Andreas Türpes Griechenlandhaus ist weit über Dorsten hinaus bekannt; auch im Fernsehen wurden Haus und Garten wegen der Bepflanzung mit Palmen Sendezeit geschenkt. © Claudia Engel/privat
Immobilie der Woche

Das Griechenlandhaus: Pralles Urlaubsgefühl unter Palmen und am Pool

Ein weiß getünchtes Reihenendhaus mit blauen Fenstern und umsäumt von Palmen gehört einer Dorstener Familie. Sie fällt mit ihrem Griechenlandhaus komplett aus dem Rahmen.

Andreas Türpe ist mächtig stolz auf sein Wohnhaus. Es ist wirklich sehr besonders: Umgeben von Unmengen Palmen fallen die blauen Fensterrahmen des Gebäudes sofort auf. Mit dem weißen Rauputz an den Außenwänden wirkt das Gebäude wie eines, das auch auf einer griechischen Insel stehen könnte.

„Es sieht aus wie ein Ferienhaus am Mittelmeer“, haben ihm schon viele Besucher gesagt, die nicht zwingend alle eingeladen waren. „Bei uns fahren Leute vorbei, wenden ihre Autos und schellen an, weil sie mehr über unser Haus wissen möchten“, sagt uns Andreas Türpe. Er redet gerne über sein Haus.

So sieht Andreas Türpes Reihenendhaus von der Einfahrt in den Straße Am Gecksbach aus. © Claudia Engel/privat © Claudia Engel/privat

Mit seinem speziellen Garten und seinem Zuhause hat er es bundesweit, wenn auch unfreiwillig, zu Berühmtheit gebracht. Denn wegen der Bepflanzung gab es 2017/18 einen heftigen Streit in Dorsten.

Auf seinem Grundstück stehen unzählige Palmenarten in sandigen Beeten. Diese eigenwilligen, weil nicht einheimische Gewächse, verstoßen gegen das Grünkonzept des Stadtteils, das der Neu-Barkenberger Andreas Türpe nicht kannte, als er 2016 das Reihenendhaus im schönen, vielseitig grünen Ortsteil von Dorsten kaufte.

Blick von der Dachterrasse in den Garten des Griechenlandhauses. © Claudia Engel/privat © Claudia Engel/privat

Der Konflikt um die Palmen auf seinem Grund und Boden uferte aus. Ein Fernsehteam vom ZDF rückte an. Andreas Türpe sollte einen Teil seiner Palmen wieder entfernen. „Dazu kam es glücklicherweise nicht“, sagt der Dorstener heute. Nicht der Fernsehbericht, aber eine Abstimmung in der Barkenberger Bevölkerung verschafften ihm nachträglich die Erlaubnis, seiner Leidenschaft für mediterrane Gewächse weiter zu frönen.

Urlaubsfeeling mit Pool im Garten. © Claudia Engel/privat © Claudia Engel/privat

Heute hat er 45 Palmengattungen im Garten – es könnten noch mehr werden, wenn es nach Andreas Türpe ginge. Aber Gattin Sonja schaut sparsam, als ihr Mann seine breit gefächerte Begeisterung für diese Baumart im Gespräch mit unserem Medium noch einmal verdeutlicht. „Ich pflanze jetzt nur noch einmal, statt drei-bis viermal im Jahr, eine neue Palme an“, sagt der Dorstener. Auch er weiß: Der Platz auf seinem Grundstück ist endlich.

Seitenansicht vom Griechenlandhaus. © Claudia Engel/privat © Claudia Engel/privat

In diesem stimmig wirkenden Mittelmeer-Ambiente, zwischen Palmen, Pool, Sand und Strandbar, leben Sonja und Andreas Türpe zusammen mit den beiden Töchtern Laura und Julia glücklich und zufrieden. Auf 220 Quadratmetern Wohnfläche geben sich Kindergarten- und Schulfreunde der beiden Mädchen tagsüber die Klinke in die Hand. Sie rennen treppauf und treppab durchs ganze Haus.

