Giftige Larven

Der giftige Eichenprozessionsspinner treibt bald wieder sein Unwesen

Der Eichenprozessionsspinner wird bald wieder sein Unwesen in Castrop-Rauxel treiben. Die Stadt hat sich darauf eingestellt, die giftigen Larven zu bekämpfen. Nicht alle Maßnahmen sind geeignet.
Larven des Eichenprozessionsspinners, die mit ihrem Nesselgift Thaumetopein für Menschen gefährlich werden können. © Stadt Castrop-Rauxel

Die Larven der Eichenprozessionsspinner schlüpfen bald wieder. Seit einigen Jahren befallen die Raupen auch immer wieder Eichen im Stadtgebiet von Castrop-Rauxel. Noch ist die Witterung zu nass und zu kalt, dennoch möchte die Stadtverwaltung frühzeitig davor warnen, die Raupen und Nester anzufassen oder gar selbst bekämpfen zu wollen.

„Menschen sollten die Tiere in Ruhe lassen und den befallenen Bäumen aus dem Weg gehen. Solange die Raupen nicht unter Stress geraten, sind sie ungefährlich“, versichert Klaus Breuer, Leiter des Bereichs Stadtgrün.

Nesselhaare haben eine Giftwirkung

Der Eichenprozessionsspinner sei zwar ein wertvoller Bestandteil der Natur, doch sind die feinen Nesselhaare seiner Raupen giftig und können beim Menschen starke Reizungen der Atemwege und der Haut verursachen. Bei Stress oder Beunruhigung werfen die Raupen ihre Nesselhaare ab. Zudem bleibt die Giftwirkung der Haare auch in alten Nesten und Häuten der Larven noch lange erhalten.

So sehen die Eichenprozssionsspinner aus, wenn sie sich in ihre großen Gespinstnester einweben.
So sehen die Eichenprozssionsspinner aus, wenn sie sich in ihre großen Gespinstnester einweben. © Stadt Castrop-Rauxel © Stadt Castrop-Rauxel

Die Bekämpfung der Raupen gilt als offizielle Maßnahme des Gesundheitsschutzes. Allerdings erfolgt sie nur im Bedarfsfall und nur an solchen Stellen, an denen sich besonders gefährdete Personengruppen aufhalten wie rund um Schulen oder Altenheimen sowie auf Friedhöfen. Bei dieser präventiven Bekämpfung kommt das biologische und für andere Tiere sowie den Menschen unschädliche Präparat Bacillus Thuringiensis zum Einsatz.

Die Raupen nehmen den natürlich vorkommenden Bacillus mit dem Fraß der Blätter auf. Der Darmtrakt der Raupen wird durch die Wirkstoffe blockiert, und die Raupen sterben ab. Die Nester werden später mit Spezialgeräten abgesaugt und ordnungsgemäß entsorgt.

Als unwirksam hingegen erwiesen sich sogenannte Ringfallen, die um die Baumstämme angebracht werden. Die Stadt hatte sie ausprobiert, aber sie sind nicht mehr im Einsatz.

Nistkästen sollen Raupen-Feinde unterstützen

Seitdem der Eichenprozessionsspinner vor einigen Jahren zum ersten Mal in NRW und dann auch in Castrop-Rauxel gesichtet wurde, wuchs die Population stetig.

Zum vielfältigen Maßnahmenkatalog, den die Stadtverwaltung in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgeweitet und angepasst hat, gehören auch neue Nistmöglichkeiten für die natürlichen Fressfeinde des Eichenprozessionsspinners.

Im Auftrag des Bereichs Stadtgrün und Friedhofswesen hatten Jugendliche des Berufsbildungszentrums der VHS Nistkästchen für Rotkehlchen, Blau- und Kohlmeisen angefertigt, die auf Friedhöfen, an Schulen und Kindertagesstätten, in Parkanlagen, auf Spielplätzen und an manchen Straßen angebracht wurden. Sobald die Vögel nisten, brauchen sie zahlreiche Insekten, um ihren Nachwuchs zu füttern. Der Eichenprozessionsspinner ist da eine willkommene Beute.

Stadt informieren

  • Wer Nester oder Kolonnen des Eichenprozessionsspinners entdeckt, sollte die befallenen Bäume meiden und die Stadtverwaltung unter Tel. (02305) 106-2896, 106-2790 oder per Mail an stadtgruen-und-friedhofswesen@castrop-rauxel.de über den Befall zu informieren.
  • Eine Bekämpfung erfolgt nur an städtischen Bäumen. Private Baumbesitzer werden gebeten, sich an einen spezialisierten Baumdienst zu wenden.

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