Dieses Werbebanner mit Sophia Thomalla hing in Lünen. Es ähnelte stark dem in Castrop-Rauxel. © Bagusch
Sexismus-Vorwurf

Deutliche Kritik an Sophia-Thomalla-Werbung: ein falsches Frauenbild

Ein Werbebanner mit Sophia Thomalla hat erneut für Aufregung gesorgt. Und die AsF-Vorsitzende im Kreis, Sabine Seibel, erzürnt. Sie hat bei der Verwaltung in Castrop-Rauxel interveniert.

Das hatte ein bisschen was vom Weihnachtslied-Klassiker „Alle Jahre wieder“. In schaurig-schöner Weise taucht im Stadtbild Werbung auf, die sich den Vorwurf von Sexismus anziehen muss. Vor ein paar Tagen mal wieder. Worum ging es dieses Mal konkret?

Einmal mehr um Sophia Thomalla. Oder besser um ein Plakat mit der Schauspielerin, auf dem sie leicht bekleidet – in rotem Lack – auf einem Bauzaun am ehemaligen Gelände des Knepper-Kraftwerks zu sehen war. Und sich liegend räkelte unter dem Spruch „Echte Kerle versetzen keine Mädels. Echte Kerle versetzen Berge.“ Zu sehen war das an der Nierhausstraße auf Dortmunder Stadtgebiet. Wie berichtet, hatte unser Leser Karl Glowsky aus Castrop-Rauxel darauf mit dem Kommentar reagiert: „Me too war gestern.“

Thomalla ist Gesellschafterin bei Schüttflix

Der Zusammenhang mit der Firma Schüttflix ist inzwischen hinlänglich bekannt. Sophia Thomalla ist Gesellschafterin des Unternehmens, das zur Hagedorn-Gruppe gehört, die bekanntlich das Gelände zwischen Castrop-Rauxel und Dortmund für Logistik-Unternehmen aufbereitet.

Gepostet worden ist die Werbung in der Gruppe „Du bist Castrop-Rauxeler, wenn“ bei Facebook. Allerdings mit Bezug auf eine durchaus ähnliche Werbung, die schon Anfang dieses Jahres einer Bürgerin aus Lünen übel aufgestoßen war. Da hatte der Slogan „Echte Kerle baggern. Und schaufeln. Und kippen“ für Unmut gesorgt.

Sabine Seibel (hier im Februar 2018) kritisiert das Werbebanner mit Sophia Thomalla.
Sabine Seibel (hier im Februar 2018) kritisiert das Werbebanner mit Sophia Thomalla. © Seibel © Seibel

Für Sabine Seibel, Kreisvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) und frisch gewähltes Ratsmitglied der SPD im Castrop-Rauxeler Stadtrat, Grund genug, zu intervenieren.

Sabine Seibel: Das geht gar gar nicht

„Das geht gar nicht“, sagte die 55-Jährige. „Es geht mir hier um das Frauenbild, welches kleinen Mädchen in unserer Gesellschaft vermittelt wird. Es sollte das Bild einer Kamala Harris sein und nicht das einer Sophia Thomalla“, fügte sie hinzu. Harris wird im Januar die neue Vizepräsidentin der USA.

Seibel fackelte nicht lange, sondern wandte sich mit ihrer Kritik an das Castrop-Rauxeler Planungs- und Bauordnungsamt. Und siehe da: Innerhalb kürzester Zeit war das Plakat wieder verschwunden. Wie dessen Chef Philipp Röhnert im Gespräch mit unserer Redaktion bestätigt, habe er sich an den Konzern gewandt. Und sagte: „Wir sind ja wegen des Planverfahrens ohnehin im Austausch.“ Er finde es gut, dass das Unternehmen schnell reagiert und das Banner abgehängt habe.

Auf die Kritik folgte dieses Mal eine prompte Reaktion

Eine Reaktion der Verwaltung, die es zum Leidwesen Seibels und der vormaligen städtischen Castrop-Rauxeler Gleichstellungsbeauftragten Angelika Himmert nicht immer so gegeben hat. Himmert hatte häufig vergeblich gewettert, wenn in der Altstadt oder an der Bahnhofstraße in Castrop Werbung etwa für das Bordell am Westring aufgetaucht war. Die Stadt stand da auf dem Standpunkt, dass sie rein baurechtlich entscheide, und nicht über Befindlichkeiten von Frauenrechtlerinnen.

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Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen

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