Der Kampf des Antonius Mertenskötter gegen die B 474 n

CASTROP-RAUXEL Seit knapp 40 Jahren erhitzt die Planung die Gemüter. Die Verlängerung der Sauerlandlinie A 45 von Dortmund-Mengede bis nach Datteln.

von Von Gabriele Regener

, 11.07.2008, 18:25 Uhr / Lesedauer: 2 min
Seit vielen Jahren kämpft Familie Mertenskötter gegen den Neubau der B 474 n

Seit vielen Jahren kämpft Familie Mertenskötter gegen den Neubau der B 474 n

Minister und Bürgermeister kamen und gingen in dieser Zeit. Doch die Trasse, inzwischen als B 474n gehandelt und am 19. Dezember 1969 als Entlastung für die Städte Castrop-Rauxel, Waltrop und Datteln angestoßen, existiert bis dato nur auf dem Papier.

Dass sich die Umsetzung nicht so einfach realisieren lassen würde, war vermutlich von Anfang an allen Beteiligten klar. Zu konfliktreich war der Korridor vorbei an Wohnbebauung, durch schutzwürdige Landschaft und Frischluftschneisen.

Das Vorhaben kollidierte u.a. mit dem Gebietsentwicklungsplan, der festschreibt, regionale Grünflächen zu sichern. Auch landwirtschaftliche Betriebsstandorte und deren Entwicklungsmöglichkeiten müssen ausreichend berücksichtigt werden.

Seit 1648 ist der Hof im Familienbesitz

Und genau hier hakt Antonius Mertenskötter nach. Denn seinem Hof an der Ickerner Straße nah an der Stadtgrenze, seit 1648 in Familienbesitz, würden durch die Realisierung der B474n sämtliche Entwicklungsmöglichkeiten genommen. Mehr noch, der Verlust von rund 25000 Quadratmetern, die ihm für die Trasse genommen würden, machte die Bewirtschaftung unrentabel.

Durch die persönliche Betroffenheit, aber auch durch die Liebe zur Natur wurde Mertenskötter zum engagierten Gegner der B474n. Seit vielen Jahren. Er hat die Planungen verfolgt, akribisch alle Unterlagen gesammelt, sich gefreut, dass die Variante 3.1, für die im Jahr 1991 ein Planfeststellungsbeschluss gefasst worden war, drei Jahre später vom Oberverwaltungsgericht Münster abgeschmettert wurde.

Auch die Folgeplanung, die unter der Bezeichnung „3.1 neu“ firmierte, stieß auf Widerstand. Diesmal tangierte die weiter östlich verschwenkte geplante Trasse Waltroper Wohngebiete. Die dritte, aktuelle Trassenführung B474n wurde von den Waltroper Bürgern kürzlich bei einer Bürgerbefragung mit über 80 Prozent der Stimmen befürwortet. Auch Datteln will die Anbindung.

Über die 600 Meter Trasse über Castrop-Rauxeler Gebiet wird noch heiß diskutiert. Schon von der A2 gebeutelt, würde diese Straße die Wohnqualität in Ickern erheblich verschlechtern. Deshalb fürchten viele Anwohner den Straßenbau und wollen sich wehren.

Wertverlust

Unterstützung finden sie auch durch Antonius Mertenskötter. Er sieht nicht nur den Wertverlust der Immobilien im Castroper-Rauxeler Norden durch das erhöhte Verkehrsaufkommen, sondern auch den Verlust des Erholungsgebietes Ickerner Heide mit seiner schützenswerten Flora und Fauna.Dabei denkt er auch an sich. Durch ein Veto aus Ickern würde sein Land nicht beschnitten. Wie sich diese Maßnahme auswirken würde, möchte Mertenskötter dem Landesbetrieb Straßenbau.NRW gern demonstrieren. Will zeigen, dass die geplante Trasse und die Führung der Oberleitung in einigen hundert Metern Entfernung dem Vorsatz der Bündelung von Maßnahmen, die die Landschaft beeinträchtigen, widersprechen.Er wartet schon mehr als ein Jahr auf einen Termin. Nachbarn hatten dagegen bereits Besuch. Ihnen wurden Angebote zum Kauf der Grundstücke unterbreitet.

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