Der Bahnhof Süd hat viele Handicaps

ÖPNV-Stiefkind

Der Bahnhof Süd bleibt ein Problemfall. Ihm fehlen die Fürsprecher, zumindest im Großen. Im Kleinen macht seit langem der Arbeitskreis Bürgerfreundliche Altstadt für ihn stark. Und fand jetzt Unterstützung bei Bundes- und Landespolitikern.

CASTROP

von Von Ilse-Marie Schlehenkamp

, 15.04.2012, 16:40 Uhr / Lesedauer: 2 min
Großer Bahnhof für den kleinen Bahnhof Süd. Politiker trafen sich mit Vertretern des Arbeitskreises Bürgerfreundliche Altstadt.

Großer Bahnhof für den kleinen Bahnhof Süd. Politiker trafen sich mit Vertretern des Arbeitskreises Bürgerfreundliche Altstadt.

Frank Schwabe, der SPD-Bundestagsabgeordnete aus Castrop-Rauxel kam am Freitagabend ebenso zum Bahnhof Süd wie Eva Steininger-Bludau, die im Düsseldorfer Landtag an den Stellschrauben drehen soll, und MdB Michael Groß, Mitglied im Verkehrsausschuss des Bundestags und erklärter Verfechter des Ausbaus vom Regionalverkehr. Mit im Boot auch Bernd Goerke, verkehrspolitischer Sprecher der SPD auf Stadt- und Kreisebene, Mitglied in der Verbandsversammlung des VRR.Viele Handicaps für Behinderte Man mag es kaum glauben - im Jahr 2012: Eigentlich könnte der Bahnhof Süd mit seiner zentralen Lage eine richtig gute Nummer darstellen im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Aber die Realität sieht anders aus. Menschen mit Handicap haben keine Chance an diesem Bahnhof: Es scheitert schon an der Treppe, erst recht am Einstieg, der Bahnsteig ist viel zu niedrig. Statt des Standards von 76 Zentimetern gibt's 38. Eine mobile Rampe, die Fahrgäste einen Tag vorher bestellen müssen, ist nicht mehr als eine Lachnummer. Wenn's nicht bittere Realität wäre, wovon sich die Beteiligten Freitagabend vor Ort überzeugten. "Wir müssen da weiter viele Bretter bei der Bahn durchbohren", betonte Schwabe.Zu wenig Fahrgäste Die Krux: Es gibt ein Investitionsrahmenprogramm des Landes und ein Beschleunigungsprogramm des Bundes, aber Castrop-Rauxel kommt darin nicht vor. Mit dem entscheidenden Fakt Fahrgastzahlen. Unter 1000 am Tag geht nix. Auf der Strecke liegt die Emschertalbahn drüber, in der Altstadt bei 400 am Tag. "Könnte aber das Doppelte sein", sagt Goerke - wenn die baulichen Veränderungen geschaffen würden.

Bürger sollen helfen Bis Ende 2015 läuft die Bestellung der Linie durch die Nordwestbahn, der VRR will sie in einem Sauerland-Paket neu ausschreiben. "Wenn wir hier Gas geben wollen", erklärte Schwabe "sind wir auf die Hilfe der Bürger angewiesen." Natürlich gehe es um den Sicherheitsaspekt. Da hat sich die Bahn bislang stur gestellt, mit dem Argument, es lägen keine Beschwerden vor. Schwabe will jetzt eine Anfrage an den Bundestag richten. Groß sich ebenfalls in Berlin stark machen. Ob's was nutzt?

 

 

 

 

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