Grafik Sauerlan

Das neue Konzept sieht den Bau von 29 Einfamilienhäusern, 20 Doppelhaushälften und zwei Mehrfamilienhäusern vor. Das macht unterm Strich 51 Gebäude. Das sind deutlich weniger als die 70, die bislang in Rede standen und auch im Bebauungsplan mit der Nummer 245 beschlossen waren.

10 Prozent der Gebäude sollen nach der Qualifizierung KfW Effizienzhaus 40 plus gebaut werden, 30 Prozent nach KfW Effizienzhaus 40.

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„Das ist das ökologischste und weitreichendste Konzept, das wir jemals umgesetzt haben“, so Oliver Lind im Gespräch mit unserer Redaktion. Und dass dieses Ergebnis in nur zwei Gesprächen habe erreicht werden können, zeige, dass sein Ansatz, die maßgeblich Beteiligten an einen Tisch zu bekommen, richtig gewesen sei.

BUND wird sein Klage zurückziehen

„Und ich darf an dieser Stelle noch einmal sagen, dass der Verein ‚Rettet die Alte Eiche‘ heißt und nicht ‚Rettet das Baugebiet‘“, betonte Lind. Stimmt die Politik dem neuen Konzept zu, könnte es noch vor der politischen Sommerpause eine erneute Offenlegung des Bebauungsplans Wohnen an der Emscher geben.

Zwei weitere wichtige Informationen zum Thema, das die Öffentlichkeit in Castrop-Rauxel schon seit vielen Monaten umtreibt:
1. Der ökologische Ausgleich für die Fläche nördlich der Heerstraße soll möglichst in Castrop-Rauxel erfolgen.

2. Der BUND wird seine Klage nach Abschluss des Planverfahrens zurückziehen.

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