Das Qualifizierungschancengesetz ist ein neuer Anreiz für die Castrop-Rauxeler Unternehmen

dzQualifizierungschancengesetz

Seit dem 1. Januar gelten in Deutschland Änderungen im Bereich der Förderung der beruflichen Weiterbildung. Das neue Gesetz bietet den Betrieben in Castrop-Rauxel eine große Chance.

Castrop-Rauxel

, 06.01.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer sich den Gesetzestext zum neuen „Gesetz zur Stärkung der Chancen für Qualifizierung und für mehr Schutz in der Arbeitslosenversicherung“ (Qualifizierungschancengesetz) anschaut, versteht vielleicht auf den ersten Blick nur Bahnhof. Gemeinsam mit Stefan Bunse, Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit in Castrop-Rauxel, und der Qualifizierungsleiterin Sandra Breidenbach haben wir uns die Vorteile des neuen Gesetzes genauer angeschaut.

Gesetz soll dem Fachkräftemangel entgegenwirken

Aufgeteilt ist dieses in drei Bereiche, die den Arbeitslosen, aber auch den Beschäftigten die Chance auf eine berufliche Weiterbildung erleichtern soll. Das soll vor allem dem Fachkräftemangel entgegenwirken.

Sandra Breidenbach ist positiv gestimmt: „Wenn ich Helfer habe, die schon länger zuverlässig bei mir arbeiten, warum bilde ich diese dann nicht zu Fachkräften weiter? Das neue Gesetz ist am Bedarf der Betriebe orientiert.“

1. Förderung von Erweiterungsqualifizierungen Arbeitsloser:

Dieser Punkt soll es Arbeitnehmern ermöglichen, sich qualifikatorisch breiter und flexibler für den Arbeitsmarkt aufzustellen und auch das Berufsfeld wechseln zu können. Die Voraussetzung ist, dass diese an den bestehenden und zu erwartenden Bedarfen des Arbeitsmarktes ausgerichtet sind.

„Es ist keine Weiterbildung für alle“, so Stefan Bunse, „aber dieser Punkt erleichtert es, eine Qualifizierung zu erhalten. Der Sinn dahinter: Wenn die Qualifizierung zweckmäßig ist, wird die Person mittelfristig auf dem Arbeitsmarkt konkurrenzfähig.“

2. Förderung von Weiterbildungen in Engpassberufen:

Grundsätzlich ist bei einer beruflichen Weiterbildungsförderung eine dreijährige berufliche Tätigkeit erforderlich. In der Vergangenheit konnte zwar bereits davon abgewichen werden, nun wurde das allerdings präzisiert.

„Mit dieser Änderung kann vorausschauend agiert werden“, sagt Bunse. Wenn die angestrebte Weiterbildung zu einem Abschluss in einem Engpassberuf führt, gilt die Voraussetzung als erfüllt. Damit könne laut Bunse im Vorfeld einem Fachkräftemangel entgegengewirkt werden.

3. Erweiterung der Weiterbildungsförderung für Beschäftigte:

Die Weiterbildungsförderung wird beispielsweise für Beschäftigte ausgebaut, deren Tätigkeit durch digitale Technologien ersetzt werden können. So erhalten unter anderem Beschäftigte in Kleinstunternehmen Lehrgangskosten in voller Höhe erstattet.

Bunse hat ein Beispiel parat: „Ein Dachdecker könnte sich etwa darin schulen lassen, eine Flugdrohne bedienen zu können. So kann er, ohne auf das Dach zu steigen, bereits sehen, wo das Leck ist und welche Materialien er benötigt.“

Das ist eine sehr positive Nachricht vor allem für kleine Betriebe. Die Qualifizierungsleiterin der Agentur für Arbeit, Sandra Breidenbach, sagt: „So attraktiv war Weiterbildung noch nie. Vor allem, wenn man bedenkt, welche zum Teil enormen Kosten auf eine Firma bei einer Weiterbildung zukommen.“

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