Die Kinder müssen Kondition haben: „Es sind 60 Stufen vom Keller bis zum Dachgeschoss“, so Andreas Türpe. Das Wohnhaus hat siebeneinhalb Ebenen, Esszimmer und Küche liegen etwa anderthalb Meter versetzt unter dem großzügigen Wohnraum mit seinen zahlreichen Fenstern. Und so zieht sich die Zimmerflucht von Etage zu Etage nach oben.

A propos Fenster: Das Haus aus dem Jahr 1976 hat 36 Holzfenster. Viele sind bodentief und lassen von allen Seiten des Gebäudes Sonnenlicht ins Haus. „Ich putze sie nicht mehr“, sagt Sonja Türpe. Sie ist heilfroh, einen kundigen Helfer zu haben, der diese Arbeit über siebeneinhalb Ebenen vom Keller bis zur Dachterrasse mehrmals im Jahr erledigt.

Blick vom Gästezimmer in Ebene 7 durch den offenen Lichtschacht auf das Esszimmer in Ebene 1. © Claudia Engel/privat © Claudia Engel/privat

Die Dachterrasse liegt übrigens in der achten Ebene über dem Gästeschlafzimmer unter dem Flachdach. Lichtdurchflutet wie das ganze Haus, genießen Besucher den Blick ins Grüne und natürlich auf den Palmengarten.

Bei soviel Offenheit ist es nicht einfach, eine gute Aufenthaltstemperatur im Winter zu schaffen. Glücklicherweise hat ein Voreigentümer einen gemütlichen Kachelkamin im Wohnzimmer eingebaut, Andreas Türpe hat nachträglich zumindest im Wohnraum eine Fußbodenheizung legen lassen. Alle anderen Zimmer haben, das ist eine Barkenberger Besonderheit, Nachtspeicheröfen. Der Kachelofen sorgt im Winter für behagliche Wärme im ganzen Haus. Ehefrau Sonja weiß das besonders zu schätzen – sie friert leicht.

Der Kachelkamin sorgt in der kühlen Jahreszeit für behagliche Wärme im ganzen Haus. © Claudia Engel/privat © Claudia Engel/privat

Der Düsseldorfer Architekt Dierk Bellwinkel hat sich, wie viele seiner Berufskollegen auch, in Barkenberg diverse Baudenkmäler gesetzt. So wie mit den Reihenhäusern im Griechenlandstil, die im Stadtteil Barkenberg im Westabschnitt und Am Gecksbach im Osten ins Auge fallen.

Modernes Wohnen 1970 kostete, gemessen an heutigen Preisen, noch relativ wenig Geld, war aber auch für damalige D-Markverhältnisse ein happiger Batzen: Knapp 80.000 Mark mussten die Erstbewohner für den Neubau bezahlen, der ursprünglich mal eine Familie mit vier Kindern beherbergt hat.

Allerdings: „Die Bauart entspricht nicht heutigen Standards“, erzählt Andreas Türpe. An den Fenstern gibt es keine Rollläden, in den Betondecken gibt es keine Elektroleitungen. „Man hatte seinerzeit die rohen Wände und Decken mit Holz verkleidet und provisorisch Leitungen darunter verlegt.“

Familie Türpe wusste sich trotz des Defizites und ohne großen baulichen Aufwand zu helfen. Indirekte Beleuchtung von Steh- oder Wandlampen sorgen abends für Helligkeit im Haus. Notfalls auch Kerzen in Wandhalterungen. Das schafft im Winter ein sehr gemütliches Flair.

Das Griechenland-Haus von Andreas Türpe Am Gecksbach in Barkenberg weckte das Interesse des ZDF: Ein Drehteam mit Regisseur und Filmemacher Abel Lindner war für Terra Xpress angereist. © Claudia Engel/privat © Claudia Engel/privat

Wegen der vielen Besonderheiten in und am Haus ist das Heim der Familie Türpe zum Dreh- und Angelpunkt für Besucher geworden. Nachbarn kommen gerne vorbei, Kindern selbstverständlich auch und Menschen, die neugierig sind, wer denn da im Griechenlandhaus wohl lebt.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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Claudia Engel

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