Auf der Gerther Straße protestierten am Freitag die Merklinder Bürger gegen die geplante Ecosoil-Ansiedlung. © Jonas Hildebrandt
Ecosoil-Ansiedlung

Demonstration: Über 150 Bürger ziehen lautstark durch Merklinde

Am Freitag wurde mit einem Marsch erneut gegen die Ansiedlung der Firma Ecosoil an der Grenze zu Merklinde demonstriert. Bürger und Politik sind sich einig: Das muss verhindert werden.

Am Freitagnachmittag (25.6.) um 15 Uhr versammelten sich geschätzt 150 Menschen, um gegen die Bodenaufbereitungs-Firma Ecosoil zu protestieren. Diese plant in Bochum-Gerthe direkt an der Grenze zum Castrop-Rauxeler Stadtteil Merklinde eine neue Ansiedlung. Seit nun knapp einem Jahr wehren sich die Merklinder dagegen. Nun wurde wieder demonstriert.

Menschen jeden Alters füllten die Gerther Straße, fast jeder ist mit einem Schild oder Plakat unterwegs. Auch Bürger aus Bochum sind gekommen. Der Verkehr wird auf beiden Spuren stark eingeschränkt. Und eins machen die Demonstranten vor allem: Lärm. Zum ohrenbetäubenden Klang von Pfeifen, Megaphonen und Rasseln skandiert die Menge: „Wir sind laut, damit ihr hört, wie der Lärm das Leben stört.“

Denn Hintergrund des Zorns der Bürger ist vor allem die zusätzliche Verkehrsbelastung und der dadurch entstehende Lärm. Sollte Ecosoil sich in Gerthe ansiedeln, wird damit gerechnet, dass etwa 200-300 Lkws mehr täglich die Gerther Straße befahren.

Bereits jetzt seien die Zustände katastrophal

Die Bürger kritisieren, dass bereits das aktuelle Verkehrsaufkommen zu hoch sei. „Es ist einfach zu viel Schwerlastverkehr auf der Straße“, sagt Anwohner Manfred Lazewski. Dafür sei die Straße gar nicht ausgelegt, so seine Einschätzung.

Von vielen Bürgern hört man auch, dass bereits jetzt das Verkehrsaufkommen zu hoch und der Zustand der Straße und des Viertels zu schlecht sei. Die Anwohner klagen über zu viel Lärm, kaputte Straßen und fehlende Rad- und Fußwege. „Das sollte erst mal angegangen werden“, fordert Anwohner Rudi Bargus. Die Ansiedlung Ecosoils hingegen bringe nur noch mehr „Dreck, Schmutz und Staub“.

Auch Anwohnerin Birgit Meyer gruselt sich vor der Vorstellung, dass noch mehr Lkws die Straße befahren könnten. „Die Radfahrer sind jetzt schon großen Gefahren ausgesetzt“, begründet sie ihre Sorgen. Außerdem stört sie, dass die 2 km Strecke von Merklinde aufgrund des Fehlens eines Fußweges praktisch unmöglich zu Fuß zu bewältigen sind. „Diese Orte sind total von einander abgeschnitten, obwohl es so nah beieinander ist“, kritisiert sie.

Auch Kinder und Jugendliche könnte die Ecosoil-Niederlassung in ihrer Freizeitgestaltung einschränken. Das befürchtet Lisa Gröhne. Sie ist Anwohnerin und Mutter. Sie sagt: „Ich fände es schön, wenn meine Kinder sich draußen mit Freunden treffen können ohne die Sorge haben zu müssen, überfahren zu werden.“ Sie fordert von der Politik und Bürgermeister Rajko Kravanja (SPD) sich nicht nur auf der Demonstration zu zeigen, sondern auch Initiative zu ergreifen.


Stadt Castrop-Rauxel will klagen

Dies kündigte der Bürgermeister auch umgehend an. Der Stadtrat habe am Vortag einstimmig entschieden, Klage einzureichen. Zudem forderte er die Protestanten zum Durchhalten auf: „Nicht aufhören, sondern weitermachen, laut sein, auf die Straße gehen und für Ihre Interessen kämpfen.“

Ob die Klage erfolgreich sein wird, ist noch unklar. Doch Bürger und Politiker sind positiv gestimmt. „Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Klage Erfolg haben kann“, versichert Michael Breilmann, Fraktionsvorsitzender der CDU. Auch die Demonstrantin Birgit Meyer sagt mit Blick auf die Ecosoil-Ansiedlung: „Das kann nicht gesetzeskonform sein.“

Von dem Protest am Freitag erhofft sich Organisator Willi Müller von der Bürgerinitiative „Wir sind Merklinde e.V.“, dass „diese Aktion uns final dazu bringt die Ansiedlung der Firma Ecosoil zu verhindern.“ Zugleich stellt er klar, dass der Protest sich nicht nur gegen diese Firma richte, sondern gegen das generelle Ansiedeln jeglicher Firmen gegen den Willen der Bürger.

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