Unter anderem mit Haschisch (vorne links) und Ecstasy (oben) ist ein Castrop-Rauxeler von der Polizei erwischt worden. (Symbolbild) © picture alliance/dpa
Prozess

Dealer oder Konsument? Castrop-Rauxeler mit Ecstasy und Haschisch erwischt

Mit einer nicht unerheblichen Menge an Betäubungsmitteln ist ein 38-Jähriger erwischt worden. Vor Gericht war die Frage wichtig, wie viel er davon wohl selbst konsumieren wollte.

Der 38-jährige Angeklagte fiel im Castrop-Rauxeler Amtsgericht vor allem durch seine Wortkargheit auf. „Ist so“, bestätigt er die Anklage, im Dezember 2020 mit einer nicht unerheblichen Menge an Betäubungsmitteln kurz nach Mitternacht auf der Oestricher Straße ertappt worden zu sein.

In einer Schatulle waren laut Protokoll der Polizei 13,83 Gramm Amphetamine, 2 Ecstacy-Pillen und 3,26 Gramm Haschisch. „War das alles für den Eigenkonsum?“, fragte ihn der Strafrichter. Keine Antwort. Dann, nach intensivem Nachhaken die Auskunft, dass er täglich ein Gramm Haschisch brauche. Mehr nicht.

Das lege die Vermutung nahe, dass zumindest ein Teil des Schatulleninhalts zum Weiterverkauf gedacht war, sagte der Richter.

Geldstrafe

Also Dealer? Erst kam keine, dann eine abschlägige Antwort. Auch Einblicke in den Alltag des Angeklagten – für den Richter eine wichtige Grundlage für eine Sozialprognose – gab es nur spärlich. Abgebrochene Lehre, seit vielen Jahren arbeitslos, kein Kontakt zum jugendlichen Kind.

Auf die Forderung der Staatsanwaltschaft nach einer Geldstrafe von 700 Euro der Kommentar des Angeklagten: „Ja, muss wehtun.“ Das Urteil, das noch um 300 Euro höher ausfiel, nahm er anschließend wortlos hin. Hoffnung auf ein anderes Leben bleibt da kaum.

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Redaktion Castrop-Rauxel
Ich bin seit etlichen Jahren als freie Mitarbeiterin für die Lokalredaktion tätig, besuche regelmäßig Gerichtsverhandlungen, um darüber zu berichten, und bin neugierig auf alles, was in Castrop-Rauxel passiert.
